Niederglatt

Holländischer «Goldschatz» blüht jetzt in Niederglatter Baumschule

Eine Rettung der besonderen Art hat Garten-gestalter Thomas Meier aus Niederglatt mit dem Erwerb von wertvollen Goldahornen eingeleitet. Spontan griff er ein, damit die jahrzehntealten und zum Teil bis fünf Meter hohen Zier-bäume in den Niederlanden nicht entsorgt werden und hat sie in einer aufwändigen Aktion in seine Baumschule geholt.

Aufgereiht wie in einer Allee warteten die ausgegrabenen und frisch verpackten Goldahorn-Bäume in den Niederlanden auf den Abtransport nach Niederglatt.

Aufgereiht wie in einer Allee warteten die ausgegrabenen und frisch verpackten Goldahorn-Bäume in den Niederlanden auf den Abtransport nach Niederglatt. Bild: wbr

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Der Goldahorn ist ein kleiner Zierbaum mit weit ausladender Krone. Seine filigranen, fächerartigen, goldgelben Blätter verfärben sich im Herbst orange bis leuchtend rot. Als Solitäre, in Gruppen oder als Kübelpflanze ist der Goldahorn durch seine Farbenpracht einer der beliebtesten Bäume im Garten oder auf Terrassen.

Ursprünglich stammt der «Acer Shirasamanum Aureum» aus Japan, wird aber hauptsächlich in den Niederlanden gezüchtet, weil sich dort die jungen Bäume im moorigen Boden optimal entwickeln können.

Wim van der Werf aus Boskoop zählt zu den angesehensten Züchtern im süden der Niederlande und konnte sich von den Goldahornen, die sein Vater gepflanzt hatte, nicht trennen bis jetzt sein Sohn den Betrieb übernahm.

Etwas wehmütig erklärt der 72-Jährige: «Ruud züchtet jetzt primär Magnolien und braucht mehr Platz. Drei Dutzend Goldahorne mussten deshalb weg und wären ohne das Eingreifen von Thomas höchstwahrscheinlich abgeholzt worden.»

Mit grossem Aufwand wurden die Bäume samt kompaktem Wurzelwerk auf einer Insel-Parzelle ausgegraben und per Schiff auf den Kanälen zum Festland gebracht. Aufgereiht wie in einer Allee warteten sie dann auf den Abtransport in die Schweiz, wo sie in diesen Tagen eintreffen werden.

Baumbestand anvertraut

Den ersten Goldahorn holte Thomas Meier persönlich im 800 Kilometer entfernten Boskoop ab. «Ich bin so glücklich, dass Wim van der Werf mir seine Bäume anvertraut hat», erklärte der Gartenbauunternehmer aus Niederglatt. Während Stunden band er vor Ort die fragilen Äste und Zweige des fast fünf Meter hohen Baumes schützend zusammen, um das 1,5 Tonnen schwere Prachtsexemplar unbeschadet mit dem Anhänger in die Schweiz zu bringen. Meier: »Dieser markante Goldahorn soll der Blickfang in meiner Baumschule in Nöschikon werden.»

Im Laufe dieser Woche werden die restlichen Bäume per Lastwagen geliefert. Ob sich der Aufwand finanziell lohnen wird, weiss Thomas Meier noch nicht. Er freut sich aber einfach darüber, einen solchen grossen Bestand an hochwertigen Goldahornen erhalten und anbieten zu können. «Der Wert der Bäume ist unschätzbar, für Liebhaber aber sicher zahlbar», meinte er schmunzelnd.

Boskoop ist nicht nur die bekannte Apfelsorte, die aus dem gleichnamigen niederländischen Dorf stammt, sondern das Pflanzgebiet mit der grössten Konzentration von Baumschulen in Europa. Auf den Parzellen zwischen den vielen Wassergräben kultivieren über 400 Züchter ihre Gewächse für den Export in alle Welt.

Hohe Qualität im Vordergrund

Zu ihnen zählt auch Wim van der Werf, der zu den bekanntesten und erfolgreichsten Züchtern der Strauch- und Kleinbaumart Hamamelis, auch bekannt als Zaubernuss, zählt und der angesehenen «Koninklijke Verenigin voor Botskoops Cultur» angehört. «Wir haben rund 135 Sorten der beliebten Zaubernuss, die wir zu einem grossen Teil selbst neu gezogen haben», erklärte der 72-jährige, mehrmals prämierte Züchter.

Mit ihm ins Geschäft gekommen ist der Niederglatter Gartenbauunternehmer Thomas Meier durch seinen Vater vor vielen Jahren. Meier: «Wim ist ein sehr liebenswürdiger Mensch, der die Pflanzen liebt und sich bei der Züchtung nur mit der höchsten Qualität zufrieden gibt.» Wims Sohn Ruud hat in dritter Generation die Baumschule übernommen und setzt auf die Zucht von rasch wachsenden Pflanzen, wie Magnolien und Clematis.

(Zürcher Unterländer)

Erstellt: 14.03.2017, 15:35 Uhr

Während Stunden band Thomas Meier die fragilen Äste und Zweige des fast fünf Meter hohen Baumes schützend zusammen, um das 1,5 Tonnen schwere Exemplar unbeschadet mit dem Anhänger in die Schweiz zu bringen. (Bild: wbr)

Vertrauen unter Käufer und Verkäufer. Per Handschlag besiegeln Thomas Meier (links) und Wim van der Werf den Verkauf der Goldahorns in die Schweiz. (Bild: wbr)

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