Bachenbülach

Franz Biegers letztes Geschäft

Die Gemeindeversammlung hat allen Geschäf­ten der Schulpflege und des Gemeinderates­ diskussionslos zugestimmt. Trotzdem wird der Abend noch einige Zeit in Erinnerung bleiben. Zum letzten Mal stand der langjährige Gemeindepräsident Franz Bieger am Rednerpult.

81 Stimmberechtigte haben sich in Bachenbülach für die Gemeindeversammlung interessiert.

81 Stimmberechtigte haben sich in Bachenbülach für die Gemeindeversammlung interessiert. Bild: mcp

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Franz Bieger amtete 20 Jahre lang als Bachenbülacher Gemeinderat. 13 Jahre davon war er Prä­sident. In dieser Zeit gab es 36 Gemeinde­versammlungen mit insgesamt 96 Geschäften. Am Mon­tag erfolgte das letzte. Der Verkauf eines Grundstückes an die Vorort-Immobilien AG. Die Automobilfirma aus Bachen­bülach beabsichtigt, ein rund 3000 Quadratmeter grosses und derzeit unüberbautes Grundstück an der Länggenstrasse zu kaufen. Sie bezahlt dafür 1,9 Millionen Franken und plant, dort ein Gewerbehaus zu erstellen.

Im Erdgeschoss sollen eine Werk­statt, ein Ausstellungsraum und Lagerräume entstehen. In den drei Obergeschossen sind weitere Werkstätten sowie ­Büros vorgesehen. Franz Bieger ist überzeugt, dass die Vorort- Garage­ AG eine wichtige Firma für die Gemeinde ist: «Durch den Grundstückverkauf werden wieder­ neue Arbeitsplätze geschaffen.» Ausserdem bleibe ein attrak­tiver Steuerzahler erhalten. Sollte die Firma innert fünf Jahren nicht bauen, kann die Gemein­de das Land wieder zurück­kaufen.

Neue Generation

Die 81 Stimmberechtigten (Stimm­beteiligung von 3,3 Prozent) folgten dem Antrag des Gemeinde­rats und hiessen das Verkaufsgeschäft grossmehrheitlich gut.

Danach liess Bieger es sich nicht nehmen, ein paar letzte Worte als Gemeindepräsident an die Stimmberechtigten zu richten. «Wenn ich durch Bachenbülach spaziere und sehe, wie unser Dorf sich entwickelt hat, bin ich enorm stolz.» Er lobte auch die Arbeit seiner Vorgänger. «Ich musste das Erbe nur noch weiterführen.» Er habe lernen müssen, dass er es dabei nicht immer allen recht machen kann.

Nun ist Bieger froh, dass sein Leben­ nicht mehr so fremd­bestimmt sein wird. «Vielleicht gehe ich mit meiner Frau auf eine Kreuzfahrt, es wäre unsere erste.» Er sei glücklich, dass er sein Amt an einen jungen, motivierten Politiker übergeben könne. «Es ist ein Glücksfall, jemanden wie Michael Biber als Gemeindepräsident zu haben.» Als Bieger im Jahr 2005 Präsident wurde, war Biber gerade mal in der 3. Klasse der Kantonsschule. «Damals hatte ich noch andere Dinge im Kopf als Politik», sagt Biber.

Mit Franz Bieger tritt auch Bauvorsteherin Madeleine Prévôt in den politischen Ruhestand. Sie war 16 Jahre im Gemeinderat tätig. Die beiden erhielten einen Blumenstrauss und werden bald noch im grösseren Rahmen verabschiedet.

Erfreuliche Rechnung

Grund zur Freude gab die Jah­resrechnung der Politischen Gemeinde­. Diese schliesst mit einem Ertragsüberschuss von 296 000 Franken ab. Budgetiert war ein Aufwandüberschuss von 653 000 Franken. Zum letzten Mal als Finanzvorsteher sagte ­Michael Biber: «Verantwortlich für dieses positive Ergebnis ist vor allem der Steuerertrag, der um 1,5 Millionen Franken höher ausfiel als budgetiert.» Dies sei wie­derum auf eine einmalige Grund­stückgewinnsteuer zu­rück­zuführen. «Die Rechnung wird in Zukunft nicht immer so gut aussehen – die finanzielle Situa­tion bleibt angespannt.» Die Stimm­berechtigten genehmigten die Rechnung. (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 13.06.2018, 10:55 Uhr

Franz Bieger war 20 Jahre im Gemeinderat von Bachenbülach. (Bild: Sibylle Meier (Archiv))

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