Regensdorf

Happy End für ein Stück Schweizer Raumfahrtgeschichte

Verzweifelt suchte Guido Schwarz nach einem Lager für den Prototypen eines Raumfrachters. Nun hat er eine Lösung gefunden und ist der Realisierung seines Museum-Traums einen Schritt näher.

Für die Fahrt von Zürich-Seebach nach Bern wurde das Raumfahrtobjekt am Donnerstagmittag auf den Sattelschlepper verladen.
Video: Johanna Bossart/mcp

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Als das Schweizer Raumfahrtunternehmen Ruag Space vor einigen Monaten Guido Schwarz kontaktierte und ihm den Prototypen eines Raumfrachters für seine Sammlung offerierte, konnte er nicht Nein sagen. Schliesslich ging es um ein Stück Raumfahrtgeschichte, das für immer zu verschwinden drohte. «Zu diesem Zeitpunkt hatten wir keine Ahnung, wo wir das Objekt lagern oder ausstellen könnten», sagt der Regensdorfer. Als Problem an dem Geschenk stellte sich nämlich dessen Grösse heraus: Mit einem Durchmesser von 5 Metern und einer Länge von 7 Metern ist es nicht gerade handlich. Im ZU und im «10vor10» suchte Schwarz deshalb nach einer Lagermöglichkeit.

Neubau von Star-Architekt

«Wir haben sehr viele Rückmeldungen erhalten», erzählt Schwarz. Als besonders vielversprechend stellte sich die Kontaktaufnahme der Stiftung Sternwarte Uecht aus der Region Bern heraus. Die Stiftung plant mit Star-Architekt Mario Botta an ihrer Seite den Bau eines Observatoriums – ein Zentrum für Astronomie, Weltraumwissenschaft und Klimaveränderung. «Die Idee ist es, den Raumfrachter in die Aussengestaltung des Neubaus einzubeziehen», weiss Schwarz. Bis der Bau in zwei bis drei Jahren fertig sein wird, kann das Weltraum-Objekt bei einem benachbarten Landwirt in einer Scheune zwischenlagern. «Dort wird es in einem Dornröschenschlaf darauf warten, bis es einem grossen Publikum zugänglich gemacht werden kann.»

Platz für weitere Objekte?

In der Nacht auf Freitag wird das riesige Objekt mit einem Spezialsattelschlepper vom Ruag-Lager in Zürich-Seebach nach Bern transportiert. «Der erste Schritt ist nun getan. Wie der Rest weitergeht, werden wir sehen», sagt der Regensdorfer zuversichlich. Als Gründer des Swiss-Space-Museums spricht er damit seinen grossen Traum an, eines Tages den Weltraum auf die Erde zu holen und in einem Museum den Besuchern die Geschichte der Raumfahrt zugänglich zu machen. Vergeblich hat er bis jetzt nach einer Halle für die rund 2000 Objekte gesucht, die er in den letzten Jahren gesammelt hat. Momentan werden sie alle noch in mehreren Lagerräumen im Raum Regensdorf aufbewahrt. Zurzeit laufen aber Gespräche, ob er im geplanten Observatorium dereinst auch andere Objekte seiner Sammlung ausstellen kann.

«Die Rettung war ein Muss»

Priorität hatte in den letzten Wochen und Monaten aber die Rettung des Raumfrachters. Nachdem diese nun Tatsache ist, kann Guido Schwarz endlich aufatmen. Lange hätte die Ruag Space das grosse Objekt nämlich nicht mehr bei sich in Zürich-Seebach lagern können. Gebaut hatte sie es als Prototyp für die fünf europäischen Raumfrachter, die die Internationale Raumstation ISS zwischen 2008 und 2014 mit Lebensmitteln und Treibstoff versorgt hatten. «Für mich war es ein absolutes Muss, ein Objekt mit einer solchen Geschichte zu retten», sagt Schwarz dazu.

Erstellt: 11.04.2019, 16:54 Uhr

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