Rafz

Höhere Steuern verschoben

Für 2018 belässt Rafz den Steuerfuss bei 113 Prozent– und rechnet dabei mit 1,4 Millionen Franken Minus. Mittelfristig werde man die Steuern anheben müssen, sagt der Gemeinderat.

Aufgrund der guten Ergebnisse der letzten Jahre wurde der Steuerfuss in Rafz auf 113 Prozent belassen.

Aufgrund der guten Ergebnisse der letzten Jahre wurde der Steuerfuss in Rafz auf 113 Prozent belassen. Bild: mcp

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Die Rafzer würden den Gürtel nun definitiv enger zu schnallen haben. So resümierte am Montagabend Karl Schweizer, der Vorsitzende der Rechnungsprüfungskommission. Tatsächlich veranschlagt das Grenzdorf für 2018 ein markantes Minus: 1,4 Millionen Franken in rot. Aufgrund der guten Ergebnisse der letzten Jahre habe man beschlossen, den Steuerfuss bei 113 Prozent zu belassen, erläuterte der Gemeindepräsident Jürg Sigrist die Strategie: «Aber wir werden angesichts des strukturellen Defizits wohl nicht darum herum kommen, voraussichtlich 2019, 2020 den Satz anzuheben.»

Schon mit dem aktuellen Budget wird deutlich, was (meist nicht nur in Rafz) teurer wird: Höhere Abgaben für die Kantonspolizei und die Kinder- und Erwachsenenschutzbehörde lassen den Posten Rechtsschutz und Sicherheit gegenüber dem Vorjahresbudget um 6,4 Prozent auf netto 875 000 Franken anwachsen. Noch stärker zugelegt hat der Posten der Sozialen Wohlfahrt, der mit fast 1,8 Mio. Franken um 9,8 Prozent teurer veranschlagt wird als noch fürs 2017.

Von einem strukturellen Defizit ist auszugehen, weil diese Punkte auf absehbare Zeit Kostentreiber bleiben werden. Das vermag auch der prognostizierte Anstieg an Finanzausgleichsgeldern nicht auszugleichen; Unter anderem aufgrund eines Lottogewinners (2016) erhält die Gemeinde 2018 «nur» 5,6 Millionen Franken aus dem Ausgleich; üblicherweise geht man von über 6 Mio. aus.

Wasser als Investment

Trotz der Wolken am Finanzhorizont der Rafzer, stehen Investitionen an: Insgesamt gut 4,7 Mio. Franken stehen netto für das kommende Jahr in den Büchern des Verwaltungsvermögens. Der grösste Brocken: Das Schwimmbad Rafz-Wil, das knapp 1,7 Mio. ausmacht. Auch die weiteren grossen Posten betreffen das Element Wasser, so etwa Investitionen in die Kläranlage (760 000 Fr.), das Wasserwerk (483 000 Fr.) und die Abwasserbeseitigung (461 000 Fr.). Auch für die kommenden Jahre bleibt das Niveau an Investitionen hoch; der Finanzplan sieht für 2019 rund 7,8 Mio., für 2020 gar 8,4 Mio. vor, ehe die Volumina wieder schrumpfen.

Den Voranschlag hat die Versammlung letztlich relativ diskussionslos und ohne Gegenstimme abgesegnet.

Nur mit «Äpfeln» gerechnet

Im weiteren Verlauf des Abends genehmigte die Versammlung einen Kredit von 465 000 Franken für die Umsetzung des ICT-Programms an der Rafzer Schule. Der Betrag wird über einen Zeitraum von fünf Jahren ausgegeben; 170 000 Franken fliessen in neue Tablet-Computer, die übrigen 295 000 Franken in die Erneuerung der bestehenden Hard- und Software. Die jährlichen Folgekosten werden mit rund 150 000 Franken veranschlagt.

Der Kreditantrag wurde von den 100 Stimmberechtigten (3,6%) deutlich angenommen. Zu Diskussionen hatte die von Roman Neukom («puls8197») in die Runde geworfene Frage geführt, ob bezüglich der Tabletanschaffung von Apple-Produkten ausgegangen werde, oder ob günstigere Alternativen geprüft würden. Die Offerten und der Entscheid für den einen oder den anderen Hersteller von Hardware stehen noch aus; Schulpflegechef Albin Sigrist argumentierte in seinen Ausführungen insbesondere mit der Betriebsstablität der Geräte mit dem angeknabberten Apfel; und er räumte ein, dass die Kostenplanung mit Preisen von Apple-Geräten vorgenommen wurde. (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 05.12.2017, 17:45 Uhr

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