Rümlang

Falsche Treibstoff-Mixtur bringt Autos an der Tankstelle zum Stehen

In der Shell-Tankstelle an der Rietmattstrasse im Rümlanger Industriegebiet sind am Freitag die Tanks falsch befüllt worden. In der Folge mussten Automobilisten ihre Fahrzeuge zur Reparatur bringen.

Die Shell-Tankstelle beim Top-CC in Rümlang musste aufgrund des Treibstofffehlers für 24 Stunden stillgelegt werden.

Die Shell-Tankstelle beim Top-CC in Rümlang musste aufgrund des Treibstofffehlers für 24 Stunden stillgelegt werden. Bild: Leo Wyden

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Bei der Anlieferung von Treibstoff ist vergangenen Freitag um zirka 14 Uhr an der Shell-Tankstelle ein Fehler passiert: Der Chauffeur befüllte den Benzin-Tankstellentank mit Diesel und den Dieseltank mit Bleifreibenzin, wie Shell-Sprecherin Jane Nüssli auf Anfrage erklärte. In der Folge kam es zu einer Produktvermischung, die von diversen Automobilisten nicht bemerkt wurde. Nach aktuellem Kenntnisstand hätten sich bisher 35 bis 40 betroffene Automobilisten bei Shell gemeldet, sagte Nüssli.

«Seltenes Ereignis»

Nachdem ein Kunde, der seinen Autotank aufgefüllt hatte, sein Fahrzeug nicht mehr starten konnte, bot er telefonisch die Regionalpolizei Rümlang-Oberglatt-Niederhasli-Niederglatt (Ronn) auf. Wie Ronn-Dienstchef Michel Zollinger erklärte, habe der Polizist vor Ort vermittelt. Danach sperrte die Tankstellenbetreiberin den Tanksäulenbereich ab. Am Samstag wurden die Tanks leergepumpt, gereinigt und mit dem richtigen Treibstoff wieder befüllt.

Am Samstagabend konnte die Tankstelle die Zapfsäulen wieder in Betrieb nehmen. Dass das Prozedere so viel Zeit in Anspruch nahm, erklärte Nüssli mit den Worten: «Es kam zu einer Verzögerung, weil es sich doch um ein sehr seltenes und aussergewöhnliches Ereignis gehandelt hat.»

Benzin zu Diesel

Laut TCS werden in der Schweiz jährlich rund 10 000 Fahrzeuge mit dem falschen Treibstoff betankt. In aller Regel wird dabei Benzin in einen Dieseltank gefüllt. Umgekehrt ist das selten der Fall, weil der Diesel-Zapfhahn wesentlich grösser ist als der Bleifreistutzen. Wie Autogaragist Rico Chiabotti, Inhaber der RC Garage in Rümlang, erklärte, komme aber auch das manchmal vor. Durch den Gewaltakt entstehe dabei meistens ein Schaden.

Starke Schläge im Motor

Auch die Halter der Fahrzeuge, die am Freitag in Rümlang mit dem Mischprodukt betankt wurden, müssen eine Reparaturwerkstätte aufsuchen. Bereits zwei dieser Personenfahrzeuge sind in Chiabottis Autogarage gebracht worden. «Wir entleeren den Treibstofftank, spülen ihn aus und befüllen ihn wieder mit dem richtigen Treibstoff. Danach untersuchen wir das Fahrzeug auf Folgeschäden», erklärte Chiabotti.

«Wie ein kräftiger Schlag auf den Kopf.»

Rico Chiabotti, Garagist

Doch wie bemerkt ein Fahrer, dass sein falsch betanktes Auto zur Reparatur muss? «Das Fahrzeug beginnt schnell einmal zu stottern, es raucht sehr stark und man spürt die starken Schläge, die auf den Motor ausgeübt werden», erklärte Fachmann Chiabotti.

Es seien vor allem diese Schlagkräfte, diese «klopfende Verbrennung», die zu Schäden am Fahrzeugmotor führen können. «Oft wird dabei auch der Katalysator beschädigt.» Zur Veranschaulichung, was in diesem Schadzustand mit den Kolben passiert, führt der Rümlanger Autospezialist folgendes Beispiel an: «Es ist, wie wenn jemand von einem Stuhl aufstehen will und jemand ihm dabei jedesmal einen kräftigen Schlag auf den Kopf verpasst.»

Späte Folgeschäden

Das Problem sei, dass die Folgeschäden an der Fahrzeugen nicht immer unmittelbar festgestellt werden können, sagte der Rümlanger Garagist. «Manchmal treten sie sogar erst nach einem halben Jahr in Erscheinung.»

Wie Jane Nüssli ausführte, lässt die Firma Shell die betroffenen Kunden nicht im Stich. «Wir bitten betroffene Fahrzeughalter sich direkt vor Ort bei der Station zu melden oder sich telefonisch mit der Station in Verbindung zu setzen.» Der Schaden werde von der Versicherung übernommen, erklärte die Pressesprecherin gegenüber 20 Minuten online.

Noch ein Fall in Landquart

Zu einem ähnlichen Vorfall war es am Montag vor einer Woche in Landquart gekommen. An einer Coop-Pronto-Tankstelle wurde ein Tankstellentank statt mit Diesel fälschlicherweise mit Benzin aufgefüllt. Der Lieferant hatte den falschen Einfüllstutzen gewählt.

Der Irrtum wurde jedoch erst am darauffolgenden Mittwoch bemerkt. Es steht deshalb nicht fest, wieviele Automobilisten den falschen Treibstoff getankt haben. (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 04.09.2018, 16:17 Uhr

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