Kloten/Berg am Irchel

Flughafenpolizisten retten gefiederten Flieger

Ein Mäusebussard verdankt sein Leben dem Einsatz zweier Polizisten, die am Mittwochmorgen auf Patrouille waren. Sie entdeckten das verletzte Tier am Strassenrand.

Andi Lischke (Stationsleiter Greifvogelstation Berg am Irchel) mit dem verletzten Mäusebussard aus Kloten.

Andi Lischke (Stationsleiter Greifvogelstation Berg am Irchel) mit dem verletzten Mäusebussard aus Kloten. Bild: PD

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Zwei Polizisten der Flughafenpolizei hatten es am Mittwochmorgen mit gefiederten Fliegern zu tun: Als die Patrouille kurz nach 09.30 Uhr auf der Bülacherstrasse in Kloten unterwegs war, fiel den Polizisten ein grosser Vogel auf, der neben der Strasse lag.

Schnell stellte sich heraus, dass es sich bei dem Tier um einen verletzten Mäusebussard handelte, der offensichtlich angefahren wurde. Für einen weiteren Greifvogel kam jede Hilfe zu spät - er lag tot daneben.

Nach Trauma aufgepäppelt

Den Polizisten gelang es problemlos, das verletzte Tier aufzugreifen und dem zuständigen Jagdaufseher zu übergeben. Dieser brachte den verletzten Mäusebussard nach Berg am Irchel in die Greifvogelstation.

«Wir haben das verletzte Tier intensiv untersucht», sagt Andi Lischke, der Stationsleiter. Knochen habe sich der Vogel keine gebrochen, «ich gehe aber davon aus, dass ein Trauma vorliegt». Anders sei nicht zu erklären, dass sich der scheue Vogel einfach so von dem Polizisten habe aufgreifen lassen. Lischke hat auch eine Theorie, was passiert sein könnte: «Wir haben es immer wieder mit solchen Vögeln zu tun. Meistens sind sie mit Lastwagen mit hohen Aufbauten kollidiert. Oder in deren Luftverwirbelungen geraten und danach auf die Strasse gestürzt.»

Der verletzte Mäusebussard hat ein Schmerzmittel verabreicht bekommen. Um das Trauma erträglicher zu machen. Der Vogel wurde anschliessend in einer Pflegebox platziert und wird nun dort aufgepäppelt. «Normalerweise verlassen uns solche Tiere nach einer Woche wieder. Während des Winters behalten wir die Vögel aber gerne ein bisschen länger», sagt Lischke. Des Schnees und härteren äusseren Bedingungen wegen. (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 16.01.2019, 16:22 Uhr

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