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In allgemeiner Verwirrung eine Demenzstation beschlossen

Lange Debatten und viele Änderungsanträge prägten am Dienstag die Bassersdorfer Gemeindeversammlung. Besonders emotional und vor allem kompliziert wurde es beim Entscheid über den Bau einer Demenzstation im Altersheim.

Die Bassersdorfer Gemeindeversammlung von Dienstagabend war eine emotionale und gereizte.
Die Bassersdorfer Gemeindeversammlung von Dienstagabend war eine emotionale und gereizte.
Screenshot Google Maps

Trotz «entschärfter» Traktandenliste entwickelte sich am Dienstagabend in der Bassersdorfer BXA-Halle eine emotionale, gereizte und stellenweise gar zynisch anmutende Gemeindeversammlung. Am Ende eines langen Abends haben die anfänglich 168 Stimmberechtigten Bassersdorfer (2,4%) nach mehrstündiger Debatten und etlicher Anträgen mit 117 zu 24 Stimmen beschlossen im Altersheim Breiti eine Demenzabteilung für 490 000 Franken zu bauen.

Mit 84 zu 72 fiel die Zustimmung für einen zusätzlichen Ausbau eines Obergeschosses für weitere 430 000 Franken deutlich knapper aus. Dieser Ausbau soll nun sofort erfolgen und nicht wie vom Gemeinderat zunächst vorgeschlagen erst später «bei Bedarf».

Für die meisten Anwesenden ziemlich rätselhaft hingegen war das vorangegangene Abstimmungsprozedere zur Demenzstation. Nach über zweistündiger Debatte allein zu diesem Geschäft und einer Pause zum Sortieren der teils total divergierenden Anträge, waren dann viele Versammlungsteilnehmer sichtlich erschöpft, überfordert und auch genervt.

Schallendes Gelächter

Die zuvor beantragten Forderungen reichten von einer Rückweisung des ganzen Geschäfts über alles zusammen auf einmal auszubauen bis hin zu einer Etappierung mit einer auf fünf Jahre befristeter Option auf eine Erweiterung. Wer beim sogenannten Ausmehren der verschiedenen Anträge noch den Durchblick hatte, konnte sich glücklich wähnen.

Andere haderten mit dem komplizierten Prozedere und manche reklamierten lautstark bei Gemeindepräsidentin Doris Meier (FDP). Diese bemühte sich mit beschränktem Erfolg wiederholt, die Regeln zu erklären und die Abstimmungsschritte verständlich zu machen.

Auch ohne das vom Gemeinderat zurückgezogene Traktandum zum Reizthema Parkplätze im Ortszentrum lag eine deutliche Anspannung in der Luft. Das ominöse Thema Parkplätze wurde nur ein einziges Mal am Rande erwähnt. Und zwar im Zusammenhang mit der umstrittenen Vorgehensweise bei der Planung der Demenzstation im Altersheim Breiti.

Dass man eine solche Station samt speziellem Garten mit einem 1,8 Meter hohen «Gehege» für demente Patienten jetzt ohne Konzept und ohne Betreiber unbedingt schon quasi «auf Vorrat» bauen wolle, sei wohl ein «Schnellschuss» fand eine Frau, die sich als Mitarbeiterin der anderen Bassersdorfer Gesundheitsinstitution – dem KZU-Pflegeheim Bächli – zu erkennen gab. «Das ist ja fast so wie bei den gesperrten Parkplätzen im Zentrum», fügte sie an und erntete damit schallendes Gelächter und viel Applaus.

Allzu angriffiger Gemeinderat

Der für die Vorlage zuständige Gemeinderat, Christoph Füllemann (parteilos), zeigte sich wiederholt angriffig und brauchte mitunter klare Worte: «Ja, ich will, dass es schnell geht.» Und zum Vorwurf, noch keinen Betreiber festgelegt zu haben meinte er nur: «Vogel friss oder stirb!» Denn ein neuer Altersheimbetreiber bekomme diesen Auftrag eh nur, wenn er die neue Demenzstation auch übernehmen werde.

Als Füllemann sich demonstrativ nicht zu Einwänden von Bürgern äussern wollte, weil es ja nur «bauliche Details» seien, geriet manchem in den falschen Hals. Ebenso, dass er sich lustig zu machen schien über gewisse Sorgen. «Sorry, wenn es falsch rüberkam. Ich kämpfe eben um dieses Geschäft», entschuldigte er sich umgehend etwas kleinlaut vor dem Plenum.

Doch letztlich änderte sich nichts daran, dass die Mehrheit der Anwesenden einer Demenzstation grundsätzlich positiv gegenüber stand. Nun wird die ganze Station auf einmal gebaut und auch weiterhin nach einem Altersheimbetreiber gesucht.

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