Regensdorf

Jugendliche weibeln für den Surfpark

Ob in Regensdorf ein Surfpark gebaut werden könnte, darüber wird am nächsten Montag abgestimmt. Viele Jugendliche sind noch nicht stimmberechtigt, machen sich aber für ein Ja stark.

Viele Jugendliche wünschen sich einen Surfpark, dürfen aber noch nicht abstimmen. Deshalb versuchten sie am letzten Samstag mit Plakaten und in Gesprächen, auf ihr Anliegen aufmerksam zu machen.

Viele Jugendliche wünschen sich einen Surfpark, dürfen aber noch nicht abstimmen. Deshalb versuchten sie am letzten Samstag mit Plakaten und in Gesprächen, auf ihr Anliegen aufmerksam zu machen. Bild: Sibylle Meier

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Für alle, die sich einen Surfpark in Regensdorf wünschen, geht es am nächsten Montag um die Wurst oder besser gesagt um die Welle. An der Gemeindeversammlung vom 25. März müssen die Stimmberechtigten darüber entscheiden, ob das für den Park benötigte Gebiet umgezont werden darf.

Längst nicht alle, die sich einen Surfpark wünschen, können an jenem Abend aber mitbestimmen: Schülerinnen und Schüler von Regensdorf, die sich ein Ja wünschen, sind in der Regel noch keine 18 Jahre alt und dadurch zu jung, um stimmberechtigt zu sein. Dass diese jungen Befürworter sich trotzdem für einen Surfpark einsetzen, zeigten sie am vergangenen Samstag. Auf dem Zentrumsplatz machten sie von 11 bis 15 Uhr auf ihr Anliegen aufmerksam. Vom Verein Waveup, welcher den Surfpark umsetzen will, liehen sie sich für diesen Anlass den Surfrider, auf welchem sich das Gefühl des Surfens erproben lässt.

Situation der geplanten Anlage

Die Initianten von Waveup stellte den Schülerinnen und Schülern der Sekundarschule Ruggenacher zudem ein Zelt zur Verfügung. Ein Pizzamobil versorgte Interessierte mit zu diesem Anlass günstigen Pizzas. Aber vor allem ging es natürlich um das Gespräch, erklärt Vreni Surber. Surber ist Vorstandsmitglied des Gewerbeverbands Regensdorf, sie hat den Jugendlichen bei der Organisation des Anlasses gemeinsam mit anderen Befürwortern unter die Arme gegriffen. «Bei der Aktion ging es vor allem darum, dass die Schülerinnen und Schülern eine Möglichkeit hatten, ihre Meinung kundzutun. Viele von ihnen sind für den Surfpark, sind dafür, dass kommende Generationen von diesem Projekt profitieren können. Sie können aber am nächsten Montag selbst nicht dafür stimmen.»

Während des Unterrichts Plakate vorbereitet

Die Aktion am Samstag sei ein Erfolg gewesen, sagt Surber. Zwar seien nicht so viele Schülerinnen und Schüler gekommen, wie sich die Organisatoren erhofft hatten, weil viele am Samstagnachmittag wohl bereits anderweitig ausgelastet gewesen seien. Aber es sei gelungen, schätzungsweise etwa 100 Personen in Gespräche über den Surfpark zu verwickeln und die Jugendlichen hätten dabei ihren Standpunkt darlegen können.

Geholfen haben dabei auch die bunten Transparente, welche die Schülerinnen und Schüler für diesen Zweck gefertigt hatten. Für die Vorbereitung der Schilder und Plakate durften sie dabei auch eine Schulstunde am Freitagnachmittag verwenden. Der Einsatz innerhalb eines Abstimmungskampfes während der Schulzeit, geht das in Ordnung? Natürlich gehe das in Ordnung, erklärt Max Schmid, Co-Schulleiter der Sekundarschule Ruggenacher. Die Anfrage dafür sei aus dem Schülerrat gekommen.

«Als Bildungsinstitution haben wir sogar die Aufgabe, die Auseinandersetzung mit politischen Themen zu fördern.»Max Schmid, Co-Schulleiter

«Als Bildungsinstitution haben wir sogar die Aufgabe, die Auseinandersetzung mit politischen Themen zu fördern.» Selbstverständlich habe die Schule sich neutral zu verhalten. «Aber wenn die Schülerinnen und Schüler wie in diesem Fall von sich aus auf eine Lehrperson zu kommen, um sich während 45 Minuten für etwas einzusetzen, was ihnen politisch am Herzen liegt, ist das ein Zeichen dafür, dass Jugendliche zu interessierten und mündigen Bürgern heranwachsen.»

Auch das Volksschulamt stützt diese Einschätzung. «Die Orientierung an demokratischen Wertvorstellungen und damit auch die Heranführung der Schülerinnen und Schüler an demokratische Entscheidungsprozesse ist als übergeordnetes Bildungs- und Erziehungsziel im Volksschulgesetz festgehalten», sagt Marion Völger, Amtschefin des kantonalen Volksschulamts.

Erstellt: 18.03.2019, 18:37 Uhr

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