Kloten

Herausforderer bleibt chancenlos

Die Klotener Stadt­regierung bleibt unverändert zusammengesetzt. Der einzige Herausforderer wurde klar Letzter. Im Stadtparlament kommt es hingegen zu einer Sitzverschiebung nach links. Grosse Verliererin ist die SVP.

In Kloten brilliert die SVP im Stadtrat - verliert aber Boden im Parlament.

In Kloten brilliert die SVP im Stadtrat - verliert aber Boden im Parlament. Bild: mcp

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Für das Glanzresultat des Tages sorgte der bisherige Klotener Stadtpräsident René Huber (SVP). Unter allen wiedergewählten Bisherigen schwingt er obenaus. So ist Huber mit dem besten Resultat wiedergewählt worden. Er erhielt 1560 Stimmen und lässt somit den an zweiter Stelle liegenden Mark Wisskirchen (EVP) mit 1394 Stimmen schon deutlich hinter sich.

Mit seinem Abschneiden auf dem dritten Platz erreicht auch der zweite SVP-Kandidat Kurt Hottinger mit 1369 Stimmen einen Spitzenplatz. Es folgen Regula Kaeser-Stöckli (Grüne) mit 1355 Stimmen, Gaby Kuratli (CVP) mit 1333 Stimmen und Priska Seiler Graf (SP) mit 1327 Stimmen. Auf dem siebten und somit letzten noch freien Stadtratssitz komplettiert Roger Isler (FDP) mit 1183 Stimmen die Klotener Regierung. Die Wahlbeteiligung für die Stadtratswahlen lag in der Flughafenstadt indes bei enttäuschenden 22,35 Prozent.

Resultate der Klotener Stadtratswahlen (Quelle: Stadt Kloten, Grafik ak)

Nicht gewählt worden ist der einzige offiziell zur Wahl angetretene Remo Zysset (parteilos). Er erreichte zwar mit 822 Stimmen das absolute Mehr und wäre somit eigentlich gewählt gewesen. Aber Zysset scheidet dennoch mit einem deutlichen Abstand auf den siebten Stadtratssitz als Überzähliger aus. Letztlich haben ihm zwar 361 Stimmen gefehlt, dennoch ist er zufrieden mit seinem Resultat. «Ich werde weiterhin interessiert auf die Klotener Stadtpolitik schauen und vielleicht bei anderer Gelegenheit erneut kandidieren», meinte er. Im Stadthaus zollte man dem bislang politisch völlig unbekannten Kandidaten viel Respekt und so durfte Zysset auch einige Gratulationen der arrivierten Politgilde entgegennehmen.

Im Stadtparlament verliert die SVP am meisten Sitze

Im Schatten ihres so erfolgreich wiedergewählten Stadtratsduos verliert die SVP jedoch bei den Parlamentswahlen deutlich an Boden. Als bislang stärkste Partei hatte sie zusammen mit der EDU 13 von 32 Sitzen inne und war zahlenmässig grösste Fraktion im Klotener Gemeinderat. Die EDU hatte sich nun aber schon vor den Wahlen aus dem Parlament verabschiedet. Ihren einzigen Sitz musste sie mangels Kandidaten kampflos aufgeben. Derweil trat die SVP mit einer gut gefüllten Liste an und muss nun dennoch eine herbe Niederlage einstecken.

Von den zuletzt gehaltenen zwölf Sitzen verliert sie zwei und hat neu noch zehn Mandate. Rechnet man den einzelnen Sitz des parteilosen Roger Fromm mit ein, hat die SVP bei den gestrigen Wahlen gar drei Sitze verloren. Denn Fromm war im Laufe der letzten Legislatur auf einem SVP-Sitz als Ersatzkandidat in den Gemeinderat nachgerutscht, aber in der Zwischenzeit aus der SVP ausgetreten.

Sitzverteilung im Klotener Gemeinderat (Quelle: Stadt Kloten, Grafik ak)

Ebenfalls zu den Verlierern gehört die Klotener CVP, die künftig noch mit zwei statt drei Sitzen im Rat vertreten sein wird. Dennoch wurde niemand, weder von der SVP noch der CVP, abgewählt, da die Sitzverluste mit Rücktritten einhergehen.

Bemerkenswert ist, dass alle verbleibenden fünf Parteien im Kontrast zu den beiden vorher genannten Sitzgewinne verzeichnen konnten. So verschiebt sich das ganze politische Gefüge in Kloten etwas hin in Richtung Mitte-links. Denn nebst der FDP, die bereits vor vier Jahren einen Sitz zulegen konnte und dies jetzt erneut schaffte (neu 5 statt 4 Sitze), haben auch die Grünliberalen, die EVP und die Grünen je einen Sitz gewonnen und kommen allesamt auf drei Vertreter im Rat. Die SP als zweitgrösste Partei hat ebenfalls einen Sitz hinzugewonnen und darf neuerdings 6 Gemeinderäte stellen.

Hatten die beiden rechtsbürgerlichen Fraktionen der SVP/EDU sowie der FDP zusammen 17 Vertreter im Stadtparlament und somit die absolute Mehrheit, so ist diese besonders in Finanzfragen oft gesehene Allianz nun aufgebrochen worden durch den Erfolg der anderen Parteien.

Künftig dürften gerade Budgetdebatten somit wieder interessanter werden, weil für eine Mehrheit neue Allianzen nötig werden und die bislang oft chancenlosen Kleinparten allesamt etwas mehr Machtanteile bekommen haben.

Neue Gesichter mit bekannten Namen

Ein Blick auf die Parteilisten zeigt insgesamt acht neue Namen. Bei der SVP sind es Sandra Eberhard-Hermoso, die als ehemalige Schulpflegerin kandidierte und nun auf Anhieb an siebter Stelle innerhalb ihrer zehnköpfigen Fraktion gewählt wurde. Sie ist die Schwiegertochter von Ex-Stadtrat Max Eberhard. Neben ihr ist auch der Jung-SVPler Marco Brunner frisch in den Gemeinderat gewählt worden.

Bei der SP ist es mit dem 21-jährigen Philipp Graf der Sohn von Stadträtin Priska Seiler Graf, der seinen familiären Vorbildern in die Politik folgt. Schon sein Grossvater Peter Seiler war einst Stadtrat. Zudem hat es auch Anita Egg für die SP neu ins Parlament geschafft. Die Freisinnigen können als neuen Vertreter Andreas Keller stellen, während bei der EVP der 21-jährige Tim Häfliger Einsitz nehmen wird. Die Grünen stellen neu Ektoras Dokos und die Grünliberalen Marc Tuor. Dieser ist allerdings auch als Schulpfleger gewählt und muss sich noch entscheiden, welches Amt er annehmen will.

(Zürcher Unterländer)

Erstellt: 16.04.2018, 10:43 Uhr

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