Neerach

Ja zu Gruppenräumen im Sandbuck

Die Primarschulpflege kann im Schulhaus Sandbuck Gruppenräume einrichten. Die Gemeindeversammlung bewilligte am Montag den dazu nötigen Ausführungskredit von 142 000 Franken. Eine Petition dagegen wurde nicht berücksichtigt und ein Rückweisungsantrag abgelehnt.

Im Schulhaus Sandbuck kann die Schulpflege Gruppenräume einbauen.  Die Opposition hatte an der Versammlung das Nachsehen.

Im Schulhaus Sandbuck kann die Schulpflege Gruppenräume einbauen. Die Opposition hatte an der Versammlung das Nachsehen. Bild: Archiv/ZU: Madeleine Schoder

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Im Budget 2018 der Primarschulgemeinde Neerach ist ein Betrag von 160 000 Franken für die Realisierung von Gruppenräumen enthalten. Die Gemeindeversammlung vom Montag, 11. Juni, musste nun über 142 000 Franken für den Einbau von sechs Gruppenräumen im Trakt A des Schulhauses Sandbuck befinden. In diesem Trakt befinden sich zurzeit sechs Klassenzimmer auf zwei Stockwerken. Nun wird das jeweilige mittlere Zimmer in zwei Gruppenräume und ein Besprechungszimmer umgebaut, das ebenfalls als Gruppenraum genutzt werden kann umgebaut.

Wie Schulpflegepräsident Willy Breiter erklärte, stehe dieses Projekt in keinem Zusammenhang mit dem Kindergarten im Dorfschulhaus und auch nicht mit der Schulraumkonzentration im Sandbuck. Damit wollte er einer Diskussion vorgreifen, die über die vorliegende Materie hinausgegangen wäre. «Wir haben heute eine Petition erhalten», sagte Breiter. Zu spät, um berücksichtigt zu werden, denn gemäss Gemeindegesetz bestehe für Anfragen nach Paragraph 17 eine Frist von zehn Tagen vor der Gemeindeversammlung.

Petition forderte «Stopp»

In der Petition, die gemäss Angaben von SVP-Präsidentin Annemarie Waldvogel von 233 Neeracherinnen und Neerachern unterzeichnet worden sei, forderte die Partei, der Kindergarten im Dorfschulhaus solle weiter bestehen, bis von der neuen Schulpflege «ein vernünftiges Gesamtkonzept für die Schule Neerach» erarbeitet worden sei. Im Weiteren seien alle Umbaumassnahmen und Änderungen, welche die Tagesstrukturen betreffen, zu stoppen, denn mit dem Vorhaben der nur noch kurze Zeit bestehenden, aktuellen Schulpflege, würden «unnötig finanzielle Mittel verbraucht», hielt die SVP fest.

Da die Petition an der Versammlung nicht behandelt werden konnte, stellte Waldvogel einen Rückweisungsantrag für das Gruppenräume-Geschäft. Nach einiger Diskussion wurde darüber abgestimmt. Die Gemeindeversammlung lehnte den Rückweisungsantrag mit 60 zu 36 Stimmen ab. Der Antrag der Primarschulpflege hingegen wurde in der Folge mit 67 zu 26 Stimmen angenommen.

Alles genehmigt

Auch alle anderen Traktanden, darunter die Jahresrechnungen der Politischen und der Primarschulgemeinde sowie die Gebührenordnungen, wurden von den 122 anwesenden Stimmberechtigten (5,2 Prozent) gutgeheissen. Projektierungskredite in Höhe von total 163 000 Franken für die Sicherstellung der Neeracher Trinkwasserversorgung im Rahmen der Wasserbeschaffung Laubrig, ein Baukredit von 96 000 Franken für die Verlegung und den Neubau einer Bushaltestelle in Riedt sowie der überarbeitete Anschlussvertrag an das Alters- und Pflegeheim Niederglatt wurden diskussionslos und praktisch ohne Gegenstimmen genehmigt.

Die Jahresrechnung der Politischen Gemeinde schliesst bei einem Aufwand von 10,5 Millionen Franken und einem Ertrag von knapp 11 Millionen Franken mit einem Ertragsüberschuss von rund 500 000 Franken. Budgetiert war ein Aufwandüberschuss von 330 000 Franken. Dadurch erhöht sich das Eigenkapital auf 25,6 Millionen Franken.

«Was will der Gemeinderat mit soviel Eigenkapital machen?», fragte ein Stimmberechtigter. Man habe diese Summe nicht absichtlich angehäuft, erklärte Finanzvorsteher Karl-Heinz Meyer. Vielmehr seien in den vergangenen Jahren mehr Grundstückgewinnsteuern angefallen, als budgetiert. Es schade jedoch nicht, über eine Reserve für schlechtere Zeiten zu verfügen. Sollte der Trend anhalten, könne man über eine Senkung des Steuerfusses nachdenken.

Anfragen zu Verkehrsfragen

In einer Anfrage forderte ein Stimmberechtigter den Gemeinderat auf, etwas gegen die unhaltbaren Verkehrszustände an der Juchstrasse zu unternehmen. Gerade an Wochenenden werde da kreuz und quer parkiert, so dass ein Durchkommen auch für Fussgänger nur in einem Zick-Zack-Kurs möglich sei. Der Gemeinderat werde die Situation mit der Kantonspolizei zusammen überprüfen, sagte Gemeindepräsident Markus Zink.

In einer weiteren Anfrage kritisierte die Stimmberechtigte Nadine Thalmann die von der Zürcher Regierung vorgesehenen Umsetzung der Neeracherried-Umfahrung. Sie wollte wissen, was der Gemeinderat nun unternehmen werde, um sich für die Bevölkerung einzusetzen. Die drei Gemeinden Neerach, Höri und Niederglatt sowie die Naturschutzorganisation Birdlife Schweiz hätten stets betont, ihr vor Jahresfrist eingereichtes Umfahrungskonzept sei als unteilbare Einheit zu verstehen. Was der Gemeinderat Neerach nun zu tun gedenke, nachdem die Regierung dieses Prinzip unberücksichtigt lasse.

Gemeindepräsident Zink verwies darauf, dass die drei Gemeinden und Birdlife zunächst das weitere Vorgehen besprechen müssten. Der Gemeinderat werde aber darauf bestehen, dass an der Dielsdorferstrasse bei der Umsetzung der Umfahrung Lärmschutzmassnahmen ergriffen werden. Zudem wolle er sich dafür einsetzen, dass Naherholungssuchende auch nach der Realisierung der Umfahrung Zugang zum Ried erhalten. Wichtig sei auch, dass die Gemeinden vom Kanton in die weitere Planung einbezogen werden.

(Zürcher Unterländer)

Erstellt: 12.06.2018, 15:33 Uhr

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zuonline.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 854 82 14. Mehr...

Werbung

Branchenbox

Die wöchentliche Seite in der Printausgabe des «Zürcher Unterländer». Ihre Kontaktangaben immer online abrufbar.

Kommentare

Bonus-Angebote

Bonus-Angebote

Alle Bonus-Angebote im Überblick.