Eglisau

Jugendliche steigen für klimafreundlichen Strom aufs Dach

Im Sekundarschulhaus Eglisau wird der Strom für Licht und Beamer künftig von der Sonne stammen. Diese Woche haben die Schüler und Schülerinnen mitgeholfen beim Bau einer Solaranlage – und dabei einiges gelernt.

Unter Anleitung von Gaetano Senn (2. von rechts) befestigen Taj, Jade und Manuel (von links) die Solarmodule auf dem Schuldach.

Unter Anleitung von Gaetano Senn (2. von rechts) befestigen Taj, Jade und Manuel (von links) die Solarmodule auf dem Schuldach. Bild: Paco Carrascosa

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Die Platten stehen bereits am Rand des Daches bereit, als Taj, Jade, und Manuel die Treppe des Baugerüsts erklimmen. Die drei Schüler des Eglisauer Städtli-Schulhauses haben sich bereit erklärt, beim Bau der neuen Solaranlage mitzuhelfen. Gemeinsam heben sie eines der rund ein Quadratmeter grossen Module auf und tragen es behutsam über die Ziegel. Unter Anleitung der professionellen Installateure befestigen sie es in der Schiene der vorgefertigten Konstruktion.

«Die Solarzellen produzieren umweltfreundlichen Strom», hat Jade gelernt. Die 13-Jährige hat sich im Rahmen des Projekts «Jede Zelle zählt – Solarenergie macht Schule!» der Klimaschutzorganisation myblueplanet mit dem Thema Energie befasst. «Mir war nicht bewusst, dass Flugzeuge so viel Energie benötigen», sagt die Zweitsekschülerin. Auch das Aufwärmen des Wassers falle ziemlich ins Gewicht, ist ihr bewusst geworden. Deshalb hat sie sich vorgenommen, künftig weniger lang zu duschen.

Auch Taj hat am Dienstag sehr gerne mitgeholfen bei der Montage. «Sonnenenergie ist erneuerbar und verursacht keine Umweltschäden», weiss der 14-Jährige. Beim Atomstrom dagegen falle Müll an, den niemand in der Nähe haben will, und beim Transport von Erdöl würden die Meere verschmutzt. Gerne würde auch seine Familie auf ihrem Haus Solarstrom produzieren, sagt Taj, aber die Gemeinde erlaube es in der Kernzone nicht.

Solarzellen sponsern

Die neue Solaranlage besteht aus 144 Modulen und wird künftig gut 42 000 Kilowattstunden Strom pro Jahr liefern; dies entspricht dem Verbrauch von etwa 14 durchschnittlichen Haushalten. An einer Anzeigetafel neben dem Lehrerzimmer werden die Schüler und Schülerinnen bald jederzeit ablesen können, wieviel Strom die Anlage gerade produziert.

«Wir wollen Solarstrom erlebbar machen», sagt Angela Serratore, Projektleiterin von myblueplanet. Um einen nachhaltigen Lerneffekt bei den Jugendlichen und Lehrpersonen zu erzielen, begleitet die Organisation das Schulhaus über insgesamt fünf Jahre hinweg. Damit immer wieder neue Bildungsprojekte zu klimarelevanten Themen umgesetzt werden können, haben die Schüler und Schülerinnen ein Crowdfunding gestartet, bei dem Familien und Bekannte symbolisch je 40 Franken pro Solarzelle spenden. Bis jetzt haben sie für die Hälfte der ausgeschriebenen 510 Zellen einen Sponsor gefunden.

«Wir wollen Solarstrom erlebbar machen.»Angela Serratore

Finanziert wurde die Anlage über einen sogenannten Contractor, dem sie auch gehört. Die Schule musste sich lediglich verpflichten, ihren Strom zu Hochtarifpreisen von ihm zu beziehen. Rund 10 Prozent der Kosten steuerte der Bund in Form einer Einmalvergütung aus dem Förderfonds für erneuerbare Energien bei.

Heute Nachmittag ab 17 Uhr wird die nigelnagelneue Solaranlage feierlich eingeweiht. Die ersten Kilowattstunden hat sie bereits am Mittwoch bei prächtigstem Sonnenschein produziert. In den nächsten Jahren sollte sie fast die Hälfte des Stroms liefern, der im Schulhaus für Licht, Beamer, Schulküche und Kaffeemaschine gebraucht wird.

Erstellt: 27.09.2018, 16:07 Uhr

Infobox

Für Interessierte, die eine Zelle sponsern möchten: www.jzz.ch

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