Flughafen

Fast-Food-Riese eröffnet Restaurant am Flughafen

Kentucky Fried Chicken, die zweitgrösste Restaurantkette der Welt, ist neu Teil des Food-Courts.

Die erste Filiale von Kentucky Fried Chicken wurde gestern am Flughafen eingeweiht.

Die erste Filiale von Kentucky Fried Chicken wurde gestern am Flughafen eingeweiht. Bild: Leo Wyden

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Der Name verrät es, Kentucky Fried Chicken – kurz KFC – verkauft vor allem eins: panierte und frittierte Hühnchen. Die Fast-Food-Kette ist nach McDonald’s die zweitgrösste weltweit, hat bisher aber in der Schweiz kaum Fuss gefasst. Das dürfte sich in nächster Zeit ändern. Gestern wurde am Flughafen Zürich die Eröffnung der ersten KFC-Filiale im Unterland gefeiert, es ist inzwischen die fünfte in der Schweiz überhaupt und nach Volketswil die zweite im Kanton Zürich. Zahlreiche weitere sollen folgen: Bis im nächsten Frühjahr sollen es zehn sein, ein paar Jahre später fünfzig.

Am Flughafen befindet sich die Filiale dort, wo früher der Nordsee war, also neben dem McDonald’s im Food-Court des Airport-Centers. KFC ist für den Flughafen auch deshalb interessant, weil weisses Fleisch im Gegensatz zu rotem Fleisch immer mehr im Trend liegt. «Vor allem etwa bei vielen Touristen aus dem asiatischen Raum ist weisses Fleisch sehr beliebt», erklärt Stefan Gross, Leiter des Geschäftsbereichs Commercial am Flughafen. Dass KFC Nordsee ersetzt, habe indes nichts damit zu tun, dass Nordsee nicht erfolgreich war. «Aber das Erfolgreichere ist der Feind des Erfolgreichen», so Gross. Und KFC sei eine sehr starke Marke, fast schon Kult, habe richtige Fans.

Drei Personen auf der Welt kennen Rezeptur

Ursprünglich wurde die Kette von Colonel Harland Sanders – «Colonel» war ein Ehrentitel, kein militärischer Rang – gegründet. Sanders verkaufte seine frittierten Hühnchen zuerst ab 1930 in seiner Tankstelle in Kentucky, später dann in einem eigenen Restaurant direkt gegenüber. 1940 hatte er nach 20-jähriger Tüftelei sein Rezept für die Hühnchen perfektioniert. Gemäss dem Unternehmen wird es noch heute verwendet, und nur drei Personen auf der Welt kennen die ganze Rezeptur. Sanders erkannte das Potenzial für Franchiserestaurants, und so wurde 1952 die erste entsprechende Filiale eröffnet. Heute sind es über 22600 in 136 Ländern.

 «Vor allem etwa bei vielen Touristen aus dem asiatischen Raum ist weisses Fleisch sehr beliebt.»Stefan Gross, Leiter Geschäftsbereich Commercial

Sanders ist 1980 gestorben, er ist aber noch heute das Aushängeschild der Kette, sein Gesicht das Logo. Tatsächlich hatte er das Unternehmen in seinen späteren Jahren aber auch oft kritisiert. Er verkaufte es 1964, arbeitete aber weiter als Markenbotschafter für KFC. 1973 verklagte er die damaligen Besitzer des Unternehmens, weil sie sein Foto benutzt hatten, um Werbung für Produkte zu machen, die er nicht mitentwickelt hatte.

Das Unternehmen wiederum versuchte erfolglos Sanders zu verklagen, weil er die neue Bratensauce öffentlich als «Schlacke mit dem Geschmack von Tapete» bezeichnet hatte. Sanders ging so weit, dass er unter dem Namen seiner Frau ein neues Restaurant eröffnet, wo wieder Hühnchen verkauft wurden, die nach seinem Originalrezept gekocht wurden. Er plante sogar, daraus wieder eine Restaurantkette zu machen, verkaufte es aber, nachdem er von seinem ursprünglichen Unternehmen erneut verklagt worden war.

Erstellt: 17.07.2019, 10:33 Uhr

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