Rümlang

In der Rümlanger Dorfbeiz weht ein Hauch von Schwyz

Patricia Camenzind hat an der Oberdorfstrasse 14 ein Restaurant eröffnet, das in der Gemeinde lang vermisst wurde.

Mit «Trizis Dorfbeiz» erfüllt sich die 47-jährige Patricia Camenzind einen Traum.

Mit «Trizis Dorfbeiz» erfüllt sich die 47-jährige Patricia Camenzind einen Traum. Bild: Johanna Bossart

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Es ist Montagmittag, ein Arbeitstag für viele, und die Hälfte der Tische an der Oberdorfstrasse 14 sind besetzt. Mit mindestens zwei Tellern auf den Händen braust Patricia Camenzind zwischen den Tischen umher, plaudert mit den Gästen, fragt, ob sie noch Wünsche haben. «Wir sind alle noch am Lernen», entschuldigt sie sich, den Satz hört man von ihr an jedem Tisch. Kein Wunder: Die Dorfbeiz ist erst vor ein paar Tagen aufgegangen.

Und doch merkt der Gast, dass die Wirtin «Trizis Dorfbeiz» zu einem heimeligen Ort machen will. Auf einer grossen Schiefertafel dürfen sich Gäste verewigen, Lisbeth und Heidi waren schon da, Stefan und Emil auch, und nicht ganz unbescheiden hat sich auch ein anonymer «Sexgott32, single» verewigt. Patricia Camenzind lacht darüber.

Gutbürgerliche Küche

Zur Begrüssung gibts ein Schälchen Kürbissuppe, danach können Gäste zwischen Pariser Braten, Ananascurry, Käsekuchen oder Pouletflügeli mit Haussauce auswählen. Nichts als «gutbürgerliche Schweizer Küche» soll auf den Tisch kommen, dafür sorgen Chefkoch Thomas Porchet, der zuvor im Adliker Restaurant Eckstein gekocht hat, und Camenzinds Bruder. «Mir war klar, dass in Rümlang eine solche Beiz fehlt», sagt Camenzind. Immer wieder sei sie darauf angesprochen worden, dass sie die ideale Wirtin wäre.

Der Pariser Braten kommt mit Kroketten und Spinat. Foto: sam

Eine pure Rümlanger Beiz findet man bei «Trizi» dann aber doch nicht: Im Restaurant liegt nicht nur eine Chronik von Rümlang mit besten Wünschen des Gemeindepräsidenten Peter Meier auf, sondern auch eine Gersauer Chronik mit Widmung des Bezirksammanns. Denn im schwyzerischen Gersau ist Camenzind aufgewachsen, dort hat sie das Wirten lieben gelernt. «Ich dachte, mich bringe niemand dort weg», sagt sie. Doch dann verliebte sie sich in einen Stammgast in jenem Restaurant, in dem sie arbeitete. Einen Rümlanger, dem sie vor 18 Jahren nachzog.

Auch Fasnächtler trudelten ein

Kurz nachdem das «Food House 14» an der Oberdorfstrasse die Türen schloss, reichte sie auf der Gemeinde ein Konzept ein, und konnte schon am 22. Juli den Vertrag unterschreiben. «Dann musste es schnell gehen. Ich leitete zu der Zeit noch das Personalrestaurant von Agroscope im Reckenholz», sagt sie. Doch es hat alles geklappt. Nur Gersau lässt sich nicht ganz los; das verrät nicht nur der aus dem Bezirk importierten Käsekuchen, den sie serviert. Denn am vergangenen Freitag lud das Team Camenzind zur «Aatrinkete» – und plötzlich standen 43 Fasnächtler aus Gersau auf dem Gemeindeplatz und trudelten mit Musik und Gelächter bei «Trizi» ein. Camenzind wusste nichts davon.

Hier sind die Öffnungszeiten und Menüs einsehbar.

Erstellt: 04.11.2019, 17:14 Uhr

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