Rafz

Flinke Hilfe für Spargel-Liebhaber

Spargeln sind gesund, doch die Schälerei hält viele davon ab, sie selber zu kochen. Dank einer Anschaffung in Rafz ist das Frühlingsgemüse nun zum Convenience-Produkt geworden.

Mit der neuen Schälmaschine bewältigen Raphael Peterhans (links) und seine Mitarbeiterin bis zu 150 Kilogramm Spargeln pro Stunde.

Mit der neuen Schälmaschine bewältigen Raphael Peterhans (links) und seine Mitarbeiterin bis zu 150 Kilogramm Spargeln pro Stunde. Bild: Leo Wyden

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Wie ein Karussell dreht sich die Maschine im Kreis. Hinter der Glasscheibe spritzt Wasser und die runden Kunststoffhalterungen bewegen sich rythmisch auf und ab. Darin baumeln helle Stängel: Spargeln vom eigenen Hof, die hier automatisch geschält werden.Seit dieser Saison ist auf dem Spargelhof Jucker Farm in Rafz eine neue, leistungsfähige Spargelschälmaschine in Betrieb.

Jeden Tag rüstet sie rund 200 Kilogramm des edlen Gemüses, das im Rafzerfeld zurzeit üppig spriesst. «Wir brauchen grosse Mengen», erklärt Betriebsleiter Raphael Peterhans. Die Jucker Farm betreibt eigene Restaurants auf ihren Höfen in Jona und Seegräben und beliefert etliche Gastrobetriebe in der Region.

Direkt in die Mikrowelle

Zudem sind die geschälten Spargeln seit zwei Wochen auch in den Läden erhältlich. Die verpackten Plastikschalen sind in den Gemüse-Kühlregalen zu finden. «Man kann sie direkt im Mikrowellengerät zubereiten», empfiehlt Peterhans. So bleibe der Geschmack viel besser erhalten als beim Sieden im heissen Wasser.

Bei Coop kostet eine 350-Gramm Schale mit fünf bis sechs grossen, weissen Spargeln knapp 10 Franken. Das ist genau gleich viel, wie ein 500-Gramm-Bund ungeschälter Schweizer Spargel kostet. Wenn man sie selber schäle, müsse man ebenfalls mit einem Verlust von rund 150 Gramm rechnen, sagt Peterhans.

Fast wie im Operationssaal

Mit dem Resultat ist er bis jetzt sehr zufrieden. Die Maschine kann je nach Dicke der Spargeln unterschiedlich eingestellt werden. Sie schäle gründlich und könnte bis zu 150 Kilogramm pro Stunde bewältigen, sagt der Betriebsleiter.

Doch die Anschaffung war auch teuer: Zusammen mit dem Umbau des speziellen Raums kam die Investition auf gegen 200 000 Franken zu stehen. Denn um die geltenden Hygiene-Vorschriften zu erfüllen, muss es sehr sauber zu und hergehen. Die Mitarbeitenden dürfen den Raum nur mit Schutzkleidung betreten und die Temperatur muss konstant unter 18 Grad Celsius liegen.

Vor rund fünf Jahren hat man auf dem Spargelhof bereits einmal einen Versuch mit einem Schälgerät gemacht. Doch damals habe die Qualität nicht gestimmt, sagt Peterhans. Die neue Maschine entdeckte er auf einer Fachmesse in Deutschland.

Spargelschälmaschinen sind in der Schweiz noch nicht sehr verbreitet. Einer der wenigen Betriebe, der ein älteres Exemplar verwendet, ist die Firma Seeländerspargeln in Kerzers, die ebenfalls Restaurants und Läden beliefert. Vor gut zehn Jahren machte zudem ein entsprechendes Gerät die Runde durch diverse Migros-Filialen. Dabei handelte es sich aber vor allem um eine Attraktion für Kunden. (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 04.05.2018, 17:16 Uhr

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