Opfikon/Rümlang

Japanischer Stararchitekt will Glattbrugger Industrie aufpeppen

In der Glattbrugger Industrie sowie ennet der Gemeindegrenze auf Rümlanger Boden plant Coop ein neuartiges Zentrum. Es fällt vor allem durch die moderne Architektur von Sou Fujimoto auf.

An der Tramstation Bäuler (vorne Mitte) soll ein neuer Komplex mit runden Formen und viel grün Besucher anlocken. Visualisierung: Sou Fujimoto

An der Tramstation Bäuler (vorne Mitte) soll ein neuer Komplex mit runden Formen und viel grün Besucher anlocken. Visualisierung: Sou Fujimoto

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Ein kunstvoll anmutender Gebäudekomplex in der sogenannten Airport City könnte dereinst neue Akzente setzen. So nennt man das Gebiet zwischen dem Bahnhof Glattbrugg und dem Flughafen mittlerweile auch. Gestern wurde in Glattbrugg das Projekt «Meet» vorgestellt.

An diesem Standort an der Grenze von Opfikon und Rümlang im Gebiet Bäuler/Cher soll das Projekt «Meet» verwirklicht werden.

Auf den ersten Blick sticht die ungewohnte Architektur ins Auge, welche zwischen dem Autobahnzubringer bei Seebach und dem UBS-Center in Glattbrugg zu liegen kommen soll. Darüber freute sich auch der Opfiker Stadtpräsident Paul Remund (FDP). Er lobte das Engagement der privaten Grundstückeigentümer, die sich im Verein «Airport City Zurich» zusammengeschlossen haben und das Gebiet gemeinsam attraktiver gestalten wollen.

1000 Parkplätze geplant

Die Pläne des Projekts «Meet» stammen aus dem Pariser Büro des japanischen Stararchitekten Sou Fujimoto. Es soll die Menschen aus den umliegenden Büros, Werkhallen und Nachbargemeinden anlocken. Ein Schwerpunkt des Angebots wird gemäss Christian Coppey, Leiter Immobilien und Geschäftsleitungsmitglied bei Coop, zwar der Detailhandel mit mehreren Läden sein. Doch von den total 80000 Quadratmeter Nutzfläche innerhalb des ganzen Komplexes werde das Retailangebot mit dem Grossverteiler als Hauptnutzer «nur» 13000 Quadratmeter einnehmen. Es handle sich keinesfalls um ein weiteres klassisches Einkaufszentrum. Nichtsdestotrotz sind im Projekt 1000 Parkplätze mit einer Option auf eine Erweiterung enthalten. Man habe allerdings Auflagen bekommen vom Kanton. So müssten mindestens die Hälfte aller Besucher mit dem ÖV, per Velo oder zu Fuss kommen. Ausserdem seien maximal 4 Millionen Fahrten jährlich bewilligt worden. Das entspricht fast 5500 Besuchern täglich, die per Auto kommen und wieder gehen.

Über 250 Millionen benötigt

Hinter «Meet» steht Coop. «Wir sehen uns als Entwickler dieses Areals», erklärte der Immobilienchef. Die Investitionssumme belaufe sich auf 250 bis 300 Millionen Franken. Wobei Coop dazu noch Partner sucht, die sich vom Konzept überzeugen lassen.

So soll auf rund 40000 Quadratmetern Land, das weiterhin dem Kanton Zürich gehört und den Investoren lediglich im Baurecht abgetreten wird, ein fünfgeschossiges Dienstleistungszentrum mit insgesamt sieben Bauten entstehen. Auch ein Hotel und ein Gesundheitszentrum sind in den Plänen enthalten. Je nach dem ist die Rede auch von einem Multifunktionskomplex oder einfach einem Treffpunkt – daher «Meet» als Projektname. Direkt an der Haltestelle Bäuler der Glattalbahn ist jedenfalls ein ganzer Strauss von neuen Angeboten angedacht, die weit über eine Coopfiliale hinaus gehen.

Zehn Architektenteams im Rennen

Die entsprechenden Konzeptvorgaben hatten auch die ursprünglich zehn Planungsteams zu berücksichtigen. Das besagte japanische Team von Fujimoto sei einstimmig als Sieger hervorgegangen, teilte Stephan Schubert von Planparter mit. Er hatte das Verfahren begleitet.

«Meet» interpretiere den Eintrag für dieses Gebiet im regionalen Richtplan (Verkehrserzeugende Einrichtung) völlig neu, jubeln die Planer nun. Das Projekt von Fujimoto sei die «zukunftsweisende Antwort» auf das Bedürfnis der arbeitenden Bevölkerung nach einem Ort der Begegnung, des Sports, der Erholung, der Verpflegung, der Bildung, der Kultur, des Einkaufs und der Entschleunigung. Ob es gelingt, dies auch in der Realität unter Beweis zu stellen, müssen Coop und weitere Investoren nun zeigen.

Erstellt: 29.10.2019, 21:02 Uhr

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