Polizei Ronn

Ihr Ziel ist es, Einbrechern ein Schnippchen zu schlagen

Für den Grossteil der Bevölkerung unbemerkt finden seit Ende Oktober im Einzugsgebiet der kommunalen Polizei Ronn Zivilpatrouillen im Auto oder zu Fuss statt. ­Zusammen mit der für Einbrecher abschreckenden Wirkung der sichtbaren Polizeipräsenz sorgen diese eher unscheinbaren Einsätze für eine regional tiefe Einbruchrate.

Die beiden Beamten des Polizeikorps Ronn haben ein gutes Gespür dafür, welche Gegenden oder Häuser von Einbrechern bevorzugt werden.

Die beiden Beamten des Polizeikorps Ronn haben ein gutes Gespür dafür, welche Gegenden oder Häuser von Einbrechern bevorzugt werden. Bild: Leo Wyden

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Langfinger und die zumeist bandenmässig organisierten Einbrecher haben es dieser Tage schwer. Grund dafür sind die Zivilpa­trouil­len des Polizeikorps Ronn, die wachsam zu verschiedenen Tages- und Nachtstunden durch die Wohnquartiere fahren. Zu ihrem Wirkungskreis gehören die Gemeinden Rümlang, Oberglatt, Niederhasli und Niederglatt. Der Codename für diese ­Aktion, die zur Strategie der Einbruchprävention gehört, lautet auf dem Kantonsgebiet «Indue». Der ZU begleitete zwei Polizisten auf ihrem zweistündigen Einsatz.

Bevor Beat Schneider, Geschäftsführer und Polizeichef des Polizeikorps Ronn, die beiden Polizisten auf die Patrouille durch die vier Gemeinden schickte, nahm er die Statistik zur Hand. «Seit 2012 zeigt die Kurve zur Anzahl der Einbrüche im Ronn-Gebiet nach unten», erklärte Schneider. 59 Einbruchdelikte seien 2012 und noch 30 im letzten Jahr in Rümlang verzeichnet worden. Der Einsatz sowohl sichtbarer Polizeipräsenz als auch der zivilen Fahnder habe sich zusammen mit der langjährigen Kampagne «Verdacht – Ruf an» unter der Leitung der Kantonspolizei Zürich positiv ausgewirkt.

Zu den weiteren Gründen dieser erfreulichen Abnahme sagte Schneider, dass elektronische Geräte wie TV-Geräte schlicht nicht mehr interessant oder zu schwer für den Transport seien. Smartphones und Tablets hätten ebenfalls an Attraktivität ver­loren, da deren Benutzer ihre Geräte meistens abgesichert, sprich: mit Passwort geschützt hätten.

«Einbrecher sind Fluchttiere»

«Was der moderne Einbrecher sucht, sind Bargeld und Schmuck», erklärte Schneider. Dabei gehe bei einem Einbruch alles sehr schnell: Eine sogenannte Vorhut, manchmal aus jungen, «nett» gekleideten Frauen bestehend, spähe die Nachbarschaft aus und versuche bei interessanten Objekten ohne zu zögern die Eingangstüren der Häuser zu öffnen. Klappe dies, kämen die eigentlichen «Experten».

«Was der moderne Einbrecher sucht, sind Bargeld und Schmuck.»Beat Schneider, Geschäftsführer und Polizeichef Polizeikorps Ronn

Das sind Personen, die flink und in kürzester Zeit mögliche Verstecke nach Wertsachen durchkämmten. Ebenso schnell seien sie nach einem Einbruch wieder verschwunden. Auch hier sei die Polizei entsprechend erfahren und lasse nach einer Meldung sämtliche Ausfallstrassen kontrollieren, also Strassen, die den Einbrecher raschmöglichst auf eine Autobahn führen.

Doch an diesem Einsatzmorgen blieb alles ruhig. Während das zivile Einsatzfahrzeug langsam durch ein Rümlanger Wohnquartier rollte, beobachten die beiden Polizisten Trottoir und Parkplätze. Auf ihrem «Radar» würden sie potenzielle Einbrecher rasch erkennen, sagte einer der beiden Zivilfahnder. Meistens seien diese «sehr kontaktscheu» und beim Auftauchen der Besitzer oder der Polizei verliessen sie die Szene so schnell wie möglich. «Sie sind halt Flucht­tiere», bemerkte der langjährige Polizeibeamte. Am Ende der Pa­trouille resultierten acht Personen- und eine Fahrzeugkontrolle.

Fehlende Beleuchtung lockt

Weil sich keine Delinquenten zeigten, war der Blick auf die Häuser umso interessanter. Hier zeigte sich, dass noch Verbesserungspotenzial vorhanden ist. «Macht ein alleinstehendes Haus auf einen Aussenstehenden den Eindruck, dass niemand zu Hause ist, ist dies bereits eine Ein­ladung an den Einbrecher», bemerkt der zweite Polizeibeamte.

Nach der Runde durch die vier Ronn-Gemeinden fasst Polizeichef Beat Schneider zusammen: «Auch wenn sich an diesem Morgen die Langfinger wohl eine Pause gegönnt haben, auch wenn die Kriminalstatistik eine Abnahme an Einbrüchen verzeichnet, eines ist sicher: Hausbesitzer sollten beim Verlassen ihrer vier Wände stets alle Fenster und Türen abschliessen und in einem Zimmer ein Licht brennen lassen.» Zudem sei die Polizei angewiesen auf Beob­achtungen von Anwohnern unter der Notrufnummer 117.

Erstellt: 29.11.2018, 17:41 Uhr

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