Rafz

Hagelkürbisse im Verkauf statt im Kompost

Die Hagelnacht des 1. August hat auf dem Spargelhof in Rafz tonnenweise Kürbisse vernichtet. Tausende weitere Kürbisse erlitten äusserliche Schäden. Diese werden trotzdem verkauft – auch um ein Zeichen zu setzen.

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Aufgrund der Witterungsverhältnisse zeichnete sich Ende Juli eine nahezu perfekte Kürbissaison ab. Doch dann kam am Nationalfeiertag die verheerende Hagelnacht, die auf den Rafzerfelder Äckern alles kurz und klein schlug. Über 250 Tonnen Kürbisse blieben auf über 10 Hektaren Ackerland (Fläche von 14 Fussballfeldern) total zerstört zurück.

Diese werden als Dünger in den Boden eingearbeitet. Auf weiteren 10 Hektaren überlebten die meisten Kürbisse die Hagelnacht, trugen jedoch grössere oder kleinere Schrammen davon. Die ersten Schadenschätzungen Anfang August hätten bei genauerer Prüfung später nach oben korrigiert werden müssen, sagte Raphael Peterhans, der seit Anfang Jahr den Rafzer Betrieb leitet, der zur Jucker Farm AG gehört.

Gemüse muss nicht immer perfekt sein

«Zugegeben, in normalen Jahren würden solche Kürbisse bei uns eher nicht in den Verkauf gelangen. Und schon gar nicht bei unseren Grossverteiler-Kunden», teilte die Medienstelle von Jucker Farm mit. Doch diesmal sei es anders, die Menge angeknackter Kürbisse sei einfach zu gross, um unverwertet liegen gelassen zu werden.

«Damit wollen wir auch ein Zeichen setzen gegen die Nahrungsmittelverschwendung und gegen den Trend, dass Gemüse immer perfekt aussehen und die Normgrösse aufweisen muss», sagte auf Anfrage Nadine Gloor, Mediensprecherin der Unternehmens. Und Betriebsleiter Peterhans ergänzte: «Es ist halt so, dass Kunden das kaufen, was ihnen am besten gefällt. Da nehme ich mich nicht aus. Also müssen wir dem Lebensmittelhandel die Qualität liefern, die verkauft werden kann», führte der Landwirt und studierte Agronom aus.

«Hagelsack» in Seegräben und Jona

Die lädiertesten Kürbisse werden jedoch nicht am Produktionsort in Rafz verkauft, sondern auf zwei weiteren Betrieben der Jucker Farm AG in Seegräben und Jona. Dort werden in den Hofläden sogenannte «Hagelsäcke» angeboten, die vom Kunden nach Belieben mit Kürbissen gefüllt und zu einem vergünstigten Pauschalpreis gekauft werden können.

Auch wenn sie ramponiert aussehen –, innen seien die Hagelkürbisse einwandfrei und ebenso haltbar, wie unbeschädigte, teilte Gloor mit. Schliesslich komme es ja auf «die inneren Werte» an.

Die Befürchtung, die grossen Kürbis-Ausstellungen in Seegräben und Jona, die jedes Jahr Tausende anlocken, könnten eventuell dem Hagel zum Opfer fallen, hat sich nicht bewahrheitet. Nach dem Start am 1. September habe man sogar einen Besucherrekord verzeichnen können, teilte Nadine Gloor mit.

50 Angestellte auf dem Spargelhof

Der Rafzer Spargelhof produziert auf rund 70 Hektaren Spargeln und weiteres Gemüse sowie Beeren. Kürbisse werden auf rund 50 Hektaren angepflanzt. In der Hauptsaison finden 50 Angestellte eine Beschäftigung auf dem Spargelhof – je hälftig Frauen und Männer. Die Produkte werden an Coop, Migros, Spar und Volg verkauft. Abnehmer sind zudem einige Restaurants und die Privatkundschaft in den eigenen Hofläden. (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 07.09.2017, 17:36 Uhr

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