Oberweningen

Gemeinderat prüft Rekurs gegen Anpassung der Busroute

Die Anwohner sprachen sich an der Informationsveranstaltung vehement gegen die geplanten Änderungen an der Buslinie 555 aus. Nun möchte der Gemeinderat reagieren.

Die Anwesenden lieferten sich im Gemeindesaal von Oberweningen zum Teil heftige Wortgefechte.

Die Anwesenden lieferten sich im Gemeindesaal von Oberweningen zum Teil heftige Wortgefechte. Bild: Flavio Zwahlen

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Als der Gemeinderat die Bevölkerung am Montagabend in den Gemeindesaal einlud, um über die geplanten Fahrplanänderungen in Oberweningen zu diskutieren, war ihm vermutlich klar, dass es eine sehr emotionale Angelegenheit wird. Bereits als Melissa Hösli, Vorsteherin der Ressorts Hochbau sowie Forst- und Landwirtschaft, einige einleitende Worte an die Anwesenden richtete, war die Anspannung im Raum spürbar. Ein Anwohner unterbrach die Gemeinderätin sodann und sagte mit lauter Stimme: «Ich bitte Sie, von Anfang an die Wahrheit zu sagen.»

Auslöser für die Veranstaltung war die geplante Anpassung der Buslinie 555. Nach dem Fahrplanwechsel im kommenden Dezember soll der Bus in einem Rundkurs über die Haltestelle «Schleinikon, Dorf» weiter bis nach «Schleinikon, Wasen» und von dort über die Kantonsstrasse (Wehntalerstrasse) durch Oberweningen zurück zum Bahnhof Schöfflisdorf-Oberweningen fahren. Dabei würden die Schwenker ins Hüebliquartier und über die Chlupfwisstrasse wegfallen, wodurch auch die Haltestellen «Hüeblistrasse», «Rossstall» sowie «Kronenweg» gestrichen würden. Im Bereich der Kreuzung Wehntalerstrasse/Dorfstrasse sollen dafür zwei neue Haltestellen gebaut werden. Der neue Rundkurs ermöglicht bessere Zuganschlüsse und verhindert das Wendemanöver, welches der Busfahrer bisher in Schleinikon vollziehen musste.

Das letzte Wortist noch nicht gesprochen

Auch die Erläuterungen der beiden Fahrplan-Verantwortlichen Alexander Häne (PostAuto Schweiz AG) und Philip Dijkstra (Zürcher Verkehrsbetriebe) konnten die Anwohner nicht beruhigen. Vor allem die längeren Fusswege zu den neuen Busstationen sind vielen Senioren ein Dorn im Auge. Ein Anwohner sagte: «Ich finde es schrecklich, dass heute alles am Computer geplant wird. Was solche Änderungen für die Bevölkerung bedeuten, interessiert niemanden mehr.» Für seine Wortmeldung erntete der ältere Mann viel Applaus. Eine jüngere Frau sagte hingegen: «Als Mutter will ich mich auch für die Kinder einsetzen. Viele von ihnen müssten die vielbefahrene Wehntalerstrasse überqueren, um die neue Bushaltstelle zu erreichen.» Das sei zu gefährlich.

Wie geht es nun weiter? Ein Anwohner sagte: «Alle Anwesenden haben sich negativ zu den Änderungen geäussert. Der Gemeinderat müsste diese Unzufriedenheit spüren.» Die Gemeinde sei letztlich dafür zuständig, ein Haltestellenkonzept zu erstellen, welches allen etwas nutze. Nach gut zwei Stunden unterbrach Gemeinderätin Melissa Hösli die noch immer sehr hitzig geführte Diskussion und schlug vor, dass der Gemeinderat einen Rekurs prüft und die Bevölkerung danach entsprechend informiert. Seit 20. August läuft nämlich die 30-tägige Frist, in der die Gemeinden Rekurs gegen die Fahrplanumstellungen einreichen können. Das letzte Wort bezüglich der Linienführung von Buslinie 555 dürfte also noch nicht gesprochen sein.

Erstellt: 27.08.2019, 17:51 Uhr

Artikel zum Thema

«Wir können die Änderungen nicht verstehen»

Oberweningen Die bevorstehenden Fahrplanänderungen in Oberweningen sorgen bei einem Teil der Bevölkerung für rote Köpfe. Am kommenden Montag können die Anwohnerinnen und Anwohner ihre Bedenken an einer Informationsveranstaltung äussern. Mehr...

Bonus-Angebote

Bonus-Angebote

Alle Bonus-Angebote im Überblick.

Kommentare

Blogs

Michèle & Friends Midlife-Crisis? Nehm ich!

Von Kopf bis Fuss Diese Frau erinnert sich an alles