Rümlang

In diese Säfte wandern nur frische Produkte

Keine Konservierungsmittel, keine Zusätze und keine Hitzebehandlung. Die Firma Zamba Fruchtsäfte AG produziert in Rümlang täglich frischgepresste Säfte und erzielt damit einen saftigen Erfolg.

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Zuerst ist es der Duft, der einem in den Räumlichkeiten der Zamba Fruchtsäfte AG in die Nase steigt. Der Duft nach Zitrusfrüchten. Selbst dort, wo man noch weit entfernt von der eigentlichen Produktion ist, nämlich in den Büroräumen. «Nein, ich nehme das nicht mehr wirklich wahr», sagt Daniel Hirt, Betriebsleiter sowie Mitglied der Geschäftsleitung, und lacht. «Höchstens vielleicht jeweils am ersten Arbeitstag nach den Ferien.» Wer im frischen Duft allerdings einen besonders gelungenen Raumspray vermutet, der irrt sich gewaltig.

Denn ein Stockwerk tiefer ist die Quelle des angenehmen Duftes schnell gefunden. Hier herrscht an diesem frühen Morgen bereits Hochbetrieb. Fleissige Hände schälen kistenweise Mangos und die ersten Orangen des Tages werden von ihrem wertvollen Saft befreit. Mitarbeiter Sandran Ramasethu steht am sogenannten Extraktor und lässt die orangen Früchte, die auf einem Laufband vorbei rollen, nicht aus den Augen. Sollte eine faul sein, wandert sie sofort in einen separaten Container.

Die Qualität bleibt

Seit 2014 ist Zamba im Rümlanger Industriequartier daheim. Die 2002 gegründete Firma war ursprünglich in Zürich ansässig, wurde 2009 an die Eckes-Granini-Gruppe verkauft und suchte nach einem neuen Standort. «Die Räumlichkeiten hier sind perfekt. Wir sind nah am Flughafen und schnell in der Stadt Zürich», sagt Hirt. Dies ist wichtig, denn zurzeit ist der Raum Zürich noch der wichtigste Markt.

Die Firma würde aber gerne vermehrt die ganze Schweiz mit ihren Säften abdecken. Vor allem ins Sortiment von Convenience-Stores wie Migrolino, Coop Pronto oder Avec möchte sie es in naher Zukunft schaffen. Im Unterland sind die Säfte vor allem in den Filialen der Bäckerei-Fleischli und am Flughafen erhältlich. Auch die gehobene Gastronomie und einzelne Fluggesellschaften setzen auf Zamba. «Wir bieten ein ehrliches Produkt in gleichbleibender Qualität», sagt Hirt.

Diese konstante Qualität ist mit Naturprodukten – Zusatzstoffe sucht man vergeblich – nicht einfach zu halten. Mal ist eine Lieferung Orangen sauer, mal süss. Um diese sensorischen Schwankungen auszugleichen, mischt Zamba verschiedene Sorten aus unterschiedlichen Herkunftsländern. Und um täglich die perfekte Mischung zu haben, ist eine regelmässige Degustation unerlässlich.

Mischung von Hand gemacht

Genau dieses Degustieren gehört zu den Aufgaben von Zoranco Jankulov. Der gelernte Koch und heutige Schichtleiter probiert täglich viele Becher mit Saft. «Gesund ist das allemal», sagt er mit einem Augenzwinkern. «Ich war tatsächlich schon lange nicht mehr krank.» Er ist unter anderem dafür verantwortlich, dass die Säfte genau nach Rezeptur gemischt werden. So gehören in den Verkaufsschlager «Energy» Apfel-, Orangen- und Ingwersaft – und zwar im richtigen Verhältnis.

«Ja, der ist gut», sagt Jankulov und gibt damit das OK für das Abfüllen des Saftes. Die hellrote Flüssigkeit fliesst in die Petflasche, welche mit einem Etikett versehen wird; und schon ist der Saft bereit für die Auslieferung. Dieses Prozedere wiederholt sich an diesem Morgen mehrere Male mit den verschiedenen Saftmischungen. 3000 Liter produzieren die zehn Mitarbeitenden in der Produktion jeden Tag. Und wo viel Saft produziert wird, entsteht auch Fruchtabfall. Dieser wird nach Dällikon geliefert, wo er zur Herstellung von Biogas genutzt wird.

Neue Kreationen

Insgesamt sind 15 verschiedene Säfte im Sortiment, wobei der Saisonsaft viermal pro Jahr wechselt: von Blutorange zu Erdbeere, Wassermelone und Mandarine. Der neueste Saft ist eine grüne Mischung aus Obst und Gemüse: «Green Power» beinhaltet Orange, Apfel, Avocado, Spinat und Minze. Immer wieder tüfteln die Verantwortlichen an neuen Kreationen.

«Beim Granatapfel ist es bis jetzt am Auspressen gescheitert, beim Tomatensaft an der Haltbarkeit», sagt Hirt. Denn eine Haltbarkeit von fünf Tagen ist Pflicht im Hause Zamba. Diese wird durch eine nahtlose Kühlkette, optimale Hygiene und die richtige Mischung erreicht. Eine grosse Herausforderung, doch genau diese reizt Daniel Hirt. «Wir müssen alle sehr flexibel sein, gerne von Hand arbeiten und kurzfristig handeln», sagt der gelernte Landwirt und Kaufmann.

Kurz vor Mittag ist die Produktion für diesen Tag abgeschlossen und die Säfte sind zum Teil bereits unterwegs zu den Verkaufsstellen. Nachdem alles gereinigt ist, wird auch der Zitrusduft in den Räumen schwächer. Aber nicht für all zu lange, denn bereits am nächsten Morgen beginnt das Prozedere wieder von vorne und Orangen und Co. werden bis zum letzten wertvollen Tropfen ausgepresst.

(Zürcher Unterländer)

Erstellt: 27.04.2017, 16:24 Uhr

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