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Jässodu! Echter gehts nimmer

Im Teatro Dalla Piazza ging am Samstag «Jässodu! E Hommage an Ruedi Walter» über die Bühne. Stefan Onitsch am Klavier und Schauspieler Thomas Vetterli leisteten ganze Arbeit und begeisterten das Publikum.

Stefan Onitsch und Thomas Vetterli geben eine Kostprobe aus dem Musical «Der schwarze Hecht».
Stefan Onitsch und Thomas Vetterli geben eine Kostprobe aus dem Musical «Der schwarze Hecht».
Beatrix Bächtold

Fotos des Volksschauspielers und Kabarettisten Ruedi Walter lehnen am Radio. Auf dem Gerät mit Stofflautsprechern und vergilbten Tasten steht das Figürchen eines Mannes mit elastischen Beinen, braunem Sakko, Hut auf dem Kopf, rotem Taschentuch am Hosenbund und keck in die Luft gerecktem Regenschirm. «Jässodu!» das ist doch unverkennbar die Bühnendekoration für die «E Hommage an Ruedi Walter».

Erinnerungen leben auf

Die Kulturkommission hat eingeladen und die Menschen im ausverkauften Teatro an der Schulstrasse sind meist älteren Semesters. Viele erinnern sich noch an die Zeit von Ruedi Walter und Margrit Rainer. Einige von ihnen haben die Volksschauspieler vor Jahren sogar persönlich erlebt, wie zum Beispiel Eugen Schmid. «In der Niederdorfoper in Zürich», sagt der Pensionär, der früher Billets am SBB-Schalter verkauft hat und jetzt in Zürich wohnt. «Meine Frau Gertrud ist aus Oberweningen, wir haben den Zürcher Unterländer immer noch abonniert und darin gelesen, dass «Jässodu!» gespielt wird», sagt er. Und so ist Eugen Schmid in die S-Bahn gestiegen und in 20 Minuten nach Dielsdorf gedüst. Jetzt sitzt er in der dritten Reihe und reckt den Kopf ganz nach vorne um ja auch jeden Ton zu hören und jede Bewegung der beiden Akteure aufzufangen.

Facebook sei Dank

Während zwei Stunden, die vielen Zugaben nicht mit eingerechnet, lassen der Schöfflisdorfer Stefan Onitsch und der Zürcher Thomas Vetterli die gute, alte Zeit lebendig werden. Anlässlich des 100. Geburtstages des Volksschauspielers haben sie ein Programm geschrieben und darin die künstlerischen Highlights ihres gemeinsamen Idols zusammengetragen.

Eigentlich hat Thomas Vetterli bereits zum 90. Geburtstag Ruedi Walters so ein Programm schreiben wollen, doch damals hat er Stefan Onitsch noch nicht gekannt. Als die beiden allerdings 2009 über Facebook ihre gemeinsame Leidenschaft entdeckten, waren sie nicht mehr zu bremsen. Sie tüftelten, übten, kämpften um jeden Ton, jede Nuance. Perlen aus Cabaret, Musical, Film, Theater und Hörspiel haben sie mit Schwung poliert und lassen sie nun glänzen. Das ist Schwerarbeit und generiert Schweiss.

Ohne Mikrofon, Spickzettel und Special Effects singen und spielen die beiden ernsthaft und scherzend zugleich. Das Hustenlied aus Paul Burkhards «Der schwarze Hecht», scheint Zuschauer Eugen Schmid besonders zu gefallen. Als Thomas Vetterli in der Rolle des kränkelnden Onkel Gustaf hustet und singt «Ach, für mi Gsundheit würd ich sogar mis läbe laa!», leidet Eugen Schmid sichtlich mit.

Grosse Ehre

Ruedi Walter wurde am 10. Dezember 1916 geboren und gehörte zu den grossen Schweizer Volksschauspielern seiner Zeit. Im Basler Stadttheater trat er während der Kriegsjahre zum ersten Mal auf die Bühnenbretter. Stefan Onitsch und Thomas Vetterli freut und ehrt es besonders, dass sie ihre Hommage «Jässodu!» just am 10. Dezember, dem Geburtstag Ruedi Walters, auf der Bühne des Theaters Baseldytsche Bihni zeigen dürfen. Billets sind noch erhältlich und Eugen Schmid könnte schon bald wieder den SBB-Fahrplan studieren, um sich von den beiden Künstlern wieder verzaubern zu lassen.

Weitere Vorstellungen: Samstag, 5. November, Fabrikli, Bottenwil; Samstag, 19. November, Sigristenkeller, Bülach; Samstag, 10. Dezember und Sonntag, 11. Dezember, Theater Baseldytschi Bihni.

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