Oberglatt

Im Unterland kanns gefährlich sein

«Holder Engel», so heisst das zweite Buch des Oberglatter Krimi-Autors Stefan Roduner. Sein Hauptprotagonist ermittelt im Zürcher Unterland. Am Sonntag lädt Roduner zur Vernissage seines jüngsten Werkes ein.

Stefan Roduners Ermittler in «Holder Engel» ist kein eigenbrötlerischer Mensch, sondern durchaus sympathisch.

Stefan Roduners Ermittler in «Holder Engel» ist kein eigenbrötlerischer Mensch, sondern durchaus sympathisch. Bild: Anja Catherina Kuhn

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Mitte 30 fasste er den Entschluss sich seinen Traum zu verwirklichen und einen Roman zu veröffentlichen. Mehrere Gedichten und Manuskripte hat er bereits geschrieben, die meisten davon hält er verschlossen. «Die sind nur für mich», sagtStefan Roduner und lacht. Wann er mit dem Schreiben angefangen hat, kann der Oberglatter nicht sagen. Er schrieb aber bereits in der Schule gern. «Wahrscheinlich habe ich das einfach in mir», bemerkt er. Die Wahl auf das Krimi-Genre fiel Roduner einfach.

«Ich schreibe das, was ich auch selber gerne lesen würde», erklärt er. «Und in Krimis läuft einfach immer etwas.» Sein Erstlingswerk «Tränen der Unschuld» spielt fast ausschliesslich in einem Gefängnis. Eine Umgebung, die Roduner gut bekannt ist. Seit 15 Jahren arbeitet er nämlich als Wärter in einer Strafvollzugsanstalt und konnte für sein Buch aus seinen Erfahrungen schöpfen. «Wie beim Krimi gibt es auch im Gefängnis vieles, das den Leuten nicht bekannt ist», sag er. Das macht es zu einem guten Handlungsort für einen Krimi.»

Leon Bevilacqua-Reihe

Für sein zweites Buch hat sich Roduner dann doch in freundlichere Gefilde begeben: Das Zürcher Unterland, welches seit 20 Jahren seine Heimat ist, dient als Kulisse zu «Holder Engel», den ersten Teil seiner geplanten Leon Bevilacqua Reihe.

Über Leon Bevilacqua, seinen Protagonisten, redet Roduner wie über ein Familienmitglied: Dessen Vater kam vor 40 Jahren aus dem Tessin nach Bülach, wo Leon seine Kindheit verbrachte. Etwa 30 Jahre alt sei er, erklärt Roduner. «Mehr verrät er mir noch nicht.» Anders als die Helden aus Nordischen Krimis ist er auch nicht drogensüchtig und unfreundlich, sondern hat sein Leben im Griff und pflegt eine gesunde Beziehung zu seiner Freundin. «Ich wollte einen sympathischen, vielleicht auch ein bisschen naiven und unerfahrenen Protagonisten», sagt der Oberglatter Autor.

«Ich schreibe das, was ich auch selber gerne lesen würde.»

Stefan Roduner Krimi-Autor

Sich nach dem ersten Buch an einen sogenannten Regio-Krimi zu wagen, war für Roduner relativ leicht. «Ich hatte dank Conny Fischer vom Vicon-Verlag in Niederhasli eine gewisse Sicherheit», erklärt er. «Auch die Arbeit mit meiner Lektorin Irène Kost hat mir extrem geholfen.» Für die Recherche an «Holder Engel» besuchte er jeden einzelnen Ort selber, um sich ein Bild von diesem zu machen, oder ihn wieder in Erinnerung zu rufen. «Ich will zeigen, dass auch das Unterland gefährlich sein kann», sagt er mit einem verschmitzten Lächeln.

Ein kleine Gemeinschaft

Zeit zum Schreiben findet Stefan Roduner neben seiner Arbeit, seinen Freunden und Hobbies genug. Meist versucht er zwei Stunden am Stück zu schreiben. Bevor er mit damit beginnt, denkt er sich das Ziel zwar aus, findet aber oft über Umwege dahin. «Zu viel planen und organisieren würde mich einschränken», sagt er. «Das Schreiben muss mir selbst Spass machen, sonst hat es keinen Sinn.»

Das Schreiben eines Regio-Krimis hat ihn auch näher zu ähnliche Autoren gebracht. «Regio-Krimi-Autoren sind eine kleine aber eng geknüpfte Gemeinschaft», erklärt er. «Viele unterstützen sich gegenseitig.» Für die Vernissage morgen Sonntag 4. November konnte er so auch die Krimiautorin Silvia Götschi verpflichten. Mit ihr wird Roduner vor Publikum gemeinsam aus seinem Buch vorlesen.

Erstellt: 02.11.2018, 14:23 Uhr

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