Embrach

Embrach erbt Häuser im Wert von mehreren Millionen Franken

Die Gemeinde erhält ein grosses Erbe. Allein zwei Häuser aus dem Nachlass sind Millionen wert. Das Geld kann indes nicht beliebig ausgegeben werden.

Diese beiden Häuser hat Rösli Schenkel-Keller der Gemeinde Embrach vermacht.

Diese beiden Häuser hat Rösli Schenkel-Keller der Gemeinde Embrach vermacht. Bild: Sibylle Meier

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Mehr als ein Jahr hat das Erbschaftsverfahren gedauert, erst dann konnte sich der Gemeinderat von Embrach sicher sein: Die Gemeinde ist Alleinerbin des Nachlasses von Rösli Schenkel-Keller. Jahrelang hatte die Frau gemeinsam mit ihrem Mann Heinrich Schenkel in Embrach gewohnt. Am 8. Juli 2017 ist Schenkel-Keller im Pflegezentrum Bächli in Bassersdorf gestorben, ihr Mann verstarb bereits zwölf Jahre vorher.

Als Willensvollstreckerin hat die Erblasserin die Credit Suisse AG Zürich eingesetzt. Dass das Erbschaftsverfahren so lange gedauert hat, sei nicht aussergewöhnlich, sagt der Embracher Gemeindepräsident Erhard Büchi. «Wenn als Erbin eine Körperschaft wie eine Gemeinde eingesetzt wird, sind die Anforderungen für das Erbschaftsverfahren etwas höher und dauern etwas länger», so Büchi.

Auch ein Neubau wäre denkbar

Inzwischen ist aber alles geklärt und die Gemeinde konnte über das Erbe informieren. Rösli Schenkel-Keller hat Embrach auch Wertschriften und Guthaben vermacht - wie hoch der dadurch geerbte Betrag ist, gibt die Gemeinde aber derzeit noch nicht bekannt. Denn zuerst sollen die beiden Liegenschaften verkauft werden, die ebenfalls Teil der Erbmasse sind. Es handelt sich dabei um zwei nebeneinander stehende Mehrfamilienhäuser an der Roggenfeldstrasse 3 und an der Stationsstrasse 67. An der Roggenfeldstrasse 3 hat das Ehepaar Schenkel-Keller selbst jahrelang gewohnt.

Die Erblasserin hat in ihrem Testament entschieden, dass die beiden 6-Familienhäuser an den Meistbietenden zu verkaufen sind. Derzeit sind die Liegenschaften auf homegate.ch gelistet. Die Liegenschaften seien zum jetzigen Zeitpunkt noch gut vermietbar, einige Renovationen und Investitionen stünden aber an, informiert das Verkaufsinserat. Im Jahr werfen die zwölf Wohnungen sowie die Garagen- und Aussenparkplätze Netto-Mietzinseinnahmen von über 100000 Franken ab.

Theoretisch könnte aber auf der Grundstücksfläche von knapp 2500 Quadratmetern aber auch ein grösserer Neubau erstellt werden. Deshalb ist im Mindestverkaufspreis von 2,9 Millionen Franken auch eine Machbarkeitsstudie inbegriffen. Die Studie beinhaltet den Bau zweier neuer Häuser mit je elf Wohnungen sowie eine Tiefgarage mit 31 Parkplätzen. Die Baukosten werden auf etwa 9,3 Millionen Franken geschätzt. Dafür wurde in der Studie auch die Miete der Wohnungen höher angesetzt: Insgesamt wird sie auf 502000 Franken jährlich geschätzt. Büchi geht davon aus, dass der Verkauf der Liegenschaften noch dieses Jahr abgeschlossen sein wird. Dann wird der Gemeinderat über die Gesamtsumme der Erbmasse informieren.

Allerdings wird die Gemeinde das geerbte Geld nicht beliebig einsetzen können. Die Verstorbene hat im Testament nämlich klar festgehalten, dass ihr Vermögen zugunsten der Jugend, des Alters und für die Familien verwendet wird. «Aktuell ist noch völlig offen, wie das Geld konkret eingesetzt werden soll», sagt der Gemeindepräsident. Er vermutet, dass der Ideenwettbewerb in der Bevölkerung nun losgehen wird.

Erstellt: 02.09.2019, 17:35 Uhr

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