Dietlikon

Glocke bleibt frühmorgens stumm

Die Katholische Kirchgemeindeversammlung Wallisellen hat dem Baukredit für einen Glockenturm in Dietlikon zugestimmt. Auf das Läuten frühmorgens wird verzichtet.

So soll der geplante Glockenturm in Dietlikon aussehen. Geplant ist, dass er 2020 eingeweiht werden kann.

So soll der geplante Glockenturm in Dietlikon aussehen. Geplant ist, dass er 2020 eingeweiht werden kann. Bild: Visualisierung: PD

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Seit letztem Herbst gibt der geplante neue Glockenturm für die katholische Kirche in Dietlikon zu reden. Nicht speziell der Turm an sich führte zu grossen Diskussionen, wohl aber das geplante Glockengeläute.

Unruhe wegen Glocken

Zur Kirchgemeinde Wallisellen gehören die Pfarreien St. Antonius in Wallisellen und St. Michael in Dietlikon, zuständig auch für Wangen-Brüttisellen. 50 Jahre nach der Grundsteinlegung der Kirche möchte die Pfarrei St. Michael ihren Kirchenbau vollenden. Denn bereits in der ursprünglichen Baueingabe war ein Glockenturm vorgesehen. Die Pfarrei möchte bei Gottesdiensten und Anlässen sowie im Alltag nicht mehr auf die Glocken der reformierten Kirche angewiesen sein.

Im Herbst vergangenen Jahres wurden die Anwohner und die Kirchenmitglieder über das Anliegen und das Projekt informiert. Eine Gruppe von Anwohnern hatte Rekurs gegen die Pläne angekündigt. Nachdem aber der Planungskredit im Herbst von der Kirchgemeinde gutgeheissen wurde, ist jetzt die Baubewilligung bereits eingereicht und in einem ersten Schritt auch bewilligt worden. Jetzt geht es jetzt in die nächste Phase.

An der Versammlung musste über den Baukredit von knapp 1 Million Franken abgestimmt werden. Schon vor der Abstimmung äusserte sich Hanspeter Kündig, Präsident der Kirchenpflege zum ausserordentlichen Traktandum und nahm damit den Gegnern des Projektes den Wind aus den Segeln: Der Kirchenpflege und der Pfarreibeauftragte von St. Michael haben vorgängig zur Versammlung beschlossen, auf das tägliche Läuten der Glocken um 7 Uhr morgens zu verzichten.

Eigentlich war das Läutreglement bereits verabschiedet worden und innerhalb des Baubewilligungsverfahrens auch schon genehmigt. «Wir möchten unseren Kritikern entgegen kommen und die guten Beziehungen in Dietlikon nicht gefährden. Es wäre schade darum. Deshalb beharren wir nicht auf unserem Recht, sondern verzichten freiwillig auf das Morgengeläute um 7 Uhr früh», erläutert Kündig.

Keine Urnenabstimmung

Unter den 75 stimmberechtigten Kirchenmitgliedern war auch Kurt Schreiber, alt Gemeindepräsident von Dietlikon und direkter Anwohner der katholischen Kirche. Er hatte bereits vor der Versammlung wegen den Diskussionen um das Glockengeläute das Gespräch mit Pfarreileiter Reto Häfliger und Kirchenpflegepräsident Hanspeter Kündig gesucht. «Ich bin froh, konnten wir aufeinander zugehen und die Kirchgemeinde verzichtet auf das Läuten frühmorgens. Man kann sich in der heutigen Zeit nicht mehr auf Traditionen berufen, wenn zuerst die Wohnungen und Häuser da waren und der Glockenturm erst nachher kommt», meint Schreiber. Er hätte sonst einen Antrag an der Versammlung eingebracht, das Läuten um 7 Uhr zu unterlassen.

Sein Wunsch wäre eigentlich auch ein Verzicht auf das 11 Uhr-Läuten gewesen. Hanspeter Kündig macht aber deutlich: «Wir stehen zu unserem Wort und werden jetzt nicht einfach wieder etwas daran ändern. Wir haben uns darauf geeinigt und dabei bleibt es auch». Ein Votant wollte mit dem Verweis auf die kleine Vertretung der effektiven Stimmberechtigten an der Versammlung eine Urnenabstimmung über den Baukredit erreichen. Dieser Ordnungsantrag wurde aber abgelehnt.

Die übrigen Geschäfte wie Berichte und Budget wurden alle wie vorgeschlagen angenommen. Die Mitglieder der Kirchenpflege, der Rechnungsprüfungskommission und die Pfarreileiter wurden in ihren Ämtern bestätigt. Einzig bei der RPK gab es eine Veränderung: Claude Dougoud, Präsident der RPK, ist zurückgetreten. Als Ersatz wurde Markus Roth gewählt, neuer Präsident ist Philippe Hechenberger.

(Zürcher Unterländer)

Erstellt: 16.05.2018, 17:33 Uhr

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