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Das Rafzerfeld diskutiert eine mögliche Fusion

Vor der Abstimmung am 9. Februar treffen sich am Mittwoch Initianten, Gemeinderäte und Bevölkerung zur Diskussion über einen möglichen Zusammenschluss der Gemeinden Wil, Wasterkingen und Hüntwangen.

Das Rafzerfeld diskutiert heute Abend über die Idee einer Fusion.
Das Rafzerfeld diskutiert heute Abend über die Idee einer Fusion.
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Am Mittwoch dreht sich im Rafzerfeld alles um die Zukunft. In Wasterkingen, Wil und Hüntwangen wird gleichzeitig darüber diskutiert, ob die drei Gemeinden einen Zusammenschlussvertrag ausarbeiten sollen. Dies fordert eine Initiative, über die am 9. Februar abgestimmt wird und die im vergangenen Juni unter den rund 3000 Bewohnern der Gemeinden mehr als 300 Unterschriften gesammelt hat.

«Am Mittwoch werden die Initianten, die Gemeinderäte, aber auch die Bevölkerung die Gelegenheit haben, ihre Standpunkte darzulegen», erklärt der Wilemer Gemeindepräsident Urs Rüegg (SVP).

Die Ausgangslage ist durchaus interessant. Der Gemeinderat von Wasterkingen empfiehlt, die Initiative abzulehnen, genauso wie die Gemeinderäte von Hüntwangen und Wil, wobei bei Letzterem der Entscheid gemäss verschiedener Quellen nicht einstimmig war.

Doch bei der Rechnungsprüfungskommissionen sieht es anders aus: Die RPK aus Wil und Wasterkingen empfehlen ein Ja, diejenige aus Hüntwangen ein Nein.

Müsste man das ganze Rafzerfeld fusionieren?

Die RPK aus Wil begründet ihren Entscheid in der Weisung. «Die RPK ist der Meinung, dass ein Zusammenschluss der Politischen Gemeinden ein hohes Synergiepotenzial und Kostenoptimierungen bei den Verwaltungen und Behörden bringt», schreibt sie. Eine Fusion würde zudem eine Reduktion des Aufwandes für die zahlreichen Zweckverbände beinhalten.

Die Situation in Wil ist speziell, weil der heutige Gemeindepräsident Urs Rüegg vor seiner Wahl in den Gemeinderat Präsident der RPK war. Seine ehemaligen Behördenkollegen sind nun aber anderer Meinung – genauso wie seine Partei, die SVP Wil, die ebenfalls empfiehlt, der Ausarbeitung des Vertrages zuzustimmen.

Rüegg ist darüber aber nicht enttäuscht und hat Verständnis für die Parolen. «Eine Rechnungsprüfungskommission muss alle finanziellen Geschäfte prüfen. Und aus finanzieller Sicht kann man jetzt eigentlich noch keine definitive Beurteilung einer möglichen Fusion abgeben. Insofern kann ich die Ja-Parole, um die Fakten zu klären, gut verstehen.» Ähnlich argumentiert übrigens auch die SVP Wil, die grösste Partei im Dorf: Ein Ja an der Urne bedeute noch keinen Zusammenschluss, sondern erst eine Ausarbeitung der Grundlagen. Und dafür sei nun der richtige Zeitpunkt gekommen. Der Wilemer Gemeinderat empfiehlt die Initiative trotzdem zur Ablehnung. «Die heutige Zusammenarbeit zwischen den Gemeinden funktioniert gut. Es gibt keine Notwendigkeit, nur das untere Rafzerfeld zu fusionieren», sagt Rüegg. Wenn schon, dann müsste der sogenannte funktionale Raum miteinbezogen werden. Das würde bedeuten, dass nicht nur Wil, Wasterkingen und Hüntwangen fusionieren sollten, sondern auch Gemeinden wie Eglisau und Rafz, mit denen die Rafzerfelder Gemeinden heute in gewissen Bereichen zusammenarbeiten.

Dieser Argumentation widerspricht die RPK von Wasterkingen. Sie erklärt in ihrer Stellungnahme, bei der Zusammenlegung würde es sich um eine «Fusion der kleinen Schritte» handeln. Eine Zusammenlegung sämtlicher Rafzerfelder Gemeinden sei nicht realistisch, aber weitere Fusionen etwa mit der Schule Unteres Rafzerfeld oder einzelnen Gemeinden blieben Optionen für die Zukunft. Zudem würde die Fusion der drei unteren Rafzerfelder Gemeinden zum jetzigen Zeitpunkt ohne Druck von Dritten und mit grössten Gestaltungsmöglichkeiten organisiert werden kann.

Stärkere Position gegenüber dem Kanton erhofft

Und noch einen weiteren Vorteil verspricht sich die RPK Wasterkingen von einer allfälligen Fusion: «Gemeinsam sind die Politischen Gemeinden in einer stärkeren Position gegenüber dem Kanton, den anderen Gemeinden sowie verschiedenen Handlungspartnern.» Die Initianten dürfte diese Argumentation freuen, denn mit diesem Punkt werben sie selbst auf ihrer Website für ihr Anliegen.

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