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Fehlt das Gespür, versagt die Politik

ZU-Redaktor Christian Wüthrich zur gescheiterten Privatisierung des Bassersdorfer Altersheims.

Der Schaden ist angerichtet: Jahrelange Abklärungen samt teuren Analysen von Beratern sind auf einen Schlag Makulatur. Von ­externen Firmen als Altersheimbetreibern oder Rechtsformumwandlungen ihres Altersheims – in eine möglicherweise gewinnorientierte AG – wollen die Bas­sersdorfer definitiv nichts wissen. Weniger als ein Drittel folgte der Empfehlung des Gemeinderats.

Einen echten Denkzettel hat das Volk seiner Dorfregierung verpasst. Dabei hätte es Anzeichen dafür gegeben, dass es rumort in der Bevölkerung. Mehrere Infoveranstaltungen zeigten dies auf. Doch man hörte nicht genau hin, wollte die kritischen Stimmen nicht wahrhaben. Es würde ja schon gut kommen.

Diesmal kam es aber nicht gut, denn letztlich kumulierten sich innerhalb des Gemeinderates zu viele Unzulänglichkeiten wie fehlendes Volksverständnis, mangelndes Politgespür, interne Zerstrittenheit und vielleicht auch eine Portion Arroganz. Einmal hat das Volk bereits reagiert – fast 2000 Unterschriften gegen die radikale Steinblocksperre auf dem Postplatz lassen grüssen.

In Würde altern ist ein emotionales Thema. Das hat der zuweilen initiativfreudige und unbequeme Adolf Kellenberger erkannt. Die Behörden liessen aber nur auf betont betriebswirtschaftlich-funktionaler Ebene mit sich reden über die Zukunft des eigenen Altersheims. Zahlen sind wichtig. Aber in erster Linie betreffen sie – besonders in diesem sensiblen Bereich – Menschen. Der Umgang mit den Alten ist den Bassersdorfern ganz offensichtlich mehr wert als ein möglichst tiefer Steuerfuss.

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