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Gefrorene Gewässer stressen Vögel

Eine aus Russland kommende Kältewelle sorgt in diesen Tagen für eisige Temperaturen. Diese wirkt sich im Unterland unterschiedlich aus: Da es an Niederschlag fehlt, ist der Betrieb am Flughafen kaum betroffen. Dafür stehen die echten Vögel im Neeracherried wegen der Kälte vor Herausforderungen.

Die Minustemperaturen haben das Unterland fest im Griff. In diesem Brunnen spurdelt das Wasser noch, in Orten wie im Neeracherried ist es an vielen Stellen bereits flächendeckend zu Eis gefroren.
Die Minustemperaturen haben das Unterland fest im Griff. In diesem Brunnen spurdelt das Wasser noch, in Orten wie im Neeracherried ist es an vielen Stellen bereits flächendeckend zu Eis gefroren.
Francisco Carrascosa

Das Quecksilber fiel gestern rasant: Temperaturen um minus 10 Grad und ein eisiger Wind sorgten dafür, dass ohne echte Winterkleidung an einen Aufenthalt im Freien nicht zu denken war.Das galt insbesondere auch für Berufe, die draussen ausgeführt werden mussten. Auf der Flughafenautobahn A51 etwa wurde die Arbeit bis um Mittwoch eingestellt. Das Gesetz gebe zwar keine Temperaturgrenze vor, ab welcher nicht mehr draussen gearbeitet werden dürfe, sagt Thomas Maag von der kantonalen Baudirektion.

Aber ab gewissen Temperaturen sinke die Arbeitseffizienz zu stark, weil etwa viel häufiger Pausen gemacht werden müssen. Auch könnten nicht alle Arbeiten bei diesen Temperaturen durchgeführt werden, erklärt Maag. Die Verbände von Architekten, Ingenieuren und Verkehrsfachleuten schreiben zum Beispiel einei Minimaltemperatur vor, die bein Einbau von Belag oder für Betonarbeiten gegeben sein muss. «Andere Arbeiten wie zum Beispiel Grabarbeiten für das Verlegen und Ersetzen von Werkleitungn können aber auch bei niedrigeren Temperaturen ausgeführt werden, sofern der Boden nicht durchgefroren ist.»

Kaum betroffen von den tiefen Temperaturen war der Flughafen Zürich. «Natürlich ist die Kälte für alle Mitarbeitenden auf dem Vorfeld eine grössere Herausforderung, aber wir sind auf solche Witterungen vorbereitet», sagt Mediensprecherin Raffaela Stelzer. «Generell bedeuten tiefe Temperaturen nicht automatisch, dass wir am Flughafen Zürich mehr Enteisungen durchführen.» Relevant dafür sei vielmer die Luftfeuchtigkeit. Ist die Luft trocken, werden weniger Enteisungen durchgeführt. Bei Minustemperaturen kombiniert mit Feuchtigkeit hingegen werden tendenziell mehr Enteisungen nötig.

Vögel übernachten im eigenen «Schlafsack»

Mehr Probleme mit der Kälte haben die echten Vögel im Neeracherried. «Durch die Kälte sind grosse Teile der Wasserflächen zugefroren», sagt Stefan Heller, Leiter des Birdlife-Naturzentrums Neeracherried. «Viele der Wasservögel, die wir noch vor ein paar Tagen hier hatten, mussten deswegen an andere Orten ausweichen», erklärt er. Darunter etwa rund 200 Enten. Vögel seien grundsätzlich gut isoliert, sagt Heller.

«Wenn sie sich aufplustern, funktioniert ihr Federkleid wie ein Daunenschlafsack.» Auch Störche seien gut gegen die Temperaturen gerüstet. «In der Nacht auf Montag übernachteten ein Dutzend Störche mitten auf dem Eis, dem Wind völlig ausgesetzt, im Umkreis von dreissig Metern war keine Pflanze zu entdecken.» Das zeige, dass die Störche mit der Kälte auskommen könnten und mehr darum besorgt seien, nicht in der Nacht von einem Fuchs angegangen zu werden.

Vögel sind also eigentlich gut gegen Kälte gewappnet. Aber sie müssen nach den bitterkalten Nächten genügend Nahrung finden können. Heller gibt dabei zu bedenken, dass solche harten Wintertage zum Kreislauf der Natur gehören. «Es ist normal, dass in solchen Tagen einige der schwächeren und bereits angeschlagenen Tiere sterben», sagt Heller.

Den Eismeister freuen die Minustemperaturen

Alltäglich ist Kälte für Kurt Steinwender, Bereichsleiter Freizeit + Sport in Kloten. Er ist unter anderem für die Eisfelder der Stadt zuständig. Für ihn hat die Kälte auch Vorteile: «Bei diesen Temperaturen müssen die Kältekompressoren keinen Strom verbrauchen, weil sie für das Ausseneisfeld gar nicht benötigt werden.» Dass er trotzdem einen Blick auf die Temperatur des Eisfelds hat, gehört zum Beruf. «Die klimatischen Bedingungen beeinflussen die Gleiteigenschaften und den Abrieb des Eises», sagt Steinwender.

Je kälter das Eis, desto schneller ist es. Deshalb ist nicht für jede Eissport dieselbe Temperatur optimal: Für Eishockey sollte das Eis minus 5,5 Grad kalt sein, für Curling -4,5 Grad und für Eiskunstlauft minus 3,5 Grad bis minus 4 Grad. Dass das Thermometer nun regelmässig deutlich unter minus 6 Grad fällt, ist laut Steinwender aber kein Problem. «Die Raumtemperatur in der Swiss Arena ist ziemlich konstant», sagt er. Und das Aussenfeld könne auch benutzt werden, obwohl die Temperaturen tief seien.

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