Freienstein-Teufen/Rorbas

Gemeinsamer Werkhof kommt an die Urne

Freienstein-Teufen/Rorbas Der Plan der Gemeinderäte, einen gemeinsamen Werkhof zu betreiben, nimmt Form an. Die Kosten von 2,4 Millionen Franken würden die Gemeinden je zur Hälfte berappen. Eine bessere Lösung gebe es kaum, sagt Freiensteins Werkvorsteherin Sonja Steiner.

In Rorbas soll ein grösserer Werkhof entstehen, der auch der Nachbargemeinde Freienstein-Teufen dienen soll (Symbolbild).

In Rorbas soll ein grösserer Werkhof entstehen, der auch der Nachbargemeinde Freienstein-Teufen dienen soll (Symbolbild). Bild: Keystone

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Der Rorbaser Werkhof an der Tössstrasse soll ausgebaut und hiernach auch der Nachbargemeinde Freienstein-Teufen dienen. Das Projekt, das die Gemeinderäte im November letztes Jahr vorgestellt haben, wird konkret. Die Kosten von 2,4 Millionen Franken würden die Gemeinden je zur Hälfte tragen. Mit den 1,2 Millionen Franken Anteil würde sich Freienstein-Teufen für 30 Jahre in den Rorbaser Werkhof «einkaufen», wie die Gemeinderäte festhalten.

Vorteile für beide Gemeinden

Die Idee hat eine längere Vorgeschichte: 2012 untersuchte die zuständige Gemeinderätin Sonja Steiner in einer Studie die Optionen für den künftigen Werkhof von Freienstein-Teufen. Sie prüfte neun Optionen, von denen sechs sich ziemlich schnell als unrealistisch entpuppten und zwei lediglich als «valabel». «Dass die Zusammenlegung der beiden Werkhöfe die beste Lösung ist, hat sich schon damals gezeigt», sagt Steiner. Sie kontaktierte den zuständigen Rorbaser Gemeinderat Bruno Pfeifer. Am 9. Februar 2012 schlugen die beiden den Gemeinderäten vor, ein Projektteam zu gründen. Seither sei die Situation in Freienstein-Teufen aber unverändert, sagt Steiner. «Rorbas wollte vor einer Entscheidung die Revision der Bau- und Zonenordnung abwarten.» Ende 2016 wurde diese mit grosser Mehrheit gutgeheissen.

«Trotz der Zusammenlegung bleiben sämtliche Bauten Rorbaser Eigentum.»

Sonja Steiner, Vorsteherin Werkbetrieb Freienstein-Teufen

Für beide Gemeinden habe das Vorhaben entscheidende finanzielle und infrastrukturelle Vorteile. Für Freienstein-Teufen bedeute es hauptsächlich ein Wegkommen von den umständlichen dezentralen Strukturen. «Diese erschweren die Prozesse und die Kommunikation und erfordert viele unnötige Leerfahrten», erklärt Steiner. Das heutige Werkareal an der Dorfstrasse 51 liege zwar zentral, aber auch inmitten des Wohngebiets. Die SUVA habe in ihrem Revisionsbericht auch die Infrastruktur als mangelhaft bezeichnet. «Einen eigenen, neuen Werkhof zu bauen würde die Gemeinde sicher 3 Millionen Franken kosten – verglichen mit dem jetzigen Vorhaben bietet das aber keine Vorteile .» Die gemeinsame Realisierung mit Rorbas kommt Freienstein-Teufen deutlich günstiger zu stehen. Nicht zuletzt würden so auch Synergien genutzt und angemessene Arbeitsbedingungen geboten.

Für Rorbas wirds günstiger

Auch für Rorbas ist die Zusammenarbeit die günstigste Lösung. Erstens, weil der Kopfteil des bestehenden Werkhofs ohnehin saniert und modernisiert werden muss, und weil schon bei kleineren Umbauarbeiten feuerpolizeiliche- und energetische Aspekte sowie Bestimmungen des Behindertengleichstellungsgesetzes finanziell hineinspielen. Eine zeitgemässe Sanierung käme für Rorbas alleine teurer, als wenn sich Freienstein-Teufen daran beteiligt. Zweitens werden später durch die Beteiligung der Nachbargemeinde auch die Betriebskosten für Heizung, Strom und Wasser reduziert. «Trotz der Zusammenlegung würden sämtliche Bauten Rorbaser Eigentum bleiben», hebt Steiner hervor. Ein Zusammenarbeitsvertrag würde die Details der Finanzierung, den Betrieb des Werkhofs sowie Betriebs- und Folgekosten regeln. «Ich stehe voll und ganz hinter dieser Variante», betont Steiner.

Abstimmung im September

Baulich vorgesehen ist, dass der Kopfbau des bestehenden Werkhofs an der Tössstrasse vollständig umgebaut wird, indem im Erdgeschoss neue Garderoben, Duschen, Toiletten und ein Aufenthaltsraum eingerichtet werden. Im ersten Obergeschoss entstehen ein Grossraumbüro für den Forst und die beiden Werkbetriebe sowie ein Sitzungszimmer. In der Werkhalle wiederum wird ein neues Treppenhaus und ein Lift gebaut, die den Kopfteil und die Lagerfläche im Dachgeschoss der Werkhalle erschliessen. Die inneren und äusseren Sanierungsarbeiten bei der Werkhalle werden auf das Nötigste beschränkt, um Kosten zu sparen – das heisst primär kleinere Ausbesserungsarbeiten sowie der Einbau einer Holz- und Metallwerkstatt. Da die Halle als Lagerraum für die Geräte beider Werkbetriebe dienen soll, werden einige Fahrzeuge keinen Platz mehr haben. Um diese Fahrzeuge einstellen zu können, wird auf dem Vorplatz hinter dem Werkhof eine einfache, nicht beheizte Halle inklusive Salzsilo erstellt.

Auf nach den Sommerferien kündigen die Gemeinderäte einen Informationsanlass zum Projekt für die Bevölkerung an. Das genaue Datum geben sie noch bekannt. Vor dem Startschuss für das Projekt werden jedoch erst die Stimmberechtigten von Rorbas und Freienstein-Teufen an die Urne gebeten. Am 23. September befinden sie je über ihren Kostenanteil von 1,2 Millionen Franken. Wird der Baukredit gutgeheissen, wird den beiden Gemeindeversammlungen Ende Jahr auch der Zusammenarbeitsvertrag vorgelegt.

(Zürcher Unterländer)

Erstellt: 12.06.2018, 15:13 Uhr

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