Regensdorf

Gemeinde will die Entwicklung des Zentrums ermöglichen

Das Zentrum Regensdorf wurde nie ganz fertiggebaut. Jetzt will die Gemeinde eine Idee unterstützen, um den Zentrumsplatz mit Leben zu füllen, wie es in den 60er-Jahren geplant war.

Belebt und vielseitig nutzbar soll der neu gestaltete Zentrumsplatz sein. Vorne links und ganz rechts im Bild sind zwei geplante neue Wohnhäuser zu sehen.

Belebt und vielseitig nutzbar soll der neu gestaltete Zentrumsplatz sein. Vorne links und ganz rechts im Bild sind zwei geplante neue Wohnhäuser zu sehen. Bild: Visualisierung: PD

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Regensdorf. Modernes, urbanes Wohnen: Das will die Gemeinde auf dem Areal um das Einkaufszentrum im Herzen Regensdorfs fördern. Die Behörde hat mit den Grundeigentümern eine Basis für die künftige Entwicklung des ­Gebiets zwischen Ostring, Affoltern-, Roos- und Watterstrasse erarbeitet. Die Kernidee: Mitten im Zentrum von Regensdorf, an einem Ort mit breitem Einkaufs-, Gastro-, Freizeit- und Dienst­leistungsangebot, sollen rund um den sinnvoll gestalteten Zen­trums­platz zeitgemässe, praktische und helle Wohnungen an­geboten werden mit einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis. Kurz: Es sollen Wohnraum für den Mittelstand und Gewerbeflächen entstehen.

keine klaren Regeln

Damit die Grundeigentümer das Gebiet in diesem Sinne entwickeln können, ist eine Anpassung der Nutzungsplanung nötig. «Heute besteht ein Wirrwarr an Dienstbarkeiten», erklärt Gemeindepräsident Max Walter. «Für jeden Grundeigentümer gelten andere Spielregeln.» Jetzt müsse man diesen Wirrwarr erst einmal entflechten. So besteht noch ein privater Gestaltungsplan «Erweiterung Einkaufszen­trum Regensdorf» aus dem Jahr 1968. Diesen gilt es aufzuheben, um dann die Nutzungsplanung neu definieren zu können.

«Es liegt aber in der Macht der Gemeinde, ein unkontrolliertes Überbauen der Quartiere zu verhindern.»Max Walter, Gemeindepräsident 

Der Entscheid über die Aufhebung des alten Gestaltungsplans und die Teilrevision der Nutzungsplanung liegt beim Stimmvolk. Die beiden Geschäfte gelangen voraussichtlich an der Gemeindeversammlung am 17. Juni 2019 zur Abstimmung. «Damit sagt der Stimmbürger aber noch nicht Ja zu einem Bauprojekt», stellt Walter klar. Ein solches wird derzeit für den Westteil des Areals ausgearbeitet: den Zen­trumsplatz und den Parkplatz, ­angrenzend an die Watterstrasse (siehe Kasten). Auch zum Bauprojekt wird der Stimmbürger dann aber frühestens in der zweiten Jahreshälfte 2019 das letzte Wort haben.

Das Wachstum lenken

Unabhängig vom geplanten Bauvorhaben erhält die Behörde mit der revidierten Nutzungsplanung ein Instrument in die Hand, um bei künftigen Bauvorhaben mitzureden. «Die Behörde kann Einfluss nehmen auf die Gestaltung des Areals», sagt Walter. So etwa auf die Wegführung durch die Überbauung, auf die Zufahrten und Parkmöglichkeiten. Auch bei den Gebäuden selbst könne die Gemeinde mitreden und ein der Siedlung angepasstes Erscheinungsbild fordern. Die Grundeigentümer können also, salopp gesagt, nicht einfach ein beliebiges Bauprojekt realisieren, «das Konzept muss auf einem qualifizierten Konkurrenzverfahren basieren», heisst es im Bericht zur Teilrevision der Nutzungsplanung Zentrum Regensdorf. Im Gegenzug für all die Vorschriften dürfen die Grundeigentümer grössere Gebäude als bisher bauen.

«Es wird Wohnraum geben, und das löst Ängste aus», weiss der Gemeindepräsident. «Doch Regensdorf muss mit anderen ur­banen Gemeinden 80 Prozent des Bevölkerungswachstums im Kanton aufnehmen.» Das sei eine kantonale Vorgabe, stellt Walter klar. «Es liegt aber in der Macht der Gemeinde, ein unkontrolliertes Überbauen der Quartiere zu verhindern.» Watt zum Beispiel solle als ländlicher Dorfteil er­halten bleiben. «Wir wollen das Wachstum lenken», betont Walter, «und wir wollen die Regeln so festlegen, dass Qualität entsteht.»

Erstellt: 04.10.2018, 16:01 Uhr

Das Projekt

Wohnen am Zentrumsplatz

1973 wurde das Zentrum Regensdorf eröffnet. Das ursprüngliche Projekt sah nebst dem Einkaufszentrum drei Hochhäuser, Büros und ein Hotel vor und dazwischen Plätze mit Grünflächen, um die sich eine Bibliothek, ein Hallenbad und Vereinslokale gruppierten. Geplant war auch ein Dorfplatz mit einem neuen Gemeinde- und Kirchgemeindehaus. Aufgrund der erwarteten Kosten wurden diese Pläne aber nie realisiert, und der Platz blieb unfertig. Jetzt sieht die Gemeinde eine Möglichkeit, den Zentrumsplatz – angepasst an die heutigen Erfordernisse – doch noch fertigzustellen. Das Ziel bleibt das ursprüngliche: ein belebter Begegnungsort im Herzen der Gemeinde zu schaffen.

Das Projekt stammt aus der Feder der Seewarte-Gruppe, Immobilieninvestment- und Tochtergesellschaft der Ernst-Göhner-Stiftung. Sie plant den Bau eines vierten Hochhauses und von weiteren Wohngebäuden, die mit Gewerbeflächen im Erdgeschoss ein breites ­Angebot an Dienstleistungen schaffen sollten, gruppiert um den neu gestalteten Zentrumsplatz. «Der Gemeinderat ist der Meinung, dass die Immobilienfirma – mit einigen Anpassungen des Projekts – den Nagel auf den Kopf getroffen hat», sagt Gemeindepräsident Max Walter. Wichtig für die Gemeinde sei: Sie verkaufe das Land nicht, sondern gebe es im Baurecht ab, was ihr die Mitsprache über die weitere Entwicklung des Platzes auch in Zukunft sichert.

Über das Projekt entscheidet das Stimmvolk: Die Abstimmung hierfür ist auf Ende 2019 vorgesehen.anb

Information

Am Dienstag, 16. Oktober, um 18 Uhr findet eine Informationsveranstaltung im Schulhaus Pächterried statt. Dann wird die Gemeinde unter anderem die Umzonung im Gebiet «Zentrum Regensdorf» vorstellen.

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