Glattfelden

Initiantin des Frauennetzwerks wertet Kick-off-Anlass als Erfolg

Nach der ersten Veranstaltung des neu gegründeten Frauennetzwerks Zürcher Unterland blickt Michèle Dünki-Bättig positiv in die Zukunft. 15 Frauen waren der Einladung gefolgt. Sie wollen sich ab jetzt regelmässig treffen.

Die erste Veranstaltung des Frauennetzwerks Zürcher Unterland hat etliche Interessierte zu einer Teilnahme
animiert. Für die Zukunft sind regelmässige Treffen geplant.

Die erste Veranstaltung des Frauennetzwerks Zürcher Unterland hat etliche Interessierte zu einer Teilnahme animiert. Für die Zukunft sind regelmässige Treffen geplant. Bild: Andrea Jerger

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Das Ziel des Frauennetzwerks Zürcher Unterland ist, den Anteil der politisch aktiven Frauen auf 50 Prozent zu erhöhen (der «ZU» berichtete). SP-Kantonsrätin Michèle Dünki-Bättig aus Glattfelden hat zu einer ersten Veranstaltung am Diestagabend eingeladen.

Sie sieht das Anliegen durchaus nicht als Thema der linken Seite. «Gekommen sind Frauen verschiedener Altersstufen und politischer Orientierung», sagt die 27-Jährige. Besonders gefreut hat sie sich über die Anwesenheit der parteilosen Niederweninger Gemeindepräsidentin Andrea Weber. «Sie engagiert sich stark für die Gleichstellung von Mann und Frau. Und sie kann anderen Frauen ihre Erfahrungen in der Politik weitergeben.»

Austausch ist ein Bedürfnis

Das Referat von Andrea Gisler, Präsidentin der Frauenzentrale Zürich, zum Thema «Frauen in der Politik» regte die Teilnehmerinnen zu Diskussionen an. «Es hat ein reger Austausch stattgefunden», sagt Michèle Dünki-Bättig. Sie selber hatte erfahren, wie schwierig es am Anfang ist, sich in der Welt der Politik zurechtzufinden.

«Als ich 2014 in die Rechnungsprüfungskommission (RPK) meiner Wohngemeinde gewählt wurde, hatte ich es nur mit Männern zu tun.» Ihr habe eine Vertraute gefehlt, eine Frau, die bereits Erfahrung mit einer solchen Situation gemacht hat und Ratschläge geben kann.

Von den 15 Frauen sind gemäss Auskunft der Veranstalterin 3 noch nie politisch aktiv gewesen. Die Kantonsrätin hat ein gutes Gefühl, dass mit dem Netzwerk etwas erreicht werden kann. «Als 27-jährige verheiratete Frau erfahre ich den gesellschaftlichen Druck für Familienplanung sehr direkt», erklärt sie. Sie empfindet es als Frechheit, wie Frauen nach wie vor anders behandelt werden als Männer, sei das im familiären Bereich, im Zusammenhang mit einer beruflichen Karriere oder eben einem politischen Amt.

Sie weiss von einer Frau, die für ein solches Amt kandidieren wollte. Aus ihrem persönlichen Umfeld musste diese sich den Vorwurf gefallen lassen, sie sei eine schlechte Mutter, wenn sie die Politik über das Wohl ihrer Kinder stelle. «Wo sind wir denn hier?», empört sich Michèle Dünki-Bättig.

Kernteam erarbeitet Konzept

Fürs erste sammelt das Frauennetzwerk Kontaktdaten der interessierten Frauen. Die Idee ist, alle zwei bis drei Monate ein Treffen zu organisieren, bei dem als Einstieg jemand einen Vortrag hält und danach Zeit zum Diskutieren bleibt.

Die Initiantin will zusammen mit einem Kernteam ein Rahmenkonzept erarbeiten und ein Programm auf die Beine stellen. «Wir möchten möglichst viele Frauen ansprechen, denen die Gleichstellung von Mann und Frau, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und die politische Arbeit ein Anliegen sind.»

Aktuelle Informationen sind auf www.frauennetzwerkblog.wordpress.com zu finden.

Erstellt: 05.07.2017, 16:16 Uhr

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