Dietlikon

Jets-Spielerinnen ringen um Trophäen

Kloten-Dietlikon stellt für die kommende Unihockey-WM der Frauen in Neuenburg neun Spielerinnen aus drei Nationen ab. Sie dürften zwei Medaillen nach Hause bringen, mindestens.

Julia Suter (von links), Iza Rydfjäll, Hana Konícková, Isabelle Gerig, Tanja Stella, Alice Granstedt, Natálie Martináková (mit weissem Stirnband), Monika Schmid und Michelle Wiki: Die Jets-Teamkolleginnnen könnten sich an der WM als Gegnerinnen gegenüberstehen.

Julia Suter (von links), Iza Rydfjäll, Hana Konícková, Isabelle Gerig, Tanja Stella, Alice Granstedt, Natálie Martináková (mit weissem Stirnband), Monika Schmid und Michelle Wiki: Die Jets-Teamkolleginnnen könnten sich an der WM als Gegnerinnen gegenüberstehen. Bild: Leo Wyden

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Im Vorfeld der bisher letzten Heim-WM 2011 in St. Gallen wurde im Schweizer Lager vom Weltmeistertitel geträumt. Der so geschürte Erwartungsdruck entpuppte sich als hemmend, und die Schweiz stand nach dem verlorenen Bronzespiel frustriert mit leeren Händen da. Morgen Samstag steigt das Schweizer Nationalteam gegen Deutschland unter anderen Vorzeichen in die Heim-WM in Neuenburg. Von Gold spricht niemand – auf den Final wird gehofft.

Seit der WM 2017 in Bratislava bestritt die Equipe von Nationaltrainer Rolf Kern 13 Testspiele, nur eines davon – gegen die Slowakei – gewann sie nach regulärer Spielzeit, dazu zwei gegen Tschechien nach Penaltyschiessen. Julia Suter will dieser ernüchternden Bilanz der vergangenen zwei Jahre keine grosse Bedeutung beimessen. «Wir müssen uns damit kritisch auseinandersetzen und noch an Details feilen. Unser Selbstvertrauen holen wir uns aber nicht nur aus offiziellen Testspielen, sondern auch aus der harten ‹Sommer-Challenge› und dem Verein», erklärt die Stürmerin der Kloten-Dietlikon Jets. Die 29-Jährige spricht damit die Sommermonate an, in denen sich das Nationalteam wöchentlich traf, nicht zuletzt, um gemeinsam an der Fitness zu feilen.

Der Funke soll überspringen

Ausserdem können die Schweizerinnen viel Routine in die Waagschale werfen – mit total 1255 Länderspielen stellen sie das mit Abstand erfahrenste Team der Geschichte. Finnland etwa, am Sonntag der zweite Gruppengegner, hat weniger als halb so viele Länderspiele aufzuweisen. Mit einem Sieg in dieser Partie könnte wahrscheinlich ein Halbfinalduell mit dem achtfachen Weltmeister Schweden vermieden werden.

«Wir müssen von der ersten Sekunde an brennen und den Funken auf die Zuschauer übertragen – dann bin ich überzeugt, dass wir den Heimvorteil zu unseren Gunsten nutzen können», sagt Suter, die nach einer langen Pause ihre dritte WM bestreitet. Das dritte Gruppenspiel gegen Polen muss indes – wie Deutschland zum Auftakt und der Viertelfinal – eine reine Formsache sein. Zu klar liegen die vier Top-Nationen leistungsmässig vor dem Rest der Welt.

Direktduelle unvermeidlich

Die Kloten-Dietlikon Jets stellen nicht weniger als neun WM-Teilnehmerinnen. Neben Suter werden auch Torhüterin Monika Schmid, Verteidigerin Tanja Stella sowie die Stürmerinnen Michelle Wiki und Isabelle Gerig für die Schweiz um Edelmetall kämpfen. «Ein WM-Turnier ist lang, man muss mit emotionalen Hochs und Tiefs umgehen können», sagt Wiki und fügt gleich an: «Ich weiss, dass ich in der vollen Halle mit Schweizer Fans zu Beginn nervös sein werde – aber darauf kann ich mich im Voraus einstellen, und ich freue mich riesig auf die WM. Wir sind fit und werden mit viel Energie antreten.»

Sollte die Schweiz am Finalwochenende auf Schweden treffen, kommt es zum Duell mit den Jets-Teamkolleginnen Iza Rydfjäll und Alice Granstedt. Rydfjäll fand nach einem Jahr Pause gerade rechtzeitig den Weg zurück, sie bestand im Oktober den letzten Test vor der WM. «Es tut so gut, wieder für Schweden zu spielen», kommentiert die dreifache Weltmeisterin das Aufgebot. Granstedt hebt derweil den Mahnfinger. «Die jüngsten Länderspiele haben gezeigt, dass Tschechien aufgeholt hat – auch die Schweiz war nicht weg. Das wird eine spannende WM, und wir müssen alles abrufen.» Bleiben die Tschechinnen Natálie Martináková und Hana Koní?ková, auch sie mögliche Halbfinal- oder Medaillenspielgegnerinnen der Schweiz.

Wenig leere Hände

Dass im Nachgang der WM im Jets-Team Turbulenzen entstehen, glaubt Martináková nicht. «Mindestens zwei von drei Gruppen werden zufrieden aus Neuenburg zurückkehren, und danach treten wir wieder gemeinsam an», sagt sie lachend. Nur zu gern würde sie für ihr Land eine WM-Medaille holen. Das gelang bisher erst einmal: 2011 in St. Gallen. Damals vermieste Tschechien der Schweiz im Bronzespiel die Heim-WM endgültig.

Erstellt: 05.12.2019, 19:52 Uhr

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