Analyse

Immer mehr Wahlzettel werden handschriftlich ausgefüllt

Bülach und Kloten gehörten beim Auszählen der Stimmen am Wochenende zu den Letzten im Kanton.

Das Auszählen der Stimmen wird aufwändiger, weil immer mehr panaschiert, kumuliert oder gänzlich von Hand ausgefüllt wird.

Das Auszählen der Stimmen wird aufwändiger, weil immer mehr panaschiert, kumuliert oder gänzlich von Hand ausgefüllt wird. Bild: Archiv

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Die Resultate aus der Stadt Zürich kommen bei Wahlen und Abstimmungen gewöhnlich spät. Am Sonntag waren aber auch mehrere Unterländer Gemeinden spät dran bei der Auszählung der Wählerstimmen. Opfikon lieferte die Resultate um 17.43 Uhr, Kloten um 18.05 Uhr und Bülach um 18.16 Uhr. Der Grund dafür liegt allerdings nicht in einer besonders langsamen Arbeitsweise in den betreffenden Gemeinden. «Überhaupt», sagt der Leiter Wahlen und Abstimmungen des statistischen Amtes des Kantons Zürich, Stephan Ziegler: «Wir geben bezüglich der Auszählung keine Richtzeiten heraus.» Wichtiger als das Tempo sei nämlich die Qualität.

Und auf diese wird besonders geachtet. Thomas Peter, Verwaltungsdirektor der Stadt Kloten, erklärt, wie die Stimmen ausgezählt werden: «Es wird dreifach kontrolliert.» Erst wird alles bereinigt. Das heisst, dass die Namen der handschriftlich in die Listen eingetragenen Kandidierenden erfasst werden. Und zwar in Handarbeit. Anschliessend erfolgt die Eingabe ins System – «es wird also sozusagen alles abgetöggelet». Danach wird die Eingabe mit dem ursprünglichen Wahlzettel verglichen, um allfällige Fehler zu eliminieren. Nicht stichprobenmässig, sondern bei jedem der Wahlzettel einzeln. Schliesslich wird noch ein weiteres Mal kontrolliert. «Erst dann ist alles fertig.»

Neues Verhalten der Wähler verzögert Auszählung

Am Wochenende hat dieses Prozedere länger gedauert als in früheren Jahren. Die Begründung liegt auf der Hand, wie Peter erklärt: «Man merkt, dass viele Wählerinnen und Wähler Online-Tools benützten, um ihre Unterlagen auszufüllen.» Das führe dann zu vielen Panaschier- und Kumulierstimmen. Und dies wiederum zieht die Auszählung in die Länge. Zudem: «Früher hat kaum jemand die leere Liste genommen und dann von Hand die Namen eingetragen.» Das sei am Sonntag aber auffällig oft vorgekommen. In Bülach wird dies bestätigt.

Laut Stephan Ziegler spielt darüber hinaus aber auch eine Rolle, wie sich die Gemeinden organisieren. «In gewissen Orten wird schon am Samstag gearbeitet.» Das heisst: Die per Post eingegangenen Abstimmungsunterlagen werden bereits vorab bereinigt und ausgezählt.

Daneben spielen noch mehrere andere Faktoren eine entscheidende Rolle. «Die Stimmbeteiligung, die Grösse einer Gemeinde, wo die Wahlurnen stehen, wie viele Stimmenzählerinnen und Stimmenzähler überhaupt da sind, ob diese schon eine gewisse Routine haben oder ob sie neu sind – und auf die Arbeitsweise der Stimmenzählerinnen und Stimmenzähler kommt es auch an», nennt Ziegler als Beispiele. Mit der Arbeitsweise meint er die Frage, ob die Stimmen von National- und Ständeratswahlen parallel ausgezählt werden oder nacheinander. Aber eben: Am Ende zähle nicht die Zeit, sondern dass das Resultat stimme.

Erstellt: 22.10.2019, 09:29 Uhr

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