Otelfingen

Geplante Deponie löst Widerstand aus

Der Kanton Aargau plant eine neue Aushub­deponie und prüft einen Standort in Würenlos, unmittelbar an der Grenze zu Otelfingen. Dort regt sich bereits Widerstand.

Die Nachbarn kommen: In Otelfingen ist man nicht erfreut darüber, dass der Kanton Aargau in Würenlos, an der Grenze zu Otelfingen, eine Aushubdeponie bauen will.

Die Nachbarn kommen: In Otelfingen ist man nicht erfreut darüber, dass der Kanton Aargau in Würenlos, an der Grenze zu Otelfingen, eine Aushubdeponie bauen will. Bild: Screenshot Google Maps

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Im Schweizer Mittelland wird rege­ gebaut. Gerade in den Kantonen Zürich und Aargau entstehen derzeit Dutzende Grossüberbauungen. Dabei fallen erheb­liche Mengen an Aushubmaterial an, unverschmutzte Erde, die irgendwo deponiert werden muss. Wo dieses Material abgelagert werden kann, ist Aufgabe der Kantone.

Der Kanton Aargau weiss derzeit kaum mehr wohin mit dem Aushubmaterial und ist darum auf der Suche nach möglichen Standorten für eine neue Aushubdeponie. Ein möglicher Standort hat er in Würenlos gefunden, im Gebiet Steindler unmittelbar an der Kantonsgrenze zu Otelfingen. Hier bildet der Boden eine natürliche Senke, die landwirtschaftlich genutzt wird.

Das Projekt sieht vor, diese Senke mit Aushubmaterial aufzufüllen und darüber hinaus zu einem sanft ansteigenden Hügel aufzuschichten. Der Boden soll danach wieder landwirtschaftlich nutzbar sein. Die Grundeigentümer sind laut dem Würenloser Gemeindeammann Anton Möckel alle einverstanden.

Kurze Anfahrt als Vorteil

Der Vorteil des Standorts Steindler ist seine verkehrsgünstige Lage­ an der Hauptstrasse zwischen Wettingen und Otelfingen und seine Nähe zur Autobahn. Schliesslich sollen die Transportwege möglichst kurz sein. Doch der mögliche Mehrverkehr bringt zwei Otelfinger Landwirte in Rage­. Der ehemalige Nationalrat Ernst Schibli und Martin Schlatter wehren sich gegen das Projekt und haben gestern dem Otelfinger Gemeinderat eine Initia­tive «Nein zur geplanten Aushub­deponie Steindler/Teufermoos» eingereicht und fordern Unterstützung gegen das Projekt.

Sie befürchten weit über 20 000 Lastwagenbewegungen pro Jahr. «Die damit verbundenen Immissionen und Emissionen aller Art verunmöglichen ein qualitativ vernünftiges Leben und Wohnen», begründen sie die Initiative in einer Medienmitteilung.

Möckel bestätigt, dass Gespräche mit den beiden Initianten stattgefunden haben. «Wir wollen keinen Krieg zwischen Otelfingen und Würenlos», sagt er. «Doch auch Würenlos wächst stark und das Aushubmaterial bei Neubauten muss irgendwo deponiert werden.» Man könne das Material wohl nach Deutschland oder ins zürcherische Rafzerfeld fahren, doch das wäre ökologisch wenig sinnvoll.

«Ich verstehe die Befürchtungen der Lastwagenfahrten durch Otelfingen, kann aber nicht verstehen, warum Ernst Schibli und Martin Schlatter nicht den richtigen Zeitpunkt im ganzen Prozess abwarten mit ihrer Einwendung.» Denn der Standort Würenlos ist nicht sicher­, und das Verfahren gilt im Moment noch als vertraulich. «Würenlos ist denn auch nur ein möglicher Standort unter mehreren», sagt Möckel. Der Kanton sei mit dem Projekt an die Gemeinde gelangt, und Würenlos habe als mit Kiesgruben erfahrene Gemeinde Hand dafür geboten. «Die Planung liegt aber ganz beim Kanton.»

Jetzt läuft das Richtplanverfahren. Zunächst werden die Unterlagen von mehreren Stellen geprüft, danach wird der Kanton dazu Stellung nehmen. Das Projekt ist also noch ganz am Anfang ­– bis es spruchreif ist, vergehen noch ei­nige Jahre, wie Möckel betont. Die Finanzierung trägt der Kanton Aargau. Der Würenloser Gemein­deammann verspricht, die gesamte Furttaler Bevölkerung in einigen Wochen über das Projekt zu informieren. (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 05.09.2018, 09:24 Uhr

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