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Der erste der neuen Brasilianer ist da

Helvetic Airways hat gestern ihr erstes Flugzeug des Typs Embraer E190-E2 eingeweiht. Mit der Flottenerneuerung will sich die Airline als regionale Fluggesellschaft für den Wet-Lease-Markt der Zukunft rüsten.

Etwas mehr als 100 Sitzplätz: Die Embraer E190-E2, der neue Helvetic-Jet
Etwas mehr als 100 Sitzplätz: Die Embraer E190-E2, der neue Helvetic-Jet
PD

W1919G. Hinter diesem Code versteckt sich der entscheidende Vorteil, den sich die Helvetic Airways von ihren brandneuen Embraer E190-E2 erhofft: dessen neues Triebwerk aus dem Hause Pratt & Whitney. Es soll gemäss Werksangaben 17,3 Prozent weniger Treibstoff verbrauchen als sein Vorgängermodell. Gestern ist das erste von zwölf bestellten Flugzeugen (mit Option auf zwölf weitere) des Typs Embraer E190-E2 im Hangar in Kloten feierlich eingeweiht worden. Die Flügelspannweite ist um 4 Meter länger, und insgesamt sei alles leiser, so versprechen Hersteller und Airline. Listenpreis pro Flugzeug: 62,9 Millionen US-Dollar. Was Helvetic tatsächlich bezahlt hat, wird nicht kommuniziert.

Neben Helvetic-Inhaber und Investor Martin Ebner, Helvetic-CEO Tobias Pogorevc und Vertretern der Firma Embraer selbst haben zahlreiche Wirtschafts-, Branchen- und Medienvertreter am gestrigen Anlass teilgenommen. Sogar der brasilianische Botschafter Evandro Didonet liess es sich nicht nehmen, der Helvetic für ihr Vertrauen in dieses «Juwel der brasilianischen Wirtschaft» zu danken.

Eine regionale Zukunft

Dass auch Thomas Klühr, der CEO der Swiss, vor Ort war, kommt nicht von ungefähr: Wenn HB-AZA heute Vormittag zum ersten kommerziellen Flug nach Bremen abhebt, geschieht das als Swiss-Flug LX 850. Aktuell werden 95 Prozent aller Flüge der Helvetic im Auftrag der Swiss durchgeführt; 17000 waren es im Jahr 2018.

«Die grossen Airlines in Europa werden sich auf die Mittel- und Langstrecke spezialisieren und das Feld der Kurzstrecke den Regionalfluggesellschaften überlassen.»

Tobias Pogorevc, CEO Helvetic Airways

In diesem Wet-Lease-Modell, also dem Vermieten von Flugzeugen samt Besatzung an eine andere Airline, sieht CEO Pogorevc auch die Zukunft der Helvetic. «Die grossen Airlines in Europa werden sich auf die Mittel- und Langstrecke spezialisieren und das Feld der Kurzstrecke den Regionalfluggesellschaften überlassen», sagte er am Rande der Veranstaltung. Verbindungen, auf denen sich etwa der Einsatz von grösserem Fluggerät aufgrund der Nachfrage nicht lohnt. «Die USA sind uns zehn Jahre voraus. Dort bestreiten die Regional-Carrier 45 Prozent aller Verbindungen, alle im Wet-Lease-Verhältnis.» Als eine starke Regio-Airline wolle er jetzt auch die Helvetic positionieren; dabei halte man auch Ausschau nach anderen Kunden, für die man Strecken bedienen könnte. «Als Verkaufsargument haben wir eine moderne Flotte, eine finanziell solide Grundlage und gut ausgebildetes Personal, das mehrere Sprachen spricht.»

Besatzungen gesucht

Auf der Website der Helvetic gibt es mit Kittilä in Finnland eine einzige Destination, die man buchen kann. Dafür wird für den Job über den Wolken heftig die Werbetrommel gerührt. Denn für den Flottenausbau braucht es vor allem Piloten und Flight-Attendants; so soll die Gesamtbelegschaft bis im Sommer 2020 laut Pogorevc von aktuell 448 auf 560 Personen anwachsen.

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