Dietlikon

Gas geben für Tempo 30

Eine neue Allianz aus GLP, SP und Netz Dietlikon macht sich für die Einführung von Tempo 30 in den Quartieren stark.

Auf Dietliker Strassen, wie hier beim Dorftreff, soll auch bald Tempo 30 gelten, wird gefordert.

Auf Dietliker Strassen, wie hier beim Dorftreff, soll auch bald Tempo 30 gelten, wird gefordert. Bild: Sibylle Meier

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Im ganzen Kanton gibt es immer mehr Orte, wo Tempo 30 als geeignetes Mittel gegen Lärm und für mehr Sicherheit gilt. Davon soll sich auch die Gemeinde Dietlikon ein Beispiel nehmen und ebenso Tempo 30 einführen, findet eine neu formierte Allianz. Ihre nicht ganz neue Forderung haben die Grünliberalen, die Sozialdemokraten und das «Netz Dietlikon» zusammen jüngst im «Kurier», der Dorfzeitung von Dietlikon, platziert.

Der Gemeinderat habe das Thema auf dem Radar, heisst es. Gemeindepräsidentin Edith Zuber (SVP) lässt sich allerdings nicht aus der Ruhe bringen. «Es gibt keinen Druck. Wir werden die Forderung noch in dieser Legislatur prüfen.» Dies werde im Rahmen der Überarbeitung des kommunalen Verkehrsrichtplanes erfolgen. Da sei man ohnehin daran, gibt sie zu verstehen.

«Es gibt keinen Druck. Wir werden die Forderung noch in dieser Legislatur prüfen.»Edith Zuber, Gemeindepräsidentin (SVP)

Zudem wolle man die Resultate eine Studie abwarten, welche der Kanton und die Stadt Zürich zur Wirksamkeit von Tempo 30 in Auftrag gegeben haben. Bis sich irgendwann möglicherweise Veränderungen auf Dietlikons Strassen ergeben, wird es gemäss einer Antwort der Gemeindeverwaltung auf eine Anfrage von Netz Dietlikon noch eine Weile dauern. So rechne man damit, dass der besagte Verkehrsrichtplan an einer Gemeindeversammlung im Jahr 2021 der Bevölkerung zur Abstimmung vorgelegt werden dürfte.

Nun drängt das Tempo 30 in Dietlikon für die Behörden also eher unplanmässig auf die politische Agenda. Aus der Bevölkerung ertönt auch nicht zum ersten Mal der Ruf nach Tempo 30. Am «Dorfmärt» im letzten Herbst habe man nach Inputs gefragt, erklärt Heike Recktenwald, Vorstandsmitglied beim Netz Dietlikon. Dabei sei man auffällig oft auf Tempo 30 angesprochen worden. Die offiziellen Aussagen der damit konfrontierten Behörden fielen jedoch überhaupt nicht so aus wie man es sich erhofft hatte.

Kritik in Dorfzeitung

Recktenwald liess einen pointierten Beitrag in der Dorfzeitung publizieren und kam zum Schluss: «Während sich die Schulpflege um eine klare Aussage zu Tempo 30 drückt und die Verantwortung an die Politische Gemeinde abschiebt, versteckt sich diese hinter komplizierten Verfahren und Paragraphen.» Sowieso dauere das alles viel zu lange. «Ich vermisse das Proaktive an unserem Gemeinderat», sagt sie und kritisiert, «hier geschieht die Planung oft im stillen Kämmerlein».

Nun sei es an der Zeit dieses Thema voranzubringen. Recktenholz sagt aber auch: «Die Bevölkerung muss dahinterstehen.» Sie und ihre Mitstreiter von der SP und GLP sind davon überzeugt eine Mehrheit zu finden. «Wir wollen weiter Druck auf den Gemeinderat machen.»

Bassersdorf hats vorgemacht

Vor zehn Jahren hatte man in der Gemeinde schon einmal über Tempo 30 diskutiert. Am Ende beschloss man 2010 ein neues Parkierungskonzept mit blauen Zonen und versetzten Parkfeldern einzuführen. Das verlangsamte den Verkehr ebenfalls, wie heute auch die SP anerkennt. Tempo 30 war aber vom Tisch. Treibende Kraft für Tempo 30 war vor zehn Jahren eine gewisse Cristina Wyss-Cortellini die mit einer eigenen Interessengemeinschaft Unterschriften für eine Petition sammelte.

«Ich vermisse das Proaktive an unserem Gemeinderat», sagt sie und kritisiert, «hier geschieht die Planung oft im stillen Kämmerlein»Heike Recktenwald, Vorstandsmitglied Netz Dietlikon

«Die Gemeinde muss handeln, bevor etwas geschieht», fordert sie und verlangte flächendeckend verkehrsberuhigte Zonen. Während SVP, FDP und Bürgerliche Vereinigung dagegen waren, gabs damals nur von links Unterstützung. Philipp Flach, der einstige Präsident der Dietliker SP, zeigte sich «grundsätzlich optimistisch», dass die Pläne kostengünstig und einfach umzusetzen wären. Doch es kam bekanntlich anders. Heute sitzen beide, Wyss und Flach, im Gemeinderat. Doch Tempo 30 lässt weiter auf sich warten.

Wie es auch geht, zeigte die Nachbargemeinde Bassersdorf im Oktober 2013, als Tempo 30 tatsächlich flächendeckend in allen Quartieren eingeführt wurde. Und auch in Kloten hat sich Tempo 30 in über einem Dutzend Gebieten etabliert. Dietlikons Gemeindepräsidentin Zuber weiss: «Auch in Wallisellen sind sie wieder am Abklären.» Dort hatten die Stimmberechtigten grössere Tempo-30-Zonen vor Jahren zweimal abgelehnt.

Erstellt: 21.07.2019, 16:17 Uhr

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