Nürensdorf

Gemeinde plant Hausumbau für 3,5 Millionen Franken

Ein geschütztes Bauernhaus im Besitz der Gemeinde Nürensdorf soll komplett saniert und wieder bewohnbar gemacht werden. Der Entscheid fällt nach den Sommerferien an der Urne.

Dieses leerstehende Bauernhaus an der Kanzleistrasse soll ausgebaut werden. Foto: Johanna Bossart

Dieses leerstehende Bauernhaus an der Kanzleistrasse soll ausgebaut werden. Foto: Johanna Bossart

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In Nürensdorf steht ein wichtiges Bauprojekt vor dem grundlegenden Entscheid: Machen oder lassen? Wobei für den Gemeinderat klar ist, dass das Vorhaben an der Kanzleistrasse 4/6 durchgezogen werden sollte. Dort steht ein altes Bauernhaus, das der Gemeinde selber gehört. Der Bau besteht aus einem Scheunenteil und einem authentisch erhaltenen Wohnteil, der zwischen 1780 und 1812 erstellt wurde.

Hinter schmucken Fachwerkmauern verbergen sich zwei alte 4,5-Zimmerwohnungen, welche bis 2018 noch genutzt wurden, nun aber leer stehen. Denn das Haus ist in einem schlechten Zustand. Wird nicht bald etwas getan, droht der Zerfall. Das will der Gemeinderat nicht zulassen. Er hat deshalb einen Plan zur künftigen Nutzung der Liegenschaft, die sich direkt vor den Büros der Gemeindeverwaltung befindet, ausarbeiten lassen.

Gemeinde trägt Verantwortung

Solche Bauvorhaben sind oft nur schwer umsetzbar und auf den erste Blick meistens ziemlich teuer. Im vorliegenden Fall geht es um fast 3,6 Millionen Franken, die für die Sanierung der beiden alten und den Einbau von insgesamt fünf neuen Wohnungen benötigt werden. Der Gemeinderat meint zum Projekt: «Selbst wenn die Realisation von Renditeobjekten nicht zur Kernaufgabe einer Gemeinde zählt, ist die Gemeinde für den werterhaltenden Unterhalt und die mittel- bis langfristige Investitionsplanung der gemeindeeigenen Liegenschaften zuständig.» Nebst den Schulhäusern, Werksgebäuden und dem Gemeindehaus gehört da eben auch jenes 2015 unter Schutz gestellte Bauernhaus an der Kanzleistrasse dazu.

Verkauf wurde abgeklärt

Man habe einen Verkauf abgeklärt, ist aus der Verwaltung zu erfahren. Allerdings sei das beim jetzigen Zustand des Hauses so gut wie aussichtslos. Die Schutzauflagen seien streng und die Investitionskosten abschreckend. Ein Ortsmuseum gibt es bereits. Und leer stehen lassen, gehe auch nicht, da dies nicht nur keinen Sinn machen würde, sondern trotzdem Kosten – sicherlich im sechsstelligen Bereich – für die nötigsten Erhaltungsmassnahmen auslösen würde. Als Besitzerin des Hauses ist die Gemeinde nämlich verpflichtet das Haus zu erhalten.

Erste Sondierungen erfolgten 2012, danach wurden 3D-Pläne angefertigt, Gutachten erstellt und Vorprojekte in Auftrag gegeben. Ein erstes Projekt sah dann nur fünf Wohnungen vor, jetzt sind es sieben. Auch der Dachstock soll voll ausgebaut werden, steht in der Weisung zur Urnenabstimmung. Denn am 1. September werden die Nürensdorfer Stimmberechtigten über das Vorhaben entscheiden.

Ausbau dürfte sich lohnen

Gute Argumente dafür dürfte die Ertragsberechnung des Gemeinderats liefern. Dieser rechnet mit Mieteinnahmen von 2250 bis 2650 Franken für die drei neuen 4,5-Zimmerwohnungen, 1950 Franken für die 3,5-Zimmerwohnung und 1500 Franken für die drei 1,5-Zimmerwohnungen. Gemessen an den Investitionen von 3,57 Millionen und nach Abzug von Ausgaben für Unterhalt und Erneuerung würde eine Rendite von 3,5 Prozent resultieren. Eingerechnet ist dabei sogar schon ein gewisses Leerstandsrisiko. Doch dann könnte die Gemeinde bei Bedarf und nach Möglichkeit auch selber Klienten des Sozialamtes in den kleinsten Wohneinheiten einquartieren.

Es sei ein «in allen Teilen ausgereiftes Projekt», heisst es seitens der Politik. Das Projekt sei «dank genügend Eigenkapital problemlos finanzierbar» und führe daher zu keiner Steuererhöhung. Obendrein würde es attraktive Wohnungen im Dorfzentrum geben, die Rendite abwerfen. Dies erst noch, ohne dass man die Liegenschaft aus der Hand geben müsste. Der Gemeinderat will noch in diesem Monat genauer über das Bauvorhaben informieren. Aber schon jetzt empfiehlt die Nürensdorfer Exekutive «mit Überzeugung ein Ja in die Urne zu legen» am 1. September.

Erstellt: 08.07.2019, 18:40 Uhr

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