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Hohe Strafe für gescheiterten Walliseller Finanzunternehmer

Der frühere Inhaber der Walliseller Finanzfirma SPT muss wegen schwerer Veruntreuung für fünfeinhalb Jahre hinter Gittern. Der Beschuldigte hat mit einem Schneeballsystem rund 30 Anleger um rund zehn Millionen Franken geprellt.

Das Bezirksgericht Zürich hat den 47-Jährigen zu einer hohen und unbedingten Freiheitsstrafe verurteilt.
Das Bezirksgericht Zürich hat den 47-Jährigen zu einer hohen und unbedingten Freiheitsstrafe verurteilt.
Patrick Gutenberg

In seinem nun eröffneten Urteil hat das Bezirksgericht Zürich den heute 47-jährigen Ex-Inhaber der Walliseller Finanzfirma SPT wegen mehrfacher qualifizierter Veruntreuung, mehrfacher Urkundenfälschung sowie gewerbsmässigen unbefugten Entgegennahme von Publikumseinlagen zu einer hohen und unbedingten Freiheitsstrafe von fünfeinhalb Jahren verurteilt. Abzüglich von 953 Tagen, die der deutsche Wertschriftenhändler seit seiner Festnahme im November 2013 bereits im Gefängnis abgesessen hat.

Mit diesem Entscheid ist das Gericht im Sachverhalt sowie bei der rechtlichen Würdigung umfassend der Anklage gefolgt. Bei der Strafzumessung ging es sogar mit einem halben Jahr über den Antrag der Staatsanwaltschaft hinaus. Diese hatte eine Bestrafung mit fünf Jahren gefordert. Im Gegensatz zur Verteidigung, die infolge von Teilfreisprüchen die sofortige Haftentlassung des Beschuldigten verlangt hatte.

Angeblich „einzigartiges Tradingsystem“

Das Gericht sah jetzt die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft für Wirtschaftsdelikte als erwiesen an. Demnach hat der nur teilgeständige Beschuldigte mit seiner in einem Hochglanz-Büro im Glatt-Tower eingerichteten Finanzfirma SPT ab Oktober 2009 risikolose Finanzprodukte angeboten. Mit einem angeblich „einzigartigen Tradingsystem“, welches an der Börse jährliche Renditen bis zu 24 Prozent einbringen sollte.

Das Finanzunternehmen aus Wallisellen versprach damit das schnelle und grosse Geld. Was über 30 gutgläubige Anleger dem wortgewandten Anleger abkauften und ihm jeweils höhere Geldbeträge zwecks Vermehrung anvertrauten.

In Wahrheit ein simples Schneeballsystem

Heute ist klar, dass hinter den vermeintlich erfolgreichen Börsengeschäften ein simples Schneeballsystem steckte. Demnach finanzierte der Kaufmann die angeblichen „Börsengewinne“ der ersten Kunden mit dem Zustrom von neuen Darlehensgebern. Wobei er seine Opfer mit geschönten und gefälschten Bilanzen bei Laune hielt. Als im Sommer 2013 neue gewichtige Kunden ausblieben, brach das auf Sand gebaute System zusammen. Der mehrfach verzeigte Finanzjongleur wanderte ins Gefängnis.

Auch Zivilprozesse folgen

Aus dem jetzt eröffneten Urteil geht hervor, dass der auf grossem Fuss lebende Beschuldigte verpflichtet wurde, mehreren SPT-Kunden einen Schadenersatz zu entrichten. Diverse Forderungen wurden allerdings auch auf den Weg eines Zivilprozesses verwiesen. Weshalb der Fall weitere Gerichte beschäftigen wird. Sicher ist, dass beim Beschuldigten beschlagnahmte Geldbeträge für rund 100 000 Franken zur Deckung der Verfahrenskosten verwendet werden. Allerdings kann der frühere SPT-Inhaber das Urteil anfechten und den Fall an das Obergericht weiterziehen.

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