Embrach

Gemeinde zahlt Hebammen-Beitrag weiter

Sparen ja, aber nicht bei den jungen Familien. So entschieden es die Embracher Stimmberechtigten.

Eigentlich wollte der Gemeinderat das Pikettgeld für freischaffende Hebammen streichen - die Versammlung war damit aber nicht einverstanden.

Eigentlich wollte der Gemeinderat das Pikettgeld für freischaffende Hebammen streichen - die Versammlung war damit aber nicht einverstanden. Bild: Keystone

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Die Embracher Gemeindeversammlung verlief am Montagabend ruhig, ja fast emotionslos, bis zur Abstimmung über den Voranschlag 2018. Dieser hatte bereits im Vorfeld der Versammlung hohe Wellen geworfen, da der Gemeinderat beabsichtigt hatte, das Pikettgeld für die freischaffenden Hebammen zu streichen.

Jeder Frau steht nach der Geburt zu Hause eine Hebamme zur Verfügung. Diese Dienstleistung bezahlt die Krankenkasse, die 115 Franken für das Bereitstehen auf Abruf der Geburtshelferinnen wird vielerorts von den Gemeinden übernommen. Im Rahmen seiner Sparanstrengungen wollte der Gemeinderat diesen Beitrag streichen.

Emotionale Voten

Die Versammlung goutierte den Sparversuch auf dem Buckel der jungen Familien allerdings nicht. 53 der anwesenden 96 Stimmberechtigten (1,7 Prozent) hiessen den Antrag einer Embracher Hebamme gut. Sie forderte, dass die Gemeinde weiterhin für die Pikettkosten aufkonmt. «Es handelt sich um einen sehr kleinen Betrag für die Gemeinde und man kann dieses Geld auch blöder ausgeben», argumentierte sie.

«Man kann dieses Geld auch blöder ausgeben.»

Hebamme aus Embrach

Eine andere Votantin zeigte sich bestützt darüber, dass der Gemeinderat den Frauen und Hebammen nicht mehr Wertschätzung entgegenbringe. Gemeindepräsident Erhard Büchi rechtfertigte den Sparversuch damit, dass die Grundversicherung im Falle einer Geburt bereits sonst sehr viele Leistungen erbringe.

Steuerfuss bleibt gleich

Ansonsten wurde der von Sparanstrengungen geprägte Voranschlag 2018 von den Anwesenden einstimmig genehmigt. Der Steuerfuss der Politischen Gemeinde bleibt bei 98 Prozent. Der Gesamtsteuerfuss in Embrach beträgt somit weiterhin 118 Prozent.

Die übrigen Abstimmungen an der Versammlung waren Formsache. So genehmigten die Stimmberechtigten die Auflösung des Friedhofzweckverbands und die neue Friedhof- und Bestattungsverordnung einstimmig. Lediglich die Statutenrevision des Alteszentrums Embrachertal gab Anlass zu einigen Fragen. So sieht diese vor, dass die Trägergemeinden künftig nicht mehr dazu verpflichtet sind, Geld ins Alterszentrum einzuschiessen. Dies stiess einem Votant sauer auf.

Der zuständige Gemeinderat Peter Hunziker entgegnete, dass die Gemeinden für das Alterszentrum weiterhin eine «moralische» Verpflichtung haben. Eine andere Votantin befürchtete einen Stellenabbau. Hunziker beschwichtigte: «Bei der heutigen Auslastung steht ein Stellenabbau mit Sicherheit nicht zur Debatte.» Schliesslich gemehmigte die Versammlung die Statutenrevision mit einer Gegenstimme.

Erstellt: 12.12.2017, 14:39 Uhr

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