Oberglatt

Exotische Tiere faszinieren die Besucher

In der Chliriethalle drängte sich am Sonntag ein interessiertes Publikum um die Ausstellungstische. Zu kaufen und zu bewundern gabs unter anderem Schlangen, Geckos oder Vogelspinnen.

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Reptilien sind eine eigene Klasse der Wirbeltiere, und sie faszinieren. Letzteres zeigte sich am Sonntag in der Chliriethalle, als sich 80 Aussteller und gegen 1000 Besucher trafen, um Reptilien und Co. zu präsentieren, zu bewundern oder zu kaufen. Vier Mal pro Jahr organisiert Ralf Wirtensohn aus Ramsen die Oberglatter Börse, das nächste Mal am 24. Februar.

Echsen, Schleichen und Schlangen sind auch hierzulande anzutreffen. Die Insekten- und Kleintierfresser zeichnen sich durch überlappende Hornschuppen aus. Im Unterschied zu Amphibien sind Reptilien Lungenatmer und besitzen keine Kiemen. Damit sich die Reptilien und einige Amphibien und Spinnentiere in der Halle wohlfühlen, wurde die Temperatur auf 23 Grad Celsius erhöht, während draussen der erste Schnee lag.

In verschiedenen Tierschutzverordnungen des Kantons und Bundes sind die Haltungs- und Umgangsbedingungen für Reptilien festgelegt. Den Anlass in der Chliriethalle kontrollierte Fritz Fankhauser vom Veterinäramt Schaffhausen. Er musste drei Beanstandungen anbringen, zwei zu kleine Terrarien und in einem Fall fehlte eine Rückzugsmöglichkeit für die Tiere.

«Zuhause betreue ich 40 Schlangen, die grösste davon misst einen Meter und 20 Zentimeter.»Yves Seinet aus Horgen,
Besucher

Aussteller und Besucher kamen aus allen Teilen der Schweiz und sogar vom Schlangenforum Liechtenstein nach Oberglatt. Der 19-jährige Yves Seinet aus Horgen zum Beispiel präsentierte verschiedene Kornnattern. Auf die Frage, was ihn an der Haltung von Reptilien besonders reize, gab er zur Antwort: «Ich beobachte mit grossem Interesse das Verhalten der Tiere seit mehr als zehn Jahren. Zuhause betreue ich 40 Schlangen, die grösste davon misst einen Meter und 20 Zentimeter.»

Einige Tiere sind bewilligungspflichtig

Ein Vorteil bei der Reptilienhaltung ist, dass man viele Tiere ausnahmsweise auch einmal für ein paar Tage alleine lassen kann, im Gegensatz zu Hunden oder Katzen. Schlangen kommen gar bis zu einem Monat ohne Futter aus. Chamäleons dürfen nur nach einer Schulung und mit einer Bewilligung gehalten werden. Um eine entsprechende Wildtierhaltebewilligung zu erhalten, wird vom Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen ein anerkannter Sachkundenachweis vorausgesetzt. Die Schulung, die neun Stunden dauert, bietet Markus Grimm in Schönbühl an. Geckos, die Chamäleons ähnlich sind, wurden an der Reptilienbörse in grosser Vielfalt ausgestellt. Die Haltung der farbenprächtigen Geckos ist bewilligungsfrei.

Mehrere Aussteller präsentierten Königspythons. Diese Schlangen, die in gut gepflegten Terrarien 20 bis 30 Jahre alt werden, sind nicht ganz billig. Sie kosten mehrere hundert Franken, seltene Exemplare erzielen Preise von mehreren tausend Franken. Beim Verkauf von Reptilien an der Börse müssen den Käufern alle Daten der Tiere und Halteempfehlungen weitergegeben werden.

Veranstalter weist Kritik zurück

Trotz guter Haltung, Pflege und Kontrolle während der Börse übt die aus Amerika stammende Tierschutzorganisation Peta scharfe Kritik und fordert die Gemeinde auf, die Chliriethalle zukünftig für die Börse nicht mehr zu vermieten. Veranstalter Ralf Wirtensohn – er errichtet und pflegt hauptberuflich Terrarien für Private und Zoos – kann diese harsche Kritik nicht begreifen: «Wir tun hier alles, damit sich die Tiere wohlfühlen und es werden keine Wildtiere, sondern nur Nachzüchtungen ausgestellt.»

Neben Reptilien konnte man in Oberglatt auch Amphibien und Spinnen bewundern und kaufen. Daneben wurden Einrichtungen für Terrarien angeboten, Korkeichenteile aus Spanien oder Pflanzen. Damit die erworbenen Tiere auf dem Transport nach Hause nicht frieren müssen, standen Styroporboxen bereit. Futtertiere waren ebenfalls erhältlich, tiefgefrorene Ratten und Mäuse oder Insekten. Auffallend viele junge Besucher waren an der Börse anzutreffen. Wie es scheint, ist die Haltung und Beobachtung von Reptilien ein beliebter Kontrast zum digitalen Zeitalter.

Erstellt: 16.12.2018, 18:19 Uhr

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