Freienstein-Teufen

Gesellschaft Züri-Rhy muss Schiff verkaufen

Wegen finanzieller Probleme ist eines von fünf Schiffen zum Verkauf ausgeschrieben.

An Bord des Hechts lässt sich gemütlich speisen, während aussen die malerischen Ufer des Rheins vorbeiziehen.

An Bord des Hechts lässt sich gemütlich speisen, während aussen die malerischen Ufer des Rheins vorbeiziehen. Bild: SZR

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So manche Hochzeits- oder Geburtstagsgesellschaft hat auf diesem Schiff schon gespeist und ist dabei gemütlich den Rhein hinauf- und hinunter getuckert. Nun steht das Motorschiff Hecht zum Verkauf ausgeschrieben. Die Schifffahrtsgesellschaft Züri-Rhy (SZR) will das für 30 bis 50 Personen geeignete Boot veräussern, weil es zu wenig häufig gebucht wird. Ein Grund dafür könnte sein, dass es über kein Aussendeck verfügt. Bei schönem Wetter können Gäste aber die Fenster öffnen.

«Wir geben den Hecht nicht gerne her», sagt Madeleine Frigerio, Verwaltungsrätin der SZR und selber Kapitänin. «Es ist mein Lieblingsschiff und urgemütlich.» An Bord des Schiffes mit Baujahr 1978 gibt es eine Küche und ein WC und es kann geheizt werden. Es sei in gutem Zustand und mit neuen Brandmeldern ausgestattet, sagt Frigerio. Der Verkaufspreis beträgt rund 300 000 Franken.

Bereits der zweite Verkauf

Doch was für eine Käuferschaft könnte an einem Ausflugsschiff Interesse haben? Madeleine Frigerio kann sich gut vorstellen, dass es jemand in ein Wohnboot umbauen und damit die Kanäle Europas erkunden wird. «In unserer Motorbootfahrschule haben wir immer wieder Fahrschülerinnen und Fahrschüler, die planen, im Rentenalter einige Jahre auf einem Wohnschiff zu leben.»

Derzeit ist die SZR im Besitz von fünf Schiffen. Der Rhystern und die Rhenus dienen als Kurs- und Eventschiffe für 100 und mehr Personen. Für geschlossene Gesellschaften stehen weiterhin der Neptun und der Flipper zur Verfügung, die aber über keine Küche und Toilette verfügen. Gäste können jedoch an Bord einen Apéro geniessen. Bereits vor ein paar Jahren hat die SRZ ein kleineres Schiff verkauft: Die Schwalbe ging nach Solothurn, von wo aus es die Aare hinauf- und hinunter fährt.

Weil die Kursschifffahrt defizitär ist, hat sich kürzlich der Verein Pro Züri Rhy gebildet, der die Schifffahrtsgesellschaft unterstützen will. Mitglieder sind neben 30 Privatpersonen und 5 Unternehmen die Gemeinden Freienstein-Teufen, Eglisau, Oberembrach, Bülach, Glattfelden und Flaach. Weitere Gemeinden haben bereits ihren Willen zum Beitritt bekundet. «Die Ufergemeinden sind am Erhalt des Angebots interessiert», sagt Frigerio. «Es handelt sich um ein Stück Kulturgut im Zürcher Unterland.» Und auch die Tourismus- und Standortförderungsorganisationen der Region seien der SZR wohlgesinnt.

Erstellt: 21.05.2019, 17:04 Uhr

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