Bülach

«Gastregion macht Büli-Mäss attraktiver»

In genau einem Jahr beginnt die 16. Auflage der Büli-Mäss. OK-Präsident Hanspeter Kreis glaubt an die Zukunft der traditionellen Herbstschau. Auch wenn man am bewährten Konzept festhält, eine Premiere wird es 2019 doch geben.

Ur-Bülacher Hanspeter Kreis organisiert die Büli-Mäss 2019, die für ihn ein wichtiger Treffpunkt der Bülacher und Heimweh-Bülacher ist.   Foto: Paco Carascossa

Ur-Bülacher Hanspeter Kreis organisiert die Büli-Mäss 2019, die für ihn ein wichtiger Treffpunkt der Bülacher und Heimweh-Bülacher ist. Foto: Paco Carascossa Bild: Paco Carrascosa

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Was motiviert Sie, die Arbeit als OK-Chef der Büli-Mäss nach 2016 zum zweiten Mal auf sich zu nehmen?
Hanspeter Kreis: Zum einen bin ich ein Ur-Bülacher. Ich bin in unmittelbarer Nähe zur Stadthalle aufgewachsen, habe die Lehre in Bülach gemacht und betreibe ein Malergeschäft in Höri. Bereits 1989 habe ich erstmals an der Messe teilgenommen. Ich kenne alle Facetten: als Souvenirjäger, als Gast, als Familienvater. Zum anderen macht es Spass, mit einem so gut eingespielten OK zusammenzuarbeiten.

Herbstzeit ist Messezeit. Ich nehme an, Sie haben sowohl die Olma als auch die Züspa besucht?
Weder noch. Dafür war ich an der Gewerbeschau Dielsdorf.

Und warum nicht bei den «Grossen», von denen man ja sicher viel lernen kann?
Die Olma ist etwas gar weit weg und die Züspa gefällt mir nicht mehr so gut, seit sie von den klassischen Messehallen ins Messegebäude gezogen ist. Das ist für mich nicht mehr der klassische Messecharakter von früher. Mich interessieren sowieso eher die regionalen Messen. Diese kann ich mit der Büli-Mäss vergleichen.

Der Besucheraufmarsch an der Züspa war leicht rückläufig. Haben Sie keine Angst vor schwindendem Interesse an Messen im Zeitalter des Internets?
Nein. Das Interesse des Gewerbes ist noch immer sehr gross. Und für die Besucher sind wir als traditionelle Messe vor allem ein Treffpunkt für die Menschen aus der Region, so wie das Büli Fäscht oder das Nachtcafé. Wir locken sogar Personen an, die schon lange nicht mehr hier wohnen.

Und weshalb soll ein Neu-Bülacher an die Messe kommen?
Um einen umfassenden Einblick in seinen neuen Wohnort zu erhalten. Hier lernt man Bülacherinnen und Bülacher kennen und erlebt die ganze Vielfalt des Gewerbes. Man muss kein Haus besitzen, das man renovieren will. Auch wer momentan keine Kaffeemaschine braucht, kann durch die Messe schlendern und das gastronomische und das Unterhaltungs-Angebot geniessen.

Was ist wichtiger: die eigentliche Messe oder das Rahmenprogramm?
Beides ist wichtig. Wir hatten 2010 eine Messe ohne Rahmenprogramm. Aauch das hat funktioniert. Jeder Aussteller ist Teil des Rahmenprogramms, weil er ein individuelles Erlebnis bietet. Mit Andreas Tanner haben wir jemanden im OK mit direktem Bezug zum Showbusiness. Das eröffnet uns neue Möglichkeiten. So konnten wir 2013 die Trauffer Band und 2016 Marco Rima und Nicolas Senn verpflichten.

Im nächsten Jahr arbeiten Sie erstmals mit einer Gastregion, der Viamala, zusammen. Was erhofft man sich davon?
Die Gastregion ist etwas Neues. Sie wird die Attraktivität steigern. Die Besucher werden durch die Viamala-Schlucht im Eingangsbereich zur Messe gelangen. Ausserdem ist der Eventbereich in der Hand der Gastregion. Ohne heute schon zu viel zu verraten, kann ich sagen, dass den Besuchern etwas Besonderes geboten wird. Wir vom OK werden zusätzlich das Unterhaltungsangebot auf den Kanton Graubünden ausrichten.

Wieso hat man sich für diese Gastregion entschieden?
Der Bülacher Thomas Rüegg ist ins Bündnerland ausgewandert. Er betreibt heute mit seiner Frau das Hotel Weisses Kreuz in Thusis. Er war an der letzten Büli- Mäss dabei. Bei einer Reise des Organisationskomitees ist dann die Idee einer Zusammenarbeit mit der Region um Thusis entstanden. Jetzt sind wir sehr gespannt auf das Konzept, das uns die Region Viamala präsentieren wird.

Mit der Weinmesse hat man 2010 einen Versuch lanciert, der nicht von Erfolg gekrönt war. Wie sieht man dieses Risiko bezüglich der Gastregion?
Ich sehe da gar kein Risiko. Wir ändern diesmal ja nicht das bewährte Konzept, sondern bereichern den Anlass um eine weitere Attraktion.

Wie läuft die Nachfrage nach Standplätzen?
Sehr gut. Noch bevor wir mit der offiziellen Einladung ans Gewerbe raus sind, waren schon gegen 30 Prozent der Standflächen reserviert. Ich schätze, wir sind etwa gleich unterwegs wie vor drei Jahren. Wir werden sicher keine Probleme haben, die Stadthalle samt Aussenflächen zu füllen.

Billig ist die Teilnahme fürs Gewerbe nicht. Der Quadratmeter kostet bis zu 120 Franken, dazu kommt eine Standpauschale von 450 Franken, das kann sich nicht jeder leisten. Werden kleine Anbieter benachteiligt?
Früher war es noch teurer. Da musste man Normstände mieten. Heute kann man den Stand selber gestalten und bezahlt lediglich die Anzahl Quadratmeter plus eben die Pauschale. Für die Kleinstgewerbler hat die Stadt Bülach seit 2016 ein interessantes Konzept. Sie mietet einen Stand, an dem sich diese während gewisser Zeiten präsentieren können. Das Echo darauf war sehr positiv.

Lässt sich der Erfolg der Messe für die Gwerbler überhaupt messen, abgesehen von der Anzahl verteilter Kugelschreiber oder Luftballone?
Da kann ich aus persönlicher Erfahrung mit meinem Stand berichten. Direkt messbar ist der Erfolg nicht. Man muss also nicht glauben, dass man ein Auftragsbuch auflegen kann und sich dieses während der Büli-Mäss füllt. Aber einerseits verleiht mir die Messe jedes Jahr Schwung. Andererseits schafft man sich Sympathien, und die Präsenz wird sehr wohl wahrgenommen. Man bleibt im Gespräch oder ruft sich in Erinnerung. Es ist eine Form der Werbung, und Werbung verlangt Einsatz, wo auch immer sie gemacht wird.

Der Eintritt zur Messe ist gratis – geht die Rechnung für die Organisatoren dennoch auf?
Wir finanzieren uns durch Sponsoring und die Aussteller. Wir müssen keinen Gewinn machen. Unser Ziel ist eine schöne Null. Wenn etwas liegenbleibt, schaffen wir etwas Reserven, falls es mal zu einem Minus kommt, aber das war bis heute noch nie der Fall.

Erstellt: 23.10.2018, 17:10 Uhr

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Büli-Mäss

Die Büli-Mäss findet seit 1974 alle drei Jahre statt. Bei der letzten Auflage im Jahr 2016 lockten die 116 Stände und die vier Verpflegungsanbieter rund 20 000 Besucher in die Stadthalle und die drei Zelte. Unter dem Motto «Gewerbe zum Anfassen» findet die16. Büli-Mäss vom 25. bis 27.Oktober 2019 statt. Der Gewerbeverein Bülach wird 2019 sein 100-Jahr-Jubiläum feiern und aus diesem Anlass mit besonderen Attraktionen aufwarten. Erneut mit dabei ist Hackbrettspieler Nicolas Senn, der den Sonntagsbrunch mit Newcomer-Gruppen musikalsich begleiten wird. Das Budget der Messe liegt bei rund 325 000 Franken. Der Eintritt und die Showblocks sind kostenlos. dsh

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