Embrach

Junge Frau trifft ihre Retterinnen

Mehrere Leute haben Anna Lehmann geholfen, als sie mitten auf der Strasse einen epileptischen Anfall erlitt. Dank einem Aufruf im «Zürcher Unterländer» konnte sie sich nun persönlich bei ihnen bedanken.

Anna Lehmann hat diese Woche Debora Dütschler und Esther Köber getroffen, um sich persönlich bei ihnen zu bedanken. Wie sie den Vorfall erlebt haben, schildern die drei Frauen im Video.
Video: Flavio Zwahlen

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Anna Lehmann hatte Glück im Unglück. Am 12. März fuhr sie von der Arbeit nach Hause, als sie auf einer Hauptstrasse in Embrach einen epileptischen Anfall erlitt. Mit letzten Kräften schaffte sie es noch, ihren Wagen zu stoppen und auszusteigen. Danach wurde sie ohnmächtig. Die anderen Autofahrer reagierten vorbildlich, eilten der 25-Jährigen zur Hilfe und alarmierten den Rettungsdienst. Nachdem sich die junge Frau einige Tage später von ihrem Anfall erholt hatte, wollte sie sich bei ihren Helferinnen und Helfern bedanken. Ihr fehlten jedoch die entsprechenden Kontaktdaten, weshalb sie in dieser Zeitung einen Aufruf startete (Ausgabe vom 28. März). Mit Erfolg.

Vier von fünf Helfernhaben sich gemeldet

Inzwischen haben sich mehrere Personen bei Anna Lehmann gemeldet, die ihr am besagten Abend geholfen haben. Esther Köber und Debora Dütschler, beide aus Rorbas, sind zwei von ihnen. «Wir fuhren von einer Veranstaltung nach Hause und sahen, dass bei der Mittelinsel eine Frau lag», erzählt Köber. Zu dieser Zeit seien bereits einige Leute bei ihr gewesen. «Wir waren irritiert. Irgendetwas schien nicht zu stimmen.» Also entschlossen sich die beiden, ihr Auto anzuhalten und zu helfen. Debora Dütschler ist Pflegefachfrau und wusste genau, was in einer solchen Situation zu tun ist: «Wir warteten, bis Anna wieder aufgewacht ist und versuchten, sie zu beruhigen.» Danach seien sie bei ihr geblieben, bis der Rettungswagen eingetroffen ist.

Auch ein Polizist und ein Feuerwehrmann haben sich nach dem Aufruf in dieser Zeitung bei Anna Lehmann gemeldet. «Der Polizist, der mit seinem Kollegen auf Patrouille war, hat meinen Wagen auf einem Parkplatz bei der Klinik Hard abgestellt. Dadurch musste er nicht abgeschleppt werden und mein Freund konnte das Auto zusammen mit meinem Schwiegervater dort abholen.» Rainer Ritter fuhr von einer Feuerwehrübung von Rorbas in Richtung Embrach als er die junge Frau auf der Mittelinsel entdeckte: «Ich reagierte sofort, holte Decken aus meinem Auto, habe die junge Frau damit zugedeckt und ihren Kopf geschützt.» Wie bei einem epileptischen Anfall üblich, hatte Anna Lehmann nämlich stark gezuckt, wodurch sie sich hätte verletzen können.

«Nun muss ich nur noch die Frau finden, welche als erste für mich angehalten hat. Ihr bin ich besonders dankbar», sagt Lehmann. Sie habe sich bisher noch nicht bei ihr gemeldet.

Blutprobeging nicht verloren

Inzwischen geht es Anna Lehmann wieder gut. «Am Anfang war es schwierig, mit dem Anfall klar zu kommen, da ich zuvor zwei Jahre lang keinen hatte.» Warum es an jenem Abend dennoch wieder passierte, ist nicht klar. «Der Medikamentenspiegel ist im normalen Bereich. Vielleicht war es wegen dem Stress.»

Die 25-Jährige vermutete fälschlicherweise, dass ihre Blutprobe im Spital Bülach verloren ging. «Das war ein riesiges Missverständnis», weiss sie inzwischen. Die Ergebnisse seien einfach etwas später bei ihrem Hausarzt eingetroffen. Dass eine Blutprobe im Spital Bülach verloren gehe, sei unmöglich, sagt Thomas Langholz, Leiter Kommunikation und Marketing. «Wir haben ein eigenes Labor direkt hier im Spital. Dort werden die Blutproben immer persönlich abgegeben.»

Diese Woche hat sich Anna Lehmann mit Esther Köber und Debora Dütschler getroffen, um sich persönlich bei ihnen zu bedanken. Sie assen gemeinsam Kuchen und tranken Kaffee. «Ich bin sehr froh, dass ich zwei meiner Helferinnen persönlich kennenlernen durfte.» Auch mit den anderen Helfern hat die 25-Jährige bereits ein Treffen abgemacht.

Erstellt: 04.04.2019, 17:00 Uhr

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