ZUgespitzt

Gekaufte Aufmerksamkeit

In der Kolumne «ZUgespitzt» greifen die ZU-Redaktoren Themen aus dem Unterländer Alltag auf. Heute will sich Martin Liebrich für den ZU-Youtube-Kanal starkmachen.

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Kennen Sie Flos Wochenrückblick auf unserer Website? Und wussten Sie, dass der «Zürcher Unterländer» einen eigenen Youtube-Kanal besitzt? Falls nein: Sie sind in guter Gesellschaft. Der Youtube-Kanal weist gerade mal elf Abonnenten aus. Das ist im Influencer-Zeitalter etwas dürftig. Ed Sheeran hat beispielsweise gut 27 Millionen. Gut: Flo ist nicht Ed Sheeran. Andererseits: Was weiss Ed Sheeran über das Zürcher Unterland? Er ist schliesslich nicht Flo.

Heute kann man alles kaufen. Weil ich von den Wochenrückblicken überzeugt bin, wollte ich meinem Kollegen ein paar Follower spendieren. Wie es aussieht, geht das relativ einfach. 100 Fans sind für 7.50 Euro zu haben, 250 kosten 18.75 Euro und so weiter. Für 2500 Fans wären 150 Euro zu berappen. Alles lieferbar innert zwei Tagen. Ich entschied mich für 250, denn die Website versprach in etwa das, wonach ich suchte: «Verleihen Sie Ihrem YouTube Kanal die Glaubwürdigkeit, die er verdient, jetzt YouTube-Abonnenten kaufen!» Ich wollte eher Aufmerksamkeit kaufen denn Glaubwürdigkeit. Aber für knapp 20 Euro bin ich nicht wählerisch.

Bevor ich Angaben zu meiner Person machte, sah ich mir noch die AGBs an. «Sie stimmen zu, dass künstlich gesteigerte Fans, Followers und Views gegen die Nutzungsbedingungen der meisten sozialen Netzwerke verstossen und zur Schliessung Ihres Accounts oder der Entfernung Ihrer Videos auf Plattformen wie Facebook, Twitter, Youtube und Instagram führen kann.» Da kann ich den Kanal ja direkt vom Netz nehmen. Denn bei YouTube wäre wohl bald jemandem aufgefallen, dass der «Zürcher Unterländer» plötzlich 250 Fans aus Bangladesh hatt.

Bleibt meine Empfehlung an dieser Stelle: Schauen Sie sich den Kanal einmal an und abonnieren Sie ihn am besten gleich. Sollte er morgen geschlossen sein, würde wohl YouTube dahinter stecken. Ein sprunghafter Anstieg von Fans nährt den Verdacht, dass sie gekauft sind. Mein Aufruf hätte dann etwas zu gut funktioniert. (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 06.06.2018, 12:33 Uhr

Martin Liebrich, Redaktionsleiter Zürcher Unterländer

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