«Heja» Kloten – private Sporthalle ist fertig

Kloten hat eine zweite Dreifachsporthalle. Das bemerkenswerte an diesem 5 Millionen Franken teuren Projekt: Es ist nur dank einem starken privaten Engagement entstanden.

Die neue Dreifachhalle ist komplett aus Holz. Das schafft ein gemütliches Ambiente und verströmt einen angenehmen Duft.

Die neue Dreifachhalle ist komplett aus Holz. Das schafft ein gemütliches Ambiente und verströmt einen angenehmen Duft.

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Ab sofort verfügt Kloten über zwei Dreifachsporthallen auf top Niveau. Nebst der städtischen Ruebisbachhalle steht neuerdings auch am Stighag eine moderne Halle mit grossen Spielfeldmassen. «Es ist mir schon eine Last abgefallen», sagt Bruno Heinzelmann, einer der drei Hauptinitianten, zur Fertigstellung dieses ungewöhnlichen Baus am gestrigen Tag der Einweihungsfeier mit geladenen Gästen am Abend.

Am Mittag steht er noch mit Heinz Eberhard auf dem Dach der neuen Halle. Mitinitiant Eberhard strahlt besonders, als er den Namenszug der neuen Halle enthüllt – «Heja». Das ist nicht nur ein schwedischer Anfeuerungsruf analog zum schweizerischen «hopp», sondern steht auch für das Paar Heinz und Jacqueline, das wesentlich am Bau und der Finanzierung dieses Projektes beteiligt waren.

«Heja», steht aber auch für «los gehts», erklären die beiden auf einem Rundgang mit Medienvertretern durch die neue Klotener Vorzeigehalle. Sie steht direkt in der Anflugschneise, kaum 1000 Meter vom Anfang der Piste 28 entfernt. Und los gehts nun wirklich. Die Halle wird das neue Zuhause der Jets sein.

Inspiration dank Jursinow

Endlich sei sein Traum von einer zusätzlichen, einfachen Sportstätte für Kloten in Erfüllung gegangen, erzählt Heinzelmann. Die schmucke Box unmittelbar neben der Fussballanlage Stighag schafft mehr Spielkapazitäten – vor allem für den Unihockeysport. Dieser ist bis heute stark von Schweden geprägt, was auch einen Link ergibt zum neuen Namen der Halle.

Alt-Stapi Heinzelmann ist seit Jahren eng verbunden mit dem Unihockey. War er es doch, der das attraktive Eintagesformat der «Superfinals» anstelle von langen Finalserien zum jeweiligen Höhepunkt der Meisterschaft nach Kloten geholt hatte. Diese zwei alles entscheidenden Finalspiele der Frauen und Männer finden weiterhin in der Flughafenstadt statt, aber in der Swiss Arena am Schluefweg. Allerdings herrscht in der selbsternannten Sportstadt seit vielen Jahren Hallenknappheit. Und am Schluefweg hat Unihockey – ausser an den besagten Finalspielen einmal im Jahr – nichts zu suchen. So musste eine Lösung her.

Heinzelmann hatte schon seit geraumer Zeit eine Vision. Zusammen mit dem damals amtierenden EHC-Kloten Kulttrainer Vladimir Jursinow habe er in Finnland einst etliche Sportstätten besichtigt. «Da habe ich gesehen, worauf es im Grunde ankommt bei der Sportinfrastruktur: Im Mittelpunkt steht immer das Spielfeld.» Er hatte erkannt, dass als Grundlage eine simple Spielstätte fürs Erste völlig reicht, selbst wenn deren Erscheinung in den Augen eines Schweizer Bauprofis spartanisch anmutet.

Es geht unter 10 Millionen

Die Idee daheim mehr Kapazitäten für Hallensportarten zu schaffen liess ihn nicht los. Zusammen mit Heinz Eberhard, dem bekannten Boss des wohl grössten nicht-Flughafenunternehmens in Kloten hatte er immer wieder an der Idee herumstudiert, wie es wohl möglich wäre eine private Halle zu bauen. Eberhard, der selbst einmal Präsident des Unihockeyclubs Kloten-Bülach Jets war, reizte diese Vorstellung und mit dem dritten im Bunde, dem amtierenden Jets-Präsident Rolf Nussbaumer, war ein engagiertes Klotener Trio beisammen, das die Idee einer neuen Sporthalle für Kloten nicht mehr los liess.

Eberhard, der mit seinem Enkel Fabio etwas im Hintergrund durch die nun fertige Halle schreitet, findet: «Für mich war es auch eine Motivation der öffentlichen Hand aufzuzeigen, dass eine Dreifachhalle auch für unter zehn Millionen zu haben ist.» Dabei lacht er verschmitzt, hegt aber offenkundig keinen Groll gegen irgendwelche Behörden oder Politiker. Schliesslich sass auch er einst im Stadtparlament und weiss wie kompliziert Politik sein kann.

Fünf Millionen hat die komplett private erstellte Halle gekostet. Die Stadt Kloten hat ein verzinsliches Darlehen von 1,75 Millionen Franken beigesteuert. Steuergeld ist aber keines geflossen. Ausserdem steht die Halle im Baurecht auf Boden der Stadt Kloten. Der Vertrag läuft über 50 Jahre mit zwei Verlängerungsoptionen.

Eine gemeinnützige Stiftung ist für den Betrieb und das wirtschaftliche Fortbestehen der Anlage besorgt. Sie gilt als Vorzeigeobjekt und wird künftig auch jeden Freitag vom Unihockeyverband für Trainings und Zusammenzüge verschiedener Auswahlteams und Nationalmannschaften genutzt werden.

Tag der offenen Tür: Samstag 15. Juni 2019 ab 12 Uhr Festbetrieb in der neuen Heja-Halle am Stighag in Kloten. Mit Torwandschiessen, Speed-Contest und Ehrung der Schweizermeisterinnen NLA (17 Uhr). U23-Nati vs. Jets Herren 1 (17.15 Uhr). Revanche Superfinal Piranha Chur vs. Jets Damen NLA (19 Uhr). Danach Partytime mit Barbetrieb.

Erstellt: 14.06.2019, 19:31 Uhr

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