Stadel

Grosse Ehre für Winzer Brechbühl

Der Winzer Hans-Ulrich Brechbühl ist für seinen Pinot-noir-Wein Stadel Reserve mit der Silbermedaille des inter­natio­nalen Weinwettbewerbs Mondial des Pinots aus­gezeichnet worden. Und der Schleiniker ist mächtig stolz darauf.

Hans-Ulrich Brechbühl (links), seine Frau Anna mit dem Preisträgerwein und Winzerkollege Hans Huber im Stadler Rebberg.

Hans-Ulrich Brechbühl (links), seine Frau Anna mit dem Preisträgerwein und Winzerkollege Hans Huber im Stadler Rebberg. Bild: Leo Wyden

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Am Mondial des Pinots, der einzigen Weltmeisterschaft für Pinot-Weine, nehmen jedes Jahr Winzer aus 25 Ländern teil. Zugelassen sind total 1200 Weine, die von einer internationalen Degustationskommission bewertet werden. «Die Degustation der Weine erfolgt blind. Die Experten wissen also beim Testen nicht, von wem die Weine stammen», erklärt Brechbühl.

Aufkleber für Flaschen

Dieses Jahr ereilte den Schleiniker Winzer die grosse Ehre und Anerkennung: Seinen Stadel Reserve­ des Jahrgangs 2014 zeichneten die Weinexperten mit der Silbermedaille aus. Vor drei Tagen erhielt er den freudigen Bescheid­. «Meine Frau Anna, die ebenso viel zum Erfolg beigetragen hat, und ich sind sehr stolz auf diese Auszeichnung. Die gibt es nicht einfach so», sagt Brechbühl strahlend.

Nebst der Auszeichnung, die ihm noch zugestellt wird, erhält der Winzer Aufkleber, die auf die Prämierung hinweisen, für die 1470 Flaschen Stadel Reserve 2014. Der grösste Teil seines Weines geht an das Restaurant Zunfthaus zur Waag in Zürich. Erhältlich seien seine edlen Tropfen auch im Stadler Volg.

Als Hans-Ulrich Brech­bühl drei dieser Flaschen vergangenen Mai an die Wettbewerbszentrale in der Westschweiz schickte, hatte er keine grossen Erwartungen. «Ein Freund hatte mich aufgefordert, am Mondial teilzunehmen. Er fand, man könne diesen Wein trinken», sagt der Schleiniker mit einem verschmitzten Lächeln­. Ein Pinot-noir-Wein, der von den Gebrüdern Wetzel – «absolute Topspezialisten» – in Ennetbaden gekeltert wurde. Ein Jahr lang ruhte der genussreiche Tropfen in Eichenfässern, bevor er in Flaschen abgefüllt wurde.

Niemand war interessiert

Der landwirtschaftliche Berater Hans-Ulrich Brech­bühl winzert seit rund 40 Jahren. Inzwischen ist sein Hobby zu einem Teilberuf geworden. «Etwa 30 Prozent meiner Zeit investiere ich in meinen Weinbau», sagt der Schleiniker. Seinen Rebberg am Hall­wiler­see bewirtschaftet er jedoch nicht mehr selber. Umso mehr Herzblut investiert er in seinen 1,2 Hektaren grossen Weinberg am Stadler Chofel.

Den grössten Teil der Stadler Anlage mit dem schmucken Rebhäuschen konnte er vor 15 Jahren erwerben. «Es war lange zum Verkauf ausgeschrieben, doch niemand wollte die Anlage. Schliesslich habe ich dann halt den Rebberg gekauft», sagt der Winzer. Und er ist heute heilfroh darüber, denn wenn er von seinem Rebberg spricht, kommt er ins Schwärmen.

Warme Böden, gutes Aroma

In früheren Zeiten galten die Weinprodukte aus Stadel als eher minderwertig. Dies auch deshalb, weil auf Quantität statt auf Qualität hingearbeitet wurde. Heute werden nur noch 600 bis 700 Gramm Trauben pro Quadrat­meter geerntet. 1 Kilogramm Trau­ben ergebe eine 7,5-Dezi­liter-Flasche Wein.

Der Südosthang am Chofel liegt auf einer Endmoräne des Linth-/Rheingletschers, der in prähistorischer Zeit das Gebiet bedeckte. «Der Rebberg wurde von früher her für den Weinbau total unterschätzt. Dabei handelt es sich um eine Superlage und extrem warme Böden, die dem Wein viel mehr Aroma geben als am Hallwilersee», erklärt Brechbühl, während er mit dem Refraktometer die Oechslegrade der Trau­bensorte Solaris misst. «Zwischen 105 und 110 Grad Oechsle», sagt er. Die Riesling-Trauben, die an diesem Tag ebenfalls geerntet werden, weisen gut 80 Grad Oechsle auf. Brechbühl ist zufrieden.

Die Pinot-noir-Trauben lässt er noch etwa einen Monat lang am Stock reifen, bevor er sie erntet. «Dort will ich mindestens 100 Grad Oechsle erreichen», sagt der Winzer aus Schleinikon.

«Fans des Weinbaus»

Er bewirtschafte seine Rebstöcke in konventioneller Form, aber nach neuen Methoden, erklärt Brech­bühl. Er verzichte aber fast gänzlich auf den Einsatz von Kupfer als Fungizid. «Das ist Gift für den Menschen, das will ich nicht in meinem Wein.» Er spritze nur pflanzliche Produkte.

In der Wümmet arbeitet auch seine Frau Anna mit. «Sie ist massiv mitbeteiligt. Wir sind halt schon Fans des Weinbaus», betont der Schleiniker. Auch die Zusammenarbeit mit dem Stadler Hans Huber, dem ehemaligen Zürcher Stadtpolizisten, sei vorbildlich. «Wir helfen einander gegenseitig.» Huber hegt und pflegt ebenfalls einige Reihen Rebstöcke am Stadler Chofel. «Ich mache das aber nur für den Eigenbedarf», sagt Huber, der seinen Wein Winzerfreude nennt.

(Zürcher Unterländer)

Erstellt: 05.09.2018, 20:29 Uhr

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