Unihockey

Jets verlieren die Geduld

Nach der Pleite gegen Chur steht Jürg Kihm ab sofort nicht mehr an der Bande von Schweizer Meister Kloten-Dietlikon.

Nach sieben Meisterschaftsrunden ist bereits wieder Schluss: Jürg Kihm ist nicht mehr Trainer der Kloten-Dietlikon Jets.

Nach sieben Meisterschaftsrunden ist bereits wieder Schluss: Jürg Kihm ist nicht mehr Trainer der Kloten-Dietlikon Jets. Bild: Claudio Schwarz

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Es war die 3:7-Niederlage am vergangenen Samstag gegen Leader Piranha Chur, die das Fass beim Unterländer Grossclub zum Überlaufen brachte. Nach dem Taucher kurz vor Saisonstart im Supercup (1:7) war dies bereits die zweite Partie innert kurzer Zeit, in der die Kloten-Dietlikon Jets gegen die Dauerrivalinnen aus dem Bündnerland irritierend chancenlos blieben. Nach nur sieben Meisterschaftsrunden wurde nun Cheftrainer Jürg Kihm, der die Jets auf die aktuelle Spielzeit hin als Doublegewinnerinnen von Simone Berner übernommen hatte, per sofort von seinen Aufgaben entbunden. «Fakt ist, dass die Piranhas für uns in der Schweiz die Hauptgegner sind», sagt Sportchef Mark Rebsamen dazu. «Wir haben gegen sie jetzt zweimal verloren, und das so deutlich wie seit Jahren nicht mehr.»

Hauptgrund für die Entlassung des Cheftrainers ist laut Rebsamen aber die ausbleibende Entwicklung des Teams. Er sagt: «Wir haben Jürg Kihm von Zug United geholt, weil er ein hervorragender Ausbildner ist. Er macht Teams aus der hinteren Tabellenhälfte besser, und wir haben geglaubt, dass er seine Arbeitsweise schneller anpassen und starke Teams noch stärker machen kann.» Das aber hat nach Meinung der für die Frauenabteilung verantwortlichen Sportchefs, zu denen neben Rebsamen auch Antti Uimonen und der Chef Leistungssport Sascha Brendler gehören, nicht geklappt. Weiteres Abwarten bewerteten sie als zu heikel, gerade auch weil Anfang Januar mit dem Champions-Cup auf die Schweizer Meisterinnen bereits der erste Saisonhöhepunkt wartet.

«Einseitiger Entscheid»

Man habe sich im Guten getrennt, beteuern beide Seiten. Jürg Kihm sagt aber auch, ohne seine Enttäuschung zu verbergen: «Es war ein einseitiger Entscheid, ich hätte gern etwas länger Rückendeckung für meine Pläne gehabt.» Sein Ziel sei es gewesen, das Team breiter aufzustellen, junge Spielerinnen zu integrieren. Kihm setzte bis anhin auf drei ausgeglichene Linien und verzichtete bewusst darauf, seine besten Kräfte, zu denen fünf Schweizer und vier ausländische Nationalspielerinnen zählen, zu bündeln. «Diese Phase wollten wir eigentlich diese Woche einläuten», erklärt er. Dazu wird zumindest er nun nicht mehr kommen.

Taktikfuchs als neuer Chef

Ad interim wird das NLA-Team von Kihms bisherigem Assistenten Stefan Jakob geleitet, der als Taktikfuchs gilt. Unterstützt wird er vom bisherigen Assistenten Rico Polo. Sportchef Sascha Brendler und Thomas Wetter, sie haben vor der Ära Rolf Kern zusammen die Frauen-Nationalmannschaft geleitet, komplettieren den Betreuerstab. Trotz der aktuellen Turbulenzen wollen die Jets weiterhin das Triple ansteuern, sprich den Gewinn von Champions-Cup, Schweizer Cup und Meisterschaft. Dafür müsse jetzt aber auch mehr vom Team kommen, betont Rebsamen. «Was es jetzt braucht, ist Leidenschaft und unbedingten Einsatz auf dem Feld.» Auch er weiss: Eine neue Trainercrew im Cockpit garantiert noch keinen Höhenflug.

Erstellt: 06.11.2019, 23:40 Uhr

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