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Fluss fliesst über Jahrzehnte in Ausstellung

Eine Sonderausstellung unter dem Titel «Ä GLATTi Sach» vermittelt den Besuchern viel Wissenswertes rund um die Glatt. Zahlreiche Fotos, Pläne und Karten sowie eine Fotoshow zeugen von einem Stück Geschichte, welches Hochfelden mit dem Fluss untrennbar verbindet.

Die IG Ortsmuseum Hochfelden mit Rolf Schmid, Hedi Riediker, Ruth Eggenberger und Willy Maag (von links) hat viele Bilder rund um die Geschichte der Glatt zusammengestellt.
Die IG Ortsmuseum Hochfelden mit Rolf Schmid, Hedi Riediker, Ruth Eggenberger und Willy Maag (von links) hat viele Bilder rund um die Geschichte der Glatt zusammengestellt.
Francisco Carrascosa

Seit eineinhalb Jahren sind die sieben Mitglieder der Interessengemeinschaft Ortsmuseum Hochfelden an der Arbeit für die Sonderausstellung rund um die Geschichte der Glatt. An den Wänden und den Stellwänden hängen liebevoll ausgewählte Fotos aus verschiedenen Zeiträumen, zeigen die Glatt vor der Korrektion, die Glatt heute, die «Glattzüglete» und das Naturschutzgebiet.

Es sei ein gemeinsames Projekt von allen IG-Mitgliedern, wird betont. Alle arbeiteten ehrenamtlich, ohne Zeitdruck, jeder nach seinen Fähigkeiten. «Ruth Eggenberger hatte die Vision zu dieser Ausstellung, Hedi Riediker am meisten Wissen und Unterlagen, und wir übrigen setzten alles um», sagte Willy Maag schmunzelnd.

«An dieser Stelle konnten wir als Kind Schlittschuhlaufen. Ein Wunder, dass niemand ertrunken ist.»

Willy Maag

Im Erdgeschoss gilt es, zahlreiche Fotos und Pläne zu bestaunen. Modelle im Massstab 1:50 zeigen zudem die Fahrzeuge, welche damals im Einsatz für den Aushub des neuen Glattlaufs standen. Im Obergeschoss kommen die Gäste in den Genuss einer Fotoshow, welche die Bilder der Ausstellung nochmals in einer anderen Form aufgreift. «Ich habe teilweise Bilder aus Videos herauskopiert, Fotos eingescannt und Filme zusammengeschnitten», sagt Rolf Schmid, auch er Mitglied der IG Ortsmuseum Hochfelden.

Erinnerungen werden wach

Willy Maag hat die Glatt noch in ihrem ursprünglichen Flusslauf erlebt. Immer wieder kommentiert er Szenen beim Betrachten der Fotoshow. «An dieser Stelle konnten wir als Kind Schlittschuhlaufen», ruft er aus und ist fasziniert vom Bild des Hochwassers im September 1968, als das Wasser bis zum damaligen Restaurant Frohsinn gestiegen war. «Ein Wunder, dass niemand ertrunken ist.»

Damals sei er Mitglied der Feuerwehr gewesen. Sandsäcke, überschwemmte Strassen und Hauseingänge zeugen von den katastrophalen Überschwemmungen. Wie im Zeitraffer sieht man bald darauf den Aushub des neuen Glattlaufs, den Bau der neuen Strasse und der neuen Brücke, den Ausbau des Bachbetts und der Ölwehr sowie als Höhepunkt die Umleitung der Glatt ins neue Bett am 2. Februar 1979.

Als Krönung folgen die letzten Sequenzen mit der «Glattzüglete» - ein grosses Dorffest im Juni 1981, bei welchem der neue Dorfeingang eingeweiht wurde. «Da sieht man mich als Neuzugezogenen am Strassenrand», ruft Rolf Schmid aus.

Ähnlich dürfte es mehreren älteren Hochfeldern gehen, welche die Ausstellung besuchen. Immer wieder führte die Glatt in früheren Zeiten Hochwasser, dies als Folge der drainierten und immer stärker überbauten Flächen im Einzugsgebiet der oberen Glatt, wozu auch das Areal des Flughafens Kloten gehört. Das Wasser konnte weniger gut zurückgehalten werden, und dadurch wurde dem Hochwasser ein schnellerer Abzug verschafft.

Rund um die Glattkorrektion

Das Hochwasser im September 1968 führte zu grossen Überschwemmungen und richtete enorme Schäden an. Die kantonalen Behörden erarbeiteten in Zusammenarbeit mit dem eidgenössischen Amt für Strassen- und Flussbau bis 1970 ein Projekt für eine Korrektion der Glatt zwischen Niederglatt und dem Rhein. 1975 wurde der Kredit für die Glattkorrektion vom Zürcher Stimmvolk genehmigt. In Hochfelden wurde das Bett der Glatt nach Osten an den Waldrand verlegt, um das für Sportplätze und Familiengärten vorgesehene Gebiet bei der alten Mühle nicht übermässig zu beschneiden.

Als Kompensation für das zugedeckte alte Flussbett wurden südlich der alten Mühle zwei grössere Teiche und eine Parkanlage erstellt. Die Verlegung der Glatt ermöglichte es zudem, die Stadlerstrasse verkehrsmässig besser zu gestalten. Am 2. Februar 1979 wurde das Wasser in das neue Bett der Glatt geleitet. Die Einweihung des neuen Dorfeingangs wurde 1981 mit einem grossen Dorffest, der «Glattzüglete», gefeiert. Die Begrünung des Naturschutzgebietes und die Modellierung von Flussarmen benötigten noch einige weitere Jahre.

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