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Glattalbahn testet neue Warnsignale

In einem wissenschaftlichen Pilotprojekt testet die Verkehrsbetriebe Glattal AG (VBG) an zwei Haltestellen ein neues Signal für Fussgänger. In einem zweiten Pilotversuch prüft der Kanton mit der VBG an vier Übergängen Drehlichter.

Die Test-Warnsignale sollen die Sicherheit erhöhen.
Die Test-Warnsignale sollen die Sicherheit erhöhen.
Leo Wyden

Unfälle mit der Glattalbahn haben abgenommen. Dennoch wird in den nächsten Monaten in zwei Pilotprojekten an zwei Haltestellen und vier Übergängen entlang der Glattalbahn getestet, ob mit neuen Warnelementen die Aufmerksamkeit der anderen Verkehrsteilnehmer weiter erhöht werden kann.So hat eine Glattbrugger Firma ein neuartiges LED-Warnsignal entwickelt. Die Warnung auf Augen­höhe soll – dies ist die Hoffnung der VBG – auch von jenen wahrgenommen werden, die in Eile die Fahrbahn überqueren. Die neuen Signale wurden Mitte September an den Glattalbahn-Haltestellen Glattbrugg-Lindberghplatz und Dübendorf-Ringwiesen installiert.

Der vom Bundesamt für Verkehr bewilligte Pilotversuch dauert eineinhalb Jahre und wird wis­sen­schaftlich begleitet. «Sollten die Erwartungen nicht erfüllt werden, entfernt die VBG die Signale wieder», teilt Glattalbahn-Sprecherin Katrin Piazza mit.

Warnmeldung «! Tram !»

Das LED-Warnsignal besteht aus einem länglichen Metallkasten aus Aluminium mit bruchsicherer Glasfront. Dieser Aufsatz wird einen Meter über Boden an die Vorderseite von bereits bestehenden Signalmasten montiert. Bereits beim Bau der Glattalbahn wurden solche Signalmasten installiert, an deren oberem ­Ende auf 2,5 Metern Höhe ein konventionelles Blinklicht vor dem einfahrenden Tram warnt.

Im Ruhezustand ist das neue Element unauffällig schwarz. Sobald sich ein Fahrzeug der Haltestelle nähert, schaltet sich der LED-Leuchtkörper ein, und der Schriftzug «! Tram !» blinkt hell und auf einen Blick erfassbar auf. Die Entwicklung des Signals inklusive Einholung der Bewilligungen dauerte neun Monate.

Verhalten wurde gefilmt

Der Versuch mit dem neuen Warn­signal wird wissenschaftlich von der Fachgruppe Verkehrs-, Sicherheits- und Umweltpsychologie an der Zürcher Hoch­schule für Angewandte Wis­sen­schaften (ZHAW) begleitet. Bereits vor der Ins­talla­tion wurden an drei Haltestellen Video­kameras installiert, mit denen das Verhalten von Wartenden aufgezeichnet wurde.

Ebenso wie vor der Installation werden in einer zweiten Phase wieder­um Befragungen von Nutzern der Haltestellen durch­geführt. Erste Auswertungen wer­den ungefähr Anfang November vorliegen.

Drehlichter an Übergängen

Neben den Haltestellen gibt es entlang der Glattalbahn weitere Übergänge und Kreuzungen, an denen Verkehrsteilnehmende die Schienen überqueren müssen. An einigen dieser Stellen wurden in den letzten Jahren zusätzliche Schrankenanlagen installiert. Um Konfliktsituationen zu entschärfen, wurden zudem die Geschwindigkeiten der Glattalbahn teilweise präventiv reduziert.

Der Kanton Zürich testet nun an vier Stellen, ob auch zu den beste­henden Lichtsignalanlagen noch zusätzliche Drehlichter die Aufmerksamkeit der Verkehrsteilnehmer weiter erhöhen können. Mitte Oktober werden dazu an der Kreuzung Zürich-/Hochbordstrasse in Dübendorf, an der Kreuzung Neugut-/Seiden­strasse in Wallisellen sowie an der Thurgauerstrasse in Opfikon-Glattbrugg beim Fussgängerübergang auf der Höhe Alpenstrasse und beim Fussgängerübergang / U-Turn Höhe Chavez-Allee Drehlichter an die beste­hen­den Lichtsignalanlagen mon­tiert.

Es handelt sich dabei um eine Variante des Signals «Einfaches Blinklicht» und bedeutet «Halt vor dem Bahnübergang». Das Drehlicht schaltet sich zusätzlich zum «Rot» der Licht­signal­anlage ein, sobald sich die Glattalbahn nähert. Der Versuch läuft vorerst ein Jahr und wird von Fachleuten des Kantons begleitet.

red

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