Dielsdorf

Fair spielen mit Gilbert Gress

Als Botschafter von Caritas Schweiz will Gilbert Gress das Fairplay im Amateur-Fussball fördern. Nun war er zu Gast bei den Junioren des FC Dielsdorf.

Ein Bild, an das man sich beim FC Dielsdorf gewöhnen könnte: Gilbert Gress (links) coacht mit Trainer Frederic Palmisano die B-Junioren.

Ein Bild, an das man sich beim FC Dielsdorf gewöhnen könnte: Gilbert Gress (links) coacht mit Trainer Frederic Palmisano die B-Junioren. Bild: eo Wyden

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Gäbe es eine Auszeichnung für den beliebtesten Fussball-Experten der Schweiz, würde sie wahrscheinlich für Gilbert Gress reserviert sein. Mit seiner lockeren Art versüsste er so manchen Champions League-Abend der SRF-Zuschauer.Der ehemalige Fussballprofi und -trainer engagiert sich abseits der Kameras als Fairplay-Botschafter von Caritas Schweiz. Die Wohlfahrtsorganisation setzt sich für Fairplay und Integration im regionalen Fussball ein. Bruno Bertschy, Bereichsleiter Projekte, sagt: «Die Einhaltung der Regeln und Respekt gegenüber seinen Gegenspielern tragen zu einem guten Fussballspiel bei.»

Beispiel an den Profis

Am Donnerstag war Caritas mit Botschafter Gilbert Gress zu Gast auf der Sportanlage Erlen in Dielsdorf. In einem Theorieteil wurde den B-Junioren — 16- und 17-Jährige — aufgezeigt, wie sie sich auf dem Fussballplatz zu verhalten haben. Dabei stand vor allem der Umgang mit dem Schiedsrichter im Vordergrund. Fairplay Trainer Bedri Krasniqi sagte: «Auch Schiris machen Fehler, sowie ein Stürmer hin und wieder das Tor nicht trifft.» Ausserdem sei es sehr schwierig, ein Spiel zu leiten. «Wer es nicht glaubt, soll es selbst probieren», rät Krasniqi den Junioren.

Gilbert Gress zeigte den Jugendlichen anhand aktueller Beispiele aus der Champions League auf, was für ihn Fairplay bedeutet. So war auch für den Experten klar, dass der Schiedsrichter während der Partie Real Madrid gegen Bayern München am Dienstag ein klares Handspiel im Strafraum übersah. Der fällige Elfmeter, wurde den Deutschen aber nicht zugesprochen. Letztlich fehlte den Bayern lediglich ein Treffer, um in das Finale einzuziehen. Gress bleibt besonders das Interview von Trainer Jupp Heynckes nach dem Spiel in Erinnerung: «Er gab nicht den Schiedsrichtern die Schuld am Ausscheiden, sondern sagte, dass sich seine Mannschaft zu viele unnötige Fehler geleistet habe.»

Eine zweite Szene, die Gress am Dienstag positiv aufgefallen ist: Ein Real-Spieler lag verletzt am Boden worauf Bayerns Mittelfeldmotor James Rodriguez den Ball ins Aus spielte, damit sich sein Gegner pflegen lassen konnte. «Das ist eine faire Geste», sagte der schweiz-französische Doppelbürger.

«Früher war der Fussball brutaler, da es zu wenig Kameras gab.»

Gilbert Gress,
 Fairplay-Botschafter 
und ehemaliger 
Profifussballer- und -trainer

Wenn Einer die Entwicklung des Fussballs kennt, dann ist es sicherlich Gilbert Gress. Deshalb erzählte er den Junioren einige Geschichten aus seiner Karriere. «Als ich vor über 50 Jahren bei Strassburg Fussball spielte, hatten wir einen dunkelhäutigen Spieler im Team.» Heute sei dies genau umgekehrt. «In Frankreich spielen sogar in der Nationalmannschaft nur noch sehr wenige weisse Spieler.» Ein Zeichen, dass die Integration in der weltweit beliebtesten Sportart hervorrragend funktioniere.

Nach der Theorie durften die Junioren das Gelernte in die Praxis umsetzen. Verteilt auf zwei Teams, traten die Jugendlichen in einem Testspiel gegeneinander an. Der Schiedsrichter pfiff absichtlich fehlerhaft. Die Reaktion der Spieler war durchwegs positiv. Ob die Ratschläge von Gilbert Gress gefruchtet haben, wird sich am Wochenende beim nächsten Meisterschaftsspiel der Junioren zeigen. (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 04.05.2018, 17:31 Uhr

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