Regensdorf

«Ich bin enttäuscht über meine Entlassung»

Rafael Gago, Kommandant der Feuerwehr Regensdorf, muss seinen Platz räumen. Über die Art und Weise seiner Entlassung ist er enttäuscht, dennoch bleibt er der Mannschaft erhalten.

Kommandowechsel bei der Feuerwehr Regensdorf: Der Gemeinderat hat Rafael Gago entlassen. Laurent Cohn wird das Amt übernehmen.

Kommandowechsel bei der Feuerwehr Regensdorf: Der Gemeinderat hat Rafael Gago entlassen. Laurent Cohn wird das Amt übernehmen. Bild: Archiv/Leo Wyden

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Rafael Gago war gerade erst aus seinen Ferien zurückgekehrt, als er bei einer Sitzung mit dem Gemeinderat über seine Entlassung informiert wurde. «Wir gehen nicht im Bösen auseinander, trotzdem war die Art und Weise des Entscheides nicht ganz sauber.» Der Vorwurf an den scheidenden Kommandanten: Er habe die Mannschaft bei den Einsätzen zu wenig klar geführt. Regensdorfs Sicherheitsvorsteher Hans-Rudolf Frei sah sich deshalb gezwungen, die Stelle neu zu besetzen. Der Gemeinderat hat bestimmt, dass ab 1. Januar 2019 Laurent Cohn das Kommando in der Feuerwehr übernehmen wird.

Gago: «Es wird ein Durcheinander geben»

Rafael Gago wird bei der Sommer-Gesamtübung am 29. Juni verabschiedet. Jedoch nur als Kommandant. «Ich werde weiterhin für die Feuerwehr Regensdorf im Einsatz stehen», sagt er. Beleidigt ist Gago trotz Entlassung nicht. «Es macht aber keinen Sinn, dass bis zum Amtsantritt von Laurent Cohn eine Zwischenlösung erzwungen wird.» Gago glaubt, dass es ein Durcheinander geben wird.

Nach seiner Degradierung im Juni wird nämlich der jetztige Stellvertreter Erik Meier das Kommando ad interim übernehmen, bis Cohn bereit ist, die Verantwortung wahrzunehmen. Gemeindepräsident Max Walter versichert: «Auf die Qualität der Feuerwehr werden diese Wechsel keinen Einfluss haben. Die Regensdorfer müssen keine Angst haben, dass Brände nun schlechter gelöscht werden.»

Bereits vor fünf Jahren wurde heftig über den Kommando-Posten von Rafael Gago diskutiert. Feuerwehrleute des Zuges Watt — inzwischen sind die Feuerwehren Watt, Adlikon und Regensdorf vereinheitlicht — erhoben damals schwere Vorwürfe gegen den Kommandanten.

Einsatzleiter stand unter Alkoholeinfluss

Im Jahr 2013 haben rund ein Drittel der Angehörigen des Zuges Watt ihren Austritt bekanntgegeben. Sie fühlten sich von Rafael Gago ungerecht behandelt. Er sei führungsschwach und würde den Zug Watt benachteiligen, hiess es in einerm Brief an den Gemeinderat. Zudem habe er dem Thema «Einsatzleiter unter Alkohol» zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Wie Recherchen des «ZU» damals ergaben, fuhr ein Feu­er­wehr­mann unter Alkohol­einfluss mit einem Einsatzfahrzeug gegen ein Betonelement. Der Chef des Zuges Watt machte dem Kommandanten den Vorwurf, er habe die Ange­legenheit heruntergespielt.

Max Walter sagt: «Diese Vorfälle haben überhaupt nichts mit der Entscheidung, die wir nun gefällt haben, zu tun.»

Mit hervorragendem Ergenis inspiziert

Eines muss man Rafael Gago lassen: Die Feuerwehr Regensdorf funktioniert unter seinem Kommando. Das bestätigt eine Inspektion vom Statthalter und von Inspektoren der Gebäuderversicherung des Kantons Zürich, die am Montag stattgefunden hat.

Bei strömendem Regen führte das Kader der Feuerwehr beim Gut Katzensee ihre Übung durch. Eine Gruppe musste auf dem Waldweg einen Figurant, der unter das Rad eines Traktors geriet, schonend retten. Die andere Gruppe musste mittels Saugrohr Wasser aus dem Katzensee pumpen und in hundert Meter Entfernung eine Wasserwand erstellen.

Von den Inspektoren wurden drei Kategorien unter die Lupe genommen: Stabsarbeit, Materialdienst und Ausbildung. Die ersten beiden Kategorien wurden mit «sehr gut» bewertet, für die Übung gab es ein «gut».

(Zürcher Unterländer)

Erstellt: 17.05.2018, 17:48 Uhr

Auch der stellvertretende Polizeichef weg

Einerseits wurde der Kommandant der Feuerwehr entlassen, andererseits arbeitet der stellvertrende Polizeichef nicht mehr für die Gemeinde. Sein Abgang ist undurchsichtig. Die Gemeinde lässt verlauten, es handle sich um eine einvernehmliche Auflösung des Arbeitsverhältnisses. Fakt ist: Die Auflösung trat mit sofortiger Wirkung in Kraft.

Max Walter hält sich bedeckt: «Es hat nichts mit seinem Dienst in Regensdorf zu tun.» Mehr wolle er aufgrund des Persönlichkeitsschutzes nicht sagen. Klar sei, dass die beiden Stellen-Wechsel überhaupt nichts miteinander zu tun hätten. «Es ist bloss Zufall», sagt Walter.

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