Hochfelden

Gemeinderäte werden grosszügiger entschädigt

An der Gemeindeversammlung von Hochfelden nahmen die Stimmberechtigten alle vier Anträge an. Am meisten zu reden gab die Entschädigungsverordnung der Politischen Gemeinde. Es wurde ein Änderungsantrag gestellt, der letztlich aber chancenlos blieb.

In Glattfelden stellte sich am Mittwochabend die Frage: Gemeindeversammlung oder Samichlaus-Abend?

In Glattfelden stellte sich am Mittwochabend die Frage: Gemeindeversammlung oder Samichlaus-Abend? Bild: Screenshot Google Maps

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

54 Stimmberechtigte Hochfelder verzichteten am Mittwochabend auf den Samichlaus und versammelten sich in der Mehrzweckhalle Wisacher. Die Stimmbeteiligung lag demnach bei 4,1 Prozent. Die Politische Gemeinde stellte zwei Anträge. Zuerst informierte Gemeindepräsidentin Simone Caneppele die Anwesenden über die geplanten Änderungen in der Entschädigungsverordnung. Vorgesehen ist, dass Zusatzaufwände des Gemeinderats anhand von Tag- und Sitzungsgelder gerecht entschädigt werden.

Die bisher festgesetzten Grundpauschalen sollen dabei nicht tangiert werden. «Wir Gemeinderäte hatten in dieser Legislatur einen grossen Mehraufwand, weil wir in viele Projekte miteinbezogen wurden», begründete Gemeindepräsidentin Caneppele den Antrag. Dieser sieht vor, dass die Entschädigungspauschale für das Gemeindepräsidium bei 33 000 Franken, jene für die Gemeinderäte bei 18 000 Franken pro Mitglied bleibt. «Diese Pauschalen beinhalten beispielsweise die Vorbereitung von Geschäften und alle rund 35 Gemeinderatssitzungen pro Jahr.» Neu sollen die Mitglieder zusätzlich für Tätigkeiten ausserhalb dieses ordentlichen Betriebs mit 65 Franken pro Sitzung entschädigt werden.

Änderungsantrag klar abgelehnt

Bei der anschliessenden Diskussion stellte ein Stimmbürger einen Änderungsantrag. Laut diesem, sollten die Grundpauschalen heruntergesetzt und im Gegenzug alle Sitzungen entschädigt werden. «Dann werden wirklich die Mitglieder des Gemeinderates gerecht entschädigt, die einen Mehraufwand haben», sagte der Antragssteller. Der Gemeinderat steckte daraufhin die Köpfe zusammen, um über diesen Vorschlag zu beraten. Die anschliessende Abstimmung im Saal zeigte aber: Der Änderungsantrag war mit nur 9 Ja-Stimmen gegenüber 32 Nein-Stimmen chancenlos. Der ursprüngliche Antrag des Gemeinderats wurde danach ohne Gegenstimme angenommen.

Mehr Aufwand als Ertrag bei gleichem Steuerfuss

Das zweite Geschäft der Politischen Gemeinde war der Voranschlag 2018. Dieser weist einen Aufwand von 8 Millionen Franken und einen Ertrag von 7,54 Millionen Franken auf. Daraus ergibt sich ein Aufwandüberschuss von 460 000 Franken, der durch Entnahme aus dem Eigenkapital gedeckt wird. Gemeindepräsidentin Simone Caneppele sagte: «Wir haben uns eigentlich ein besseres Ergebnis gewünscht.» Doch Béat Ruffieux, Präsident der Rechnungsprüfungskommission meinte: «Bei einem Eigenkapital, das über 8 Millionen Franken beträgt, ist dieser Überschuss tragbar.»

Laut Caneppele ist vor allem erfreulich, dass die Steuererträge im nächsten Jahr um rund 100 000 Franken ansteigen werden. Ein Wer­muts­trop­fen seien dagegen die Kosten für die Sozialhilfe, die relativ hoch sind. Der Steuerfuss bleibt unverändert bei 44 Prozent. Wie bereits die Entschädigungsverordnung wurde auch das Budget von einem grossen Mehr gutgeheissen.

Der Voranschlag der Primarschulgemeinde wurde von den Stimmberechtigten ebenfalls angenommen. Auch hier ist ein Aufwandüberschuss budgetiert. Er beträgt 446 000 Franken. Dies bei einem Aufwand von 4,1 Millionen Franken und einem Ertrag von 3,65 Millionen Franken. Der Steuerfuss bleibt bei 53 Prozent.

Neue Wasserleitungen für die Schule Wisacher

In einem zweiten Geschäft beantragte die Primarschulgemeinde einen Kredit von 440 000 Franken, um damit die Wasserleitungen in der Schulanlage Wisacher zu ersetzen. Einige verzinkte Eisenrohre stammen noch aus den 1980er-Jahren. Sie führen besonders nach längeren Nutzungspausen, zum Beispiel nach den Schulferien, grosse Mengen an Rost mit sich. Dies gefährdet die Gesundheit der Lehrpersonen und Schüler nicht akut, ist aber hygienisch nicht ganz unbedenklich. Es ist ein Indiz dafür, dass die schützende Zinkschicht an vielen Stellen nicht mehr existent ist. Die Stimmberechtigten genehmigten den Kredit mit grossem Mehr. (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 07.12.2017, 16:51 Uhr

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zuonline.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 854 82 14. Mehr...

Abo

Eine für alle. Im Digital-Abo.

Den Zürcher Unterländer digital ohne Einschränkung nutzen. Für nur CHF 24.- pro Monat.
Jetzt abonnieren!

Kommentare

Blogs

The Take Die besten Weihnachtsfilme

Bergün Eine Zeitreise in die Vergangenheit inklusive

Bonus-Angebote

Bonus-Angebote

Alle Bonus-Angebote im Überblick.